Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

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vom 03.03.2026 PDF
#890
Eine europaweite Liberalisierung der Gesundheitsversorgung unter dem Primat der Dienstleistungsfreiheit lehnen wir entschieden ab.
#891
Das gilt auch für die Versorgung unserer Bevölkerung mit den notwendigen Medikamenten.
#892
Deshalb wollen wir die Ausgabe verschreibungspflichtiger Medikamenten in Supermärkten und ähnlichen Einzelhandelsgeschäften ohne Fachberatung durch Apothekerinnen und Apotheker ablehnen.
#893
Das Werbeverbot für verschreibungspflichtige Medikamente wollen wir beibehalten.
#894
Gesundheitsversorgung ist keine Ware, sondern ein Solidarsystem, dessen Finanzierung höchst sensibel ist.
#895
Patientenmobilität muss unkompliziert sein, wenn sie nötig ist.
#896
Sie muss aber auch dort ihre Grenzen finden, wo sie das System der kostenlosen, für alle zugänglichen qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung vor Ort gefährdet.
#897
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 86 Die demografische Entwicklung als europäische Herausforderung begreifen Wir GRÜNE wollen den demografischen Wandel aktiv gestalten: Wir wollen ein Europa, in dem die Potenziale des Alters ausgeschöpft, die belastenden Auswirkungen des demografischen Wandels solidarisch auf die Generationen verteilt und die Risken des Alters reduziert werden.
#898
Deshalb setzen wir uns dafür ein, die Beschäftigungsraten und die Produktivität durch eine stärkere Erwerbsbeteiligung von Frauen und älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu fördern.
#899
Dazu bedarf es unter anderem gezielter Angebote der Gesundheitsförderung, altersgerechter Arbeitsplätze sowie der Förderung des lebenslangen Lernens.
#900
Wir wollen außerdem die Vereinbarkeit von Kindererziehung, Pflege und Beruf für Frauen und Männer verbessern.
#901
Eine europäische Arbeitslosenversicherung auf den Weg bringen Wir wollen prüfen, wie eine europäische Arbeitslosenversicherung eingeführt werden kann.
#902
Die Wachstumsunterschiede in der Euro-Zone haben in den letzten Jahren erheblich zugenommen.
#903
Klassische konjunkturpolitische Instrumente wie die Geldpolitik stehen den Staaten der Eurozone nicht mehr zur Verfügung.
#904
Gleichzeitig ist im Falle des wirtschaftlichen Abschwungs der Druck zu Einschnitten bei den Staatsausgaben durch den Stabilitätspakt größer geworden.
#905
Das kann dazu führen, dass die soziale Absicherung gekürzt wird, wenn sie am dringendsten gebraucht wird.
#906
Die europäische Basis-Arbeitslosenversicherung soll einen Teil der nationalen Arbeitslosenversicherungen ersetzen.
#907
Für die Beitragszahlerinnen und Beitragszahler würden sich keine zusätzlichen Belastungen ergeben.
#908
Ein Teil der derzeitigen Arbeitslosenbeiträge würden in einen europäischen Topf fließen, aus dem im Falle von Arbeitslosigkeit jeder EUBürgerin und jedem EU-Bürger für ein Jahr 50 Prozent des letz- BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 87 ten Einkommens als Absicherung ausgezahlt würden.
#909
Diesen Grundbetrag stocken die Mitgliedstaaten je nach nationalem Recht auf.
#910
Die Vorteile einer solchen EU-Basisversicherung liegen auf der Hand: Sie wirkt als automatischer Stabilisator.
#911
Denn Auf- und Abschwung verteilen sich über die Mitgliedstaaten unterschiedlich und dadurch schwindet die Gefahr, dass die Arbeitsmarktpolitik selber prozyklisch ausgestaltet wird, Abschwungstrends verstärkt und das Anspruchsniveau sozialer Sicherung zum Gegenstand politischer Opportunitäten wird.
#912
Regionale Entwicklungsunterschiede in Europa ausgleichen Wir wollen die regionalen Entwicklungsunterschiede in Europa ausgleichen.
#913
Wichtigstes und zugleich äußerst erfolgreiches Instrument der EU zum Ausgleich der Entwicklungsunterschiede zwischen den Regionen ist der Europäische Regionalfonds (EFRE).
#914
Die Förderung benachteiligter Regionen ist nicht nur Ausdruck der Solidarität innerhalb der EU, sondern trägt auch zur Schaffung neuer Arbeitsplätze und zur Begleitung des Strukturwandels bei.
#915
Auch im Hinblick auf die Förderung von Frauen hat sich das innovative Potenzial europäischer Programme und Initiativen im Rahmen der Strukturfonds bewährt.
#916
Für uns GRÜ- NE ist klar, dass Regionalentwicklung weiterhin zum obersten Ziel haben muss, die Lücken zwischen strukturschwachen und wirtschaftsstarken Gebieten in Europa zu schließen und allen Regionen gleichwertige Entwicklungschancen zu bieten.
#917
Dies darf jedoch nicht zu Lasten ökologischer und sozialer Belange gehen.
#918
Deshalb stellen wir uns gegen die derzeitige Verpflichtung, Fördermittel einseitig auf die regionale Wettbewerbsfähigkeit auszurichten.
#919
Europäische Beschäftigungspolitik zielgerichtet einsetzen Wir wollen den Europäischen Sozialfonds (ESF) weiterentwickeln.
#920
Bislang basiert der ESF auf der Vorstellung einer Voll- BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 88 beschäftigung.


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