Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

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vom 02.03.2026 PDF
#748
Das hat gravierende Folgen für die Systeme sozialer Sicherheit, denn arbeitsrechtliche Standards kommen ebenso unter Druck wie ihre Finanzierungsbasis.
#749
Die Mitgliedstaaten tun zwar so, als ob sie Herren über ihre Steuer- und Sozialpolitik sind und weigern sich Kompetenzen an die europäische Ebene abzugeben, und dies führt dazu, dass die unterschiedlichen Standards im europäischen Binnenmarkt gegeneinander ausgespielt werden können.
#750
Die wirtschaftliche Dynamik der EU darf nicht blockiert werden, aber sie muss eingebettet werden in ein System praktizierter europäischer Solidarität.
#751
Wir müssen alle Bürgerinnen und Bürger der EU mitnehmen.
#752
Sozialen Ausgleich kann man nicht mehr ausschließlich auf die Nationalstaaten oder die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschränken.
#753
Wie im Vertrag von Lissabon vorgesehen, wollen wir im Binnenmarktrecht das Bekenntnis zum sozialen Schutz und für soziale Grundrechte verankern, die Gestaltungshoheit von Kommunen bei der Daseinsvorsorge stärken, was auch eine angemessene finanzielle Ausstattung beinhaltet.
#754
Wir wollen ökologische und soziale Kriterien für die öffentliche Vergabe wirklich verbindlich machen und vor allem soziale und arbeitsrechtliche Mindeststandards auf europäischer Ebene sichern und ausbauen.
#755
Wir setzen uns dafür ein, dass als Vergabekriterium bei öffentlichen Aufträgen auch Frauenförderung und Geschlechtergerechtigkeit berücksichtigt werden.
#756
Ein gutes Beispiel für aktive europäische Sozialpolitik und die Notwendigkeit europäischer Mindeststandards sind die vier Antidiskriminierungsrichtlinien der EU.
#757
Sie haben dafür gesorgt, dass es in Deutschland mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) endlich ein explizites Recht auf Schutz vor Diskriminierung gibt.
#758
Wir GRÜNE haben dafür gesorgt, dass sich dieses Recht nicht nur an den europäischen Mindestanforderungen orientiert, sondern einen umfassenden Schutz vor Diskriminierung im Beruf und Alltag unabhängig vom Geschlecht, der ethnischen Herkunft, der Religion und Weltanschauung, einer Behinderung, der sexuellen Orientierung oder des Alters bietet.
#759
Wir GRÜNE unterstützen den Vorschlag über eine Richtlinie zur Anwendung des Grundsatzes der Gleichbehandlung ungeachtet der Religion oder der Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung.
#760
Damit wird ein Signal gesetzt, dass Gleichbehandlung in allen Lebenslagen notwendig und wichtig ist.
#761
Gleichzeitig wird deutlich, dass die Europäische Gemeinschaft in diesem wichtigen Handlungsfeld noch nicht ihre Möglichkeiten voll ausgeschöpft hat, um Diskriminierungen aus Gründen der Religion, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung wirksam zu bekämpfen.
#762
Daher begrüßen wir GRÜNE, dass das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen in der Richtlinie bereits jetzt deutliche Spuren hinterlassen hat.
#763
Gleichzeitig bedauern wir, dass die Europäische Kommission keinen Richtlinienvorschlag für Menschen mit Behinderungen eingebracht BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 74 BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 75 Die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger mit umfassenden und qualitativ hochwertigen öffentlichen Dienstleistungen zeichnet unser Gemeinwesen aus.
#764
Abfallbeseitigung, der garantierte Zugang für alle zu Wasser, ein leistungsfähiger Personennahverkehr oder der Anspruch auf Gesundheitsdienstleistungen entspricht unserem Verständnis von Beteiligungsrechten und sozialem Zusammenhalt, schafft Arbeitsplätze sowie lokale ökonomische Entwicklung und ist ein wichtiger Beitrag für eine hohe Lebensqualität.
#765
Diese Dienstleistungen und Zugänge zu gewährleisten, gehört zu den primären Aufgaben des Staates und seiner Kommunen.
#766
GRÜNE stehen dafür, dass jeder Mensch in Europa mit lokalen öffentlichen Dienstleistungen von hoher Qualität versorgt wird – und zwar unabhängig davon, ob er viel oder wenig verdient, in der Stadt oder auf dem Land wohnt.
#767
Und wir stehen dafür, dass die Kommunen in der Lage sind, diese Leistungen auch zu erbringen.
#768
Dafür brauchen sie Gestaltungs- und Organisationsspielraum, den die neoliberalen Kräfte in der Kommission, allen voran Kommissionspräsident Barroso, Binnenmarktskommissar McCreevy und der deutsche Industriekommissar Verheugen, jedoch zugunsten der Dienstleistungsfreiheit massiv beschneiden wollen.
#769
Wir GRÜNE wollen in den kommenden fünf Jahren mit folgenden Projekten auf europäischer Ebene die politischen Rahmenbedingungen so setzen, dass die ökonomische Entwicklung allen zugute kommt und wir wollen den sozialen Fortschritt voranbringen.
#770
Einen Sozialpakt für Europa Wir wollen einen Sozialpakt für Europa, der die Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen in der EU verbessert.
#771
Da die EU hier nur begrenzte Möglichkeiten hat, müssen dazu unterschiedliche Instrumente genutzt werden – anstatt wie bisher Politiken gegeneinander auszuspielen.
#772
Zentraler Baustein ist für uns GRÜNE dabei der Reformvertrag, der die sozialen Rechte und die Daseinsvorsorge stärkt und soziale Grundrechte in der hat, wie es das Europäische Behindertenforum fordert.
#773
CDU/CSU und FDP nutzen hingegen das Europaparlament, die Kommission und den Ministerrat dazu, soziale Rechte und die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern auszuhöhlen – zum Beispiel über ihre radikale Interpretation der sogenannten Dienstleistungsfreiheit.
#774
Die jüngeren Urteile des Europäischen Gerichtshofes zum Verhältnis der Dienstleistungsfreiheit und den sozialen Grundrechten, wie Streikrecht, nationale arbeitsrechtliche Standards und Tarifverträge, haben gezeigt, dass dieses Verhältnis dringend auf europäischer Ebene gesetzlich klargestellt werden muss.
#775
Dafür brauchen wir den Vertrag von Lissabon und eine Änderung der Entsenderichtlinie, damit diese soziale Standards schützt.
#776
Die Dienstleistungsfreiheit darf nicht dazu missbraucht werden, soziale Rechte oder arbeitsrechtliche Standards zu unterlaufen.
#777
Wir GRÜNE haben daher bereits in der Vergangenheit im Europäischen Parlament erfolgreich Druck gemacht, dass arbeitsrechtliche Bestimmungen, die einem solchen Schutz zuwiderlaufen, aus der Dienstleistungsrichtlinie genommen wurden.
#778
Die Bekämpfung von Armut und die Förderung der sozialen Eingliederung ist ein wesentliches Ziel der Sozialpolitik der EU.


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