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vom 02.03.2026 PDF
#593
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Die EU muss auf internationaler Ebene einen aktiven Beitrag zur ökologischen Gerechtigkeit leisten, indem Entwicklungsländer in die Lage versetzt werden, ihre Ressourcen zu schonen und ihre Wirtschaft zu entwickeln.
#594Denn so, wie viele Umweltprobleme nicht mehr national sondern nur noch europäisch zu bewältigen sind, kann auch die EU nicht alles alleine lösen.
#595Effektiver Umweltschutz hat immer eine globale Perspektive: Ob es um heimlich verkappten Giftmüll in den Ozeanen geht, der über den Fisch wieder auf unserem Speiseteller landet oder darum, dass Europas ausgedienter Wohlstands-Elektroschrott in den Küstenstaaten Asiens oder Afrikas entsorgt wird und dort Menschen krank macht.
#596Die gerechte und nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt ist geboten, um einen notwendigen Beitrag zur Armutsbekämpfung zu leisten.
#597Wir GRÜNEN kämpfen gegen Patente auf Leben.
#598Ursprungsländer und insbesondere indigene Völker dürfen den Zugang zu und die Rechte über ihre natürlichen Lebensgrundlagen nicht verlieren.
#599Der EU fällt dabei eine besondere Verantwortung zu, denn die EU kann in internationale Verhandlungen viel Gewicht einbringen.
#600Dazu gehört für uns eine bessere Kohärenz der Agrarförderung mit den internationalen Abkommen wie dem »Menschenrecht auf Nahrung«, den Millenniumsentwicklungszielen, den Klimaschutzzielen, dem Kyoto-Protokoll, den Biodiversitätsabkommen und den Abkommen der Welthandelsor- BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 60 ganisation.
#601Nicht handelsbezogene Aspekte wie Umweltschutz und soziale Standards müssen im Rahmen der Schaffung eines qualifizierten Marktzugangs Einzug in die WTO-Verhandlungen halten.
#602Fischerei-Abkommen mit Drittstaaten stehen wir ablehnend gegenüber.
#603Denn es kann nicht sein, dass diese Abkommen wie bisher vor allem die Überkapazitäten der EU-Fangflotten quersubventionieren und gleichzeitig die Fanggründe der örtlichen Fischerinnen und Fischer durch industrialisierte europäische Fischereiflotten leergefischt werden.
#604Recht auf Nahrung umsetzen Wir wollen die europäische Landwirtschaft nicht nur ökologisch, sondern auch sozial gerecht gestalten.
#605Als ersten Schritt fordern wir die Abschaffung aller Exportsubventionen, unabhängig vom Fortgang der WTO-Verhandlungen.
#606Für uns ist dieser Umbau vor allem auch eine moralische Verpflichtung, denn weltweit hungern mehr als 960 Millionen Menschen.
#607Die Umsetzung der Millenniumserklärung muss zu einer Grundlage internationaler Politik werden.
#608Danach muss die Zahl der hungernden Menschen bis zum Jahr 2015 halbiert werden.
#609Die Nutzung pflanzlicher Rohstoffe für die Kraftstofferzeugung darf unter keinen Umständen zu Lasten der Nahrungsmittelsicherheit gehen.
#610Zudem muss durch entsprechende Ernährungsaufklärung und eine Umstrukturierung der Agrarpolitik ein besseres Gleichgewicht zwischen pflanzlichen und tierischen Erzeugnissen in unserer Nahrung erreicht werden.
#611Denn zur Zeit werden auf rund einem Drittel der weltweit genutzten Agrarflächen Futtermittel für die Massentierhaltung angebaut.
#612Verantwortung tragen vor allem Europa und die USA.
#613Sie haben ihre eigene Viehhaltung subventioniert und die Entwicklungsländer jahrelang gedrängt, Futtermittel für den Export statt Lebensmittel für den eigenen Bedarf zu produzieren.
#614Wir fordern deshalb, dass die internationale Entwicklungszusammenarbeit in Zukunft vor allem die kleinbäuerliche Land- BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 61 wirtschaft und die Eigenversorgung im Süden stärkt.
#615Zusätzlich dürfen Spekulationsgewinne die Preissteigerungen nicht länger anheizen.
#616Diesen menschenverachtenden Geschäften muss endlich ein Riegel vorgeschoben werden.
#617Unsere Maxime für einen nachhaltigen Konsum heißt aber auch, mit weniger Fleisch- und Milchprodukten auszukommen – und auf regionale wie saisonale Produktion zu achten.
#618BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 62 Der grüne Weg für Schutz, Transparenz und Rechte Europa ist auch eine Gemeinschaft der Verbraucherinnen und Verbraucher.
#619Tag für Tag greift die europäische Politik in den Konsumentenalltag ein.
#620In den politischen Entscheidungsprozessen spielen Verbraucherinteressen jedoch nur selten eine spürbare Rolle.
#621Wir wollen Europas Verbraucherinnen und Verbraucher stärken und den gemeinsamen Marktplatz mit einer mutigen Verbraucherpolitik voranbringen.
#622Sicherer, ökologischer und fairer sollen Produkte, Dienstleistungen und Handelswege mit uns GRÜNEN in Europa werden.
#623Ziel grüner europäischer Verbraucherpolitik sind selbstbestimmte und gut informierte Verbraucherinnen und Verbraucher, die sich im europäischen Binnenmarkt souverän bewegen und verantwortungsbewusste Konsumentscheidungen treffen können.
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