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vom 01.03.2026 PDF
#406
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Das gefährdet die Welternährung und den Erhalt der biologischen Vielfalt.
#407Denn neben der Nachfrage nach Treibstoffen wächst auch die Nachfrage nach Futtermitteln und Nahrungsmitteln.
#408Gerade in den Schwellenländern entsteht eine gefährliche Konkurrenz um Land und Wasser.
#409Tropische Wälder werden abgeholzt und Savannen beackert, mit zum Teil irreversiblen Schäden und gewaltigen zusätzlichen Freisetzungen von Treibhausgasen.
#410Um den Energiehunger der Reichen zu befriedigen gehen internationale Energiekonzerne oft skrupellos gegen die einheimische Bevölkerung vor.
#411Millionen Menschen laufen Gefahr, von ihrem Land vertrieben zu werden und damit Einkommen und Lebensgrundlage zu verlieren.
#412Für uns ist der Grundsatz »Nahrungsmittel zuerst« (Food first) oberstes Gebot.
#413Der Pflanzentreibstoff-Boom darf nicht die globale Ernährungssicherheit gefährden und den Hunger in der Welt verstärken.
#414Wir wollen unterstützend nur diejenigen Energieunternehmen fördern, die in ökologisch und sozial tragfähige und dezentrale Energieerzeugungssysteme investieren.
#415Es bringt nichts, den überhöhten Konsum von Mineralöl im Verkehr und in der Agrarindustrie durch Kraftstoff aus biogenen Rohstoffen zu ersetzen oder zu ergänzen.
#416Nur eine Strategie, die auf Effizienz, Einsparung und nachhaltige Nutzung nachwachsender Rohstoffe setzt, kann zum Erfolg führen.
#417Nachhaltige Standards bei der Biomasseproduktion Wir wollen klare ökologische und soziale Standards für die Erzeugung pflanzlicher Rohstoffe.
#418Die Vorgaben der EU-Richtlinie BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 45 für Erneuerbare Energien müssen in entsprechende nationale Nachhaltigkeitsverordnungen umgesetzt werden.
#419Wir brauchen dringend eine international anerkannte Folgenabschätzung und Zertifizierung für den Pflanzenanbau im Hinblick auf die globale Ernährungssicherung, den Erhalt der biologischen Vielfalt, insbesondere der ökologisch sensiblen Regionen und der Urwälder.
#420Werden die Kriterien der Zertifizierung und der Nachhaltigkeitsverordnung nicht erfüllt, darf es nicht zu Produktion oder Import kommen.
#421In diesem Zusammenhang soll die EU eine energische Initiative zur Verankerung von Nachhaltigkeits- und Vorsorgeprinzipien in den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) ergreifen.
#422Neben anspruchsvollen Standards bei der Bioenergie-Erzeugung wollen wir drohende Zielkonflikte auch durch ergänzende Maßnahmen entschärfen.
#423So setzen wir uns für neue, innovative Finanzierungsinstrumente zur Stärkung des Urwaldschutzes und für eine Stärkung des europäischen Naturschutzrechts ein.
#424Durch die Ausweitung der öffentlichen Entwicklungshilfe auf mindestens 0,7 Prozent des Bruttoinlandprodukts wollen wir unseren Beitrag zur Bekämpfung des Hungerproblems leisten.
#425Abfälle nutzen statt Regenwälder zu zerstören Wir wollen keine Konkurrenz zwischen Nahrungs- und Energieproduktion: Essen auf dem Teller hat Vorrang vor Sprit im Tank.
#426Die landwirtschaftliche Produktion darf nicht zur Zerstörung der Regenwälder und dem Verlust der Artenvielfalt führen.
#427Weil die Flächen, die zum nachhaltigen Anbau von Bioenergien zur Verfügung stehen, begrenzt sind, spielt Effizienz bei der Erzeugung und Nutzung eine entscheidende Rolle.
#428Wir setzen deshalb verstärkt auf Ganzpflanzennutzung, Kaskadennutzung sowie die Erzeugung von Biogas statt weniger effizienter Flüssigtreibstoffe.
#429Wir wollen vorrangig das energetische Potenzial nutzen, das Reststoffe und Abfälle etwa aus der Ernährungs- und Landwirtschaft bieten, sowie die Energiegewinnung aus Kläranlagen, Deponien und Grubengas.
#430BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 46 BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 47 Schutz und nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt Wir wollen durch den Erhalt der biologischen Vielfalt einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten.
#431Lebensräume wie Wälder oder Moore binden große Mengen an CO2 und regulieren so unser Klima auf natürliche Weise.
#432Die Zerstörung dieser wertvollen Ökosysteme – wie die weltweiten Urwälder – trägt zu etwa 25 Prozent zu den von Menschen produzierten Treibhausgasen bei.
#433Es ist daher konsequent, den Schutz von Wäldern in die internationalen Klimaverhandlungen einzubeziehen.
#434Zudem belegen der Stern-Report (2006) und der von der britischen Regierung erst kürzlich vorgelegte Elisch-Review »Climate Change: Financing Global Forests« (2008), dass die drastische Drosselung der weltweiten Entwaldung einer der kostengünstigsten Wege ist, zum Klimaschutz beizutragen.
#435Schutz, Wiederherstellung, Management und Erweiterung von natürlichen CO2-Speichern und -Senken, insbesondere von Wäldern und Mooren, sind daher hinsichtlich ihrer quantitativen Bedeutung für die globale Treibhausgasbilanz zentrale Instrumente für den Klimaschutz.
#436Der Import von Tropenhölzern muss untersagt werden, wenn die Herkunft nicht verlässlich nachgewiesen werden kann.
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