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vom 01.03.2026 PDF
#393
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BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 43 Das Auto der Zukunft fährt grün.
#394Wir sehen in der Elektromobilität mit Ökostrom den Weg zu einer klimafreundlichen Nullemissionsmobilität von Autos, Bussen und Bahnen.
#395Wir wollen insbesondere die Markteinführung von »green cars« befördern: Unser Ziel sind mindestens zwei Millionen Elektroautos bis 2020.
#396Dies brächte einen Innovationsschub im Autobau, der sich wirtschaftlich lohnt und der in den Geldbeuteln der Bürgerinnen und Bürger durch sinkenden Spritverbrauch spürbar wäre.
#397Außerdem fordern wir aus Klima- und Verkehrssicherheitsgründen europaweit die Absenkung der zulässigen Geschwindigkeiten – maximal Tempo 120 auf Autobahnen, maximal Tempo 80 auf zweispurigen Landstraßen und in der Regel Tempo 30 in Innenstädten und Wohngebieten – zumal dies etwa neun Prozent CO2-Einsparung mit sich bringen würde.
#398Lärm aktiv bekämpfen Lärm macht krank.
#399Deshalb wollen wir der zunehmenden Lärmbelästigung infolge des steigenden Verkehrsaufkommens durch aktive Lärmschutzmaßnahmen begegnen.
#400Wir benötigen schärfere europäische Lärmgrenzwerte für Flugzeuge, Kraftfahrzeuge, Schienfahrzeuge sowie Straßen und Schienenwege damit Lärm gar nicht erst entsteht.
#401Die EU-Umgebungslärm- Richtlinie muss endlich durch verbindliche und überprüfbare Maßnahmen umgesetzt werden.
#402Wir fordern europaweit einheitliche und sanktionsbewehrte Schallimmissionsgrenzwerte an Flughäfen ebenso wie scharfe europaweite Regelungen für Nachtflugverbote.
#403Nachwachsende Rohstoffe nur verantwortungsvoll nutzen Wir wollen nachwachsende Rohstoffe als eine wichtige Ressource für die Energiegewinnung und für den Ersatz von Erdöl in der Chemischen Industrie fördern.
#404Die Nutzung von nachhaltig angebauter Biomasse ist eine Chance, Klimaschutz und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 44 Energiesicherheit zu verbinden mit neuen Impulsen für eine umwelt- und sozialverträgliche ländliche Entwicklung bei uns und in den Ländern des Südens und zur Armutsbekämpfung.
#405Aber wir wollen auch die Schattenseiten dieser energetischen Nutzung berücksichtigen: Ein ständig steigender Anteil der globalen Agrarinvestitionen und Ackerflächen wird mittlerweile zur Erzeugung von Treibstoffen verwendet.
#406Das gefährdet die Welternährung und den Erhalt der biologischen Vielfalt.
#407Denn neben der Nachfrage nach Treibstoffen wächst auch die Nachfrage nach Futtermitteln und Nahrungsmitteln.
#408Gerade in den Schwellenländern entsteht eine gefährliche Konkurrenz um Land und Wasser.
#409Tropische Wälder werden abgeholzt und Savannen beackert, mit zum Teil irreversiblen Schäden und gewaltigen zusätzlichen Freisetzungen von Treibhausgasen.
#410Um den Energiehunger der Reichen zu befriedigen gehen internationale Energiekonzerne oft skrupellos gegen die einheimische Bevölkerung vor.
#411Millionen Menschen laufen Gefahr, von ihrem Land vertrieben zu werden und damit Einkommen und Lebensgrundlage zu verlieren.
#412Für uns ist der Grundsatz »Nahrungsmittel zuerst« (Food first) oberstes Gebot.
#413Der Pflanzentreibstoff-Boom darf nicht die globale Ernährungssicherheit gefährden und den Hunger in der Welt verstärken.
#414Wir wollen unterstützend nur diejenigen Energieunternehmen fördern, die in ökologisch und sozial tragfähige und dezentrale Energieerzeugungssysteme investieren.
#415Es bringt nichts, den überhöhten Konsum von Mineralöl im Verkehr und in der Agrarindustrie durch Kraftstoff aus biogenen Rohstoffen zu ersetzen oder zu ergänzen.
#416Nur eine Strategie, die auf Effizienz, Einsparung und nachhaltige Nutzung nachwachsender Rohstoffe setzt, kann zum Erfolg führen.
#417Nachhaltige Standards bei der Biomasseproduktion Wir wollen klare ökologische und soziale Standards für die Erzeugung pflanzlicher Rohstoffe.
#418Die Vorgaben der EU-Richtlinie BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 45 für Erneuerbare Energien müssen in entsprechende nationale Nachhaltigkeitsverordnungen umgesetzt werden.
#419Wir brauchen dringend eine international anerkannte Folgenabschätzung und Zertifizierung für den Pflanzenanbau im Hinblick auf die globale Ernährungssicherung, den Erhalt der biologischen Vielfalt, insbesondere der ökologisch sensiblen Regionen und der Urwälder.
#420Werden die Kriterien der Zertifizierung und der Nachhaltigkeitsverordnung nicht erfüllt, darf es nicht zu Produktion oder Import kommen.
#421In diesem Zusammenhang soll die EU eine energische Initiative zur Verankerung von Nachhaltigkeits- und Vorsorgeprinzipien in den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) ergreifen.
#422Neben anspruchsvollen Standards bei der Bioenergie-Erzeugung wollen wir drohende Zielkonflikte auch durch ergänzende Maßnahmen entschärfen.
#423So setzen wir uns für neue, innovative Finanzierungsinstrumente zur Stärkung des Urwaldschutzes und für eine Stärkung des europäischen Naturschutzrechts ein.
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