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vom 02.03.2026 PDF
#935
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Darüber hinaus wollen wir den Ausschuss der Regionen stärken und breiter aufstellen.
#936Wir wollen hier Mindestkriterien durch die EU definiert wissen, die den kommunalen Vertreterinnen und Vertretern ein stärkeres Gewicht im Ausschuss bringen.
#937Der Ausschuss der Regionen soll bereits jetzt und nicht erst nach Ratifizierung des Lissabon-Vertrages bei der Erarbeitung der Rahmenrichtlinie für Dienste von allgemeinem Interesse dringend Anhörungsrecht bekommen.
#938Kommunale Gestaltungsspielräume bei der Vergabe öffentlicher Aufträge sichern Das Vergaberecht kann bei der Förderung von effizientem und nachhaltigem Wirtschaften eine bedeutende Rolle spielen.
#939So ließen sich allein 60 Millionen Tonnen CO2 einsparen, wenn alle öffentlichen Stellen in der EU Ökostrom nutzen würden.
#940Mit den neuen Vergaberichtlinien der EU werden sich die Regeln für die Vergabe öffentlicher Aufträge in Deutschland ab BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 90 bestimmten Schwellenwerten verändern.
#941Bisher mussten solche öffentlichen Aufträge an den kostengünstigsten Anbieter vergeben werden.
#942Nun gibt es die Möglichkeit, öffentliche Aufträge auch nach ökologischen und sozialen Kriterien zu vergeben.
#943Dafür haben sich die GRÜNEN im Europäischen Parlament erfolgreich eingesetzt.
#944Die Richtlinien ermöglichen auch einen besseren Rechtsschutz von Bietern und die Bekämpfung von Korruption.
#945Leider missachtet die Kommission die in der Richtlinie gesetzten Schwellenwerte und verlangt auch unterhalb der Schwellenwerte eine europaweite Ausschreibung von Aufträgen.
#946Das ist nicht nur demokratisch zweifelhaft, sondern engt den Gestaltungsspielraum der Kommunen ein und erhöht den Verwaltungsaufwand.
#947Die Folgen sind lange Ausschreibungsverfahren, hohe Kosten und Rechtsunsicherheit.
#948Die Kommission muss endlich die vom Gesetzgeber gesetzten Schwellenwerte anerkennen und darf sich nicht über die Hintertür und am Gesetzgeber vorbei in die Auslegung des Wettbewerbsrechtes einmischen.
#949Wir GRÜNE kämpfen auf europäischer Ebene auch weiterhin für ein Wettbewerbsrecht, das den Kommunen genügend Gestaltungsspielraum lässt.
#950Wir wollen, dass die Kommission den Gestaltungsspielraum der Kommunen nicht weiter einengt und Instrumente, wie den städtebaulichen Vertrag, nicht als Bestandteil des Vergaberechts betrachtet.
#951Nur so sind die Kommunen auch in der Lage, den ihnen durch die Vergaberichtlinie gegebenen Gestaltungsspielraum zu nutzen.
#952Rechtssicherheit bei der Vergabe öffentlicher Aufträge schaffen Wir werden uns im Europaparlament weiterhin dafür einsetzen, die sozialen und ökologischen Kriterien rechtssicher zu unterfüttern und die Vergaberegelungen so weiterzuentwickeln, dass kleine und mittlere Unternehmen mit qualitativ hochwertigen Angeboten eine faire Chance im Wettbewerb haben.
#953Da- BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 91 für brauchen wir neben dem EU-Leitfaden zur ökologischen Vergabe einen EU-Leitfaden zur sozialen Vergabe.
#954Zudem wollen wir die rechtliche Unklarheit, die nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zur Tariftreue besteht, beenden.
#955Durch die Aufnahme verbindlicher sozialer Ziele in die Verträge und Prinzipien wie der Tariftreueregelung in das Gemeinschaftsrecht wollen wir zukünftig verhindern, dass der EuGH allein aus der Wirtschaftsperspektive heraus urteilt und so Tariftreueregelungen rechtlich absichern.
#956Die kommunale Daseinsvorsorge auf sichere Füße stellen Die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger mit umfassenden und qualitativ hochwertigen öffentlichen Dienstleistungen, wie zum Beispiel der Abfallbeseitigung, der Versorgung mit Wasser, einem leistungsfähigen Personennahverkehr oder Gesundheitsdienstleistungen, sowie Krankenhäusern und sozialen Diensten sind ein wichtiger Beitrag für eine hohe Lebensqualität und zeichnen unser Gemeinwesen aus.
#957Diese Dienstleistungen zu gewährleisten, gehört zu den primären Aufgaben des Staates und seiner Kommunen.
#958GRÜNE stehen dafür, dass jede und jeder mit lokalen öffentlichen Dienstleistungen von hoher Qualität versorgt wird – und zwar unabhängig davon, ob sie oder er viel oder wenig verdient, in der Stadt oder auf dem Land wohnt.
#959Und wir stehen dafür, dass die Kommunen in der Lage sind, diese Leistungen auch zu erbringen.
#960Dafür brauchen sie Gestaltungs- und Organisationsspielraum.
#961Wenn sich mehrere Kommunen zusammenschließen, um beispielsweise eine Kläranlage gemeinsam zu betreiben, darf diese interkommunale Zusammenarbeit von Europa nicht als Vergabe eines öffentlichen Auftrages angesehen werden, sondern muss als die Erbringung von Leistungen der Daseinsvorsorge durch die Kommunen akzeptiert werden.
#962Auch die Direktvergabe von Aufträgen an kommunale Unternehmen (Inhouse-Vergabe) muss vereinfacht werden.
#963BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 92 Daseinsvorsorge zeitgemäß gestalten Wir GRÜNE stehen dafür, dass das Aufgabenspektrum der Daseinsvorsorge weiterentwickelt wird.
#964In einer globalisierten und vernetzten Welt muss beispielsweise der Zugang zu einem Breitband-Internetanschluss gewährleistet sein und darf nicht zu einer Frage werden, ob genug zahlungsbereite Kundinnen und Kunden in der Nachbarschaft wohnen.
#965Die Grenzen der Privatisierung Die in den letzten Jahren gewachsene Tendenz der Kommunen, die Aufgaben der Daseinsvorsorge komplett oder teilweise in private Hände zu geben oder im Public-Private-Partnership zu vollziehen, wird von uns vor dem Hintergrund von Konzentrationsprozessen kritisch beobachtet.
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