Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

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vom 02.03.2026 PDF
#769
Wir GRÜNE wollen in den kommenden fünf Jahren mit folgenden Projekten auf europäischer Ebene die politischen Rahmenbedingungen so setzen, dass die ökonomische Entwicklung allen zugute kommt und wir wollen den sozialen Fortschritt voranbringen.
#770
Einen Sozialpakt für Europa Wir wollen einen Sozialpakt für Europa, der die Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen in der EU verbessert.
#771
Da die EU hier nur begrenzte Möglichkeiten hat, müssen dazu unterschiedliche Instrumente genutzt werden – anstatt wie bisher Politiken gegeneinander auszuspielen.
#772
Zentraler Baustein ist für uns GRÜNE dabei der Reformvertrag, der die sozialen Rechte und die Daseinsvorsorge stärkt und soziale Grundrechte in der hat, wie es das Europäische Behindertenforum fordert.
#773
CDU/CSU und FDP nutzen hingegen das Europaparlament, die Kommission und den Ministerrat dazu, soziale Rechte und die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern auszuhöhlen – zum Beispiel über ihre radikale Interpretation der sogenannten Dienstleistungsfreiheit.
#774
Die jüngeren Urteile des Europäischen Gerichtshofes zum Verhältnis der Dienstleistungsfreiheit und den sozialen Grundrechten, wie Streikrecht, nationale arbeitsrechtliche Standards und Tarifverträge, haben gezeigt, dass dieses Verhältnis dringend auf europäischer Ebene gesetzlich klargestellt werden muss.
#775
Dafür brauchen wir den Vertrag von Lissabon und eine Änderung der Entsenderichtlinie, damit diese soziale Standards schützt.
#776
Die Dienstleistungsfreiheit darf nicht dazu missbraucht werden, soziale Rechte oder arbeitsrechtliche Standards zu unterlaufen.
#777
Wir GRÜNE haben daher bereits in der Vergangenheit im Europäischen Parlament erfolgreich Druck gemacht, dass arbeitsrechtliche Bestimmungen, die einem solchen Schutz zuwiderlaufen, aus der Dienstleistungsrichtlinie genommen wurden.
#778
Die Bekämpfung von Armut und die Förderung der sozialen Eingliederung ist ein wesentliches Ziel der Sozialpolitik der EU.
#779
Die Armutsquote in der EU betrug 2007 aber immer noch 16 Prozent.
#780
Unser Ziel ist es, dass alle EU-Bürgerinnen und -Bürger ein individuelles Recht auf eine Mindestsicherung in der Höhe des sozio-kulturellen Existenzminimums haben.
#781
Bei der Ausgestaltung der Mindestsicherung müssen gemeinsam definierte Mindeststandards eingehalten werden.
#782
Auch auf europäischer Ebene werden dafür unterschiedliche Modelle diskutiert: die bedarfsorientierte Grundsicherung, Mindestsicherungselemente, Maßnahmen im Rahmen der Einkommenssteuer oder das bedingungslose Grundeinkommen.
#783
Wir halten es für sinnvoll, dass die EU-Kommission die armutsbekämpfende Wirkung und die Realisierbarkeit auch des bedingungslosen Grundeinkommens für alle prüft, wie das Europäische Parlament mit Stimmen der GRÜNEN, der Linken, der Sozialdemokraten und aus der EVP beschlossen hat.
#784
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 76 BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 77 cherinnen- und Schulabbrecherquote oder Maßnahmen zum lebenslangen Lernen nicht erfüllen.
#785
Mindestlöhne einführen Wir wollen verhindern, dass Lohndumping als Mittel des Wettbewerbs genutzt wird.
#786
Das ist nicht akzeptabel.
#787
Es schadet den betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und der ganzen Gesellschaft.
#788
Menschen müssen von ihrem Einkommen auch leben können – es muss armutsfest und auskömmlich sein.
#789
Wir GRÜNE streiten für einen Wettbewerb um Qualität anstatt um Löhne und fordern daher gesetzliche oder tarifliche Mindestlöhne, die relevant über der Armutsgrenze liegen, in allen Mitgliedstaaten gemäß den nationalen Modellen.
#790
von 27 Mitgliedstaaten haben bereits nationale gesetzliche Mindestlöhne.
#791
Anstatt den Arbeitsmarkt abzuschotten und Menschen in die Schwarzarbeit zu drängen, sollte die Bundesregierung wie fast alle anderen EU-Staaten auch endlich einen gesetzlichen Mindestlohn einführen.
#792
Existenzsichernde Mindestlöhne sind nicht nur ein Element, um die schleichende Tendenz zu Armut trotz Arbeit (»working poor«) zu bekämpfen, sondern auch ein Baustein, um die Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen zu beenden.
#793
Europaweit liegen im Schnitt die Einkommen von Frauen 15 Prozent unter denen der Männer, in Deutschland sind es 24 Prozent Lohnunterschied bei gleichwertiger Arbeit.
#794
Insbesondere Frauen sind nach wie vor überwiegend in den Branchen tätig, in denen der Druck auf die Löhne am höchsten ist.
#795
Weiterhin wollen wir die Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen festschreiben und vereinfachen.
#796
Arbeitszeit reduzieren Wir wollen keine unmäßigen Höchstarbeitszeiten.
#797
Die schwarzrote Bundesregierung hat sich bei der Revision der Arbeitszeitrichtlinie im EU-Ministerrat dafür eingesetzt, die durch- Grundrechtscharta festschreibt.
#798
Er stellt zudem klar, dass der Binnenmarkt kein Ziel, sondern Mittel zum Zweck ist.
#799
Darüber hinaus müssen auf europäischer Ebene arbeitsrechtliche Mindeststandards ausgebaut und weiterentwickelt werden, ohne dass sie bestehende höhere nationale Standards aushöhlen.


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