Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

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vom 01.03.2026 PDF
#362
Zukunftsfähige Stromversorgung: dezentral und europaweit vernetzt Wir wollen für die Energieversorgung der Zukunft eine zukunftsfähige Infrastruktur: Strom aus Erneuerbaren Energien wird vorrangig dezentral und teilweise mit zeitlichen Schwankungen erzeugt.
#363
Wenn sinnvoll möglich, sollte der Strom deshalb lokal genutzt und andernfalls möglichst effizient übertragen werden.
#364
Darum wollen wir ein intelligentes Stromnetz, das die dezentralen erneuerbaren Energiequellen optimal verknüpft.
#365
Mit einem ergänzenden leistungsfähigen Hochspannungs- Gleichstromübertragungsnetz (HGÜ) kann der Strom nahezu verlustfrei über weite Strecken transportiert werden, etwa von Skandinavien oder Nordafrika nach Deutschland.
#366
Wir werden uns für ein gemeinsames und koordiniertes Vorgehen zum Aufbau eines HGÜ-Netzes in Europa stark machen.
#367
Energieaußenpolitik neu ausrichten Wir wollen einen gerechten Zugang aller Menschen zu Energie ermöglichen.
#368
Dazu braucht es eine weitsichtige europäische Energieaußenpolitik, die Energiequellen und -routen diversifiziert und auf internationale Zusammenarbeit setzt.
#369
Den Weg der militärischen Absicherung der Energieversorgung, wie sie im Weißbuch der EU gefordert wird, lehnen wir entschieden ab.
#370
Versorgungssicherheit erreichen wir am besten durch die Förderung Erneuerbarer Energien und die Steigerung der Energieeffizienz innerhalb der EU und darüber hinaus sowie multi- BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 41 laterale und regionale Kooperation.
#371
Zur Förderung der zukünftigen Energieversorgungssicherheit in ganz Europa fordern wir darüber hinaus die Schaffung einer gemeinsamen Europäischen Öl- und Gasreserve (»Poolbildung«), in die die Mitgliedstaaten je nach Leistungsfähigkeit Teile ihrer Energiereserven einbringen.
#372
Die bisher zersplitterte Zuständigkeit für die Energiepolitik innerhalb und außerhalb der Europäischen Union wollen wir beenden und in einer Zuständigkeit in der Europäischen Kommission zusammenführen.
#373
Eine Internationale Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) soll zusätzlich Industrie- und Entwicklungsländer beim Ausbau von Erneuerbaren Energien beraten und unterstützen.
#374
Mobilität braucht neue Wege, nicht neue Straßen Die GRÜNEN-Strategie für umweltfreundlichen Verkehr baut auf Verkehrsvermeidung, Verkehrsverlagerung und einer nachhaltigen Mobilitätsgestaltung.
#375
Wir wollen Mobilität zukunftsfähig machen, indem sie klima- und umweltfreundlich, bezahlbar, bequem und intelligent vernetzt wird.
#376
Dafür setzen wir auf eine neue Kultur der Mobilität, die umweltfreundlichen Verkehrsmitteln und ihrer Verknüpfung Vorfahrt gewährt.
#377
Leistungsfähige öffentliche Verkehrsmittel müssen das Rückgrat eines umweltverträglichen Mobilitätssystems werden, dazu gehören nationale Radverkehrspläne genauso wie car-sharing-Modelle und saubere Autos der Zukunft.
#378
Aus ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Gründen müssen wir Rad- und Fußverkehr in unseren Städten mehr Sicherheit und Platz einräumen.
#379
Leitbild ist dabei die europäische Stadt der kurzen Wege.
#380
Ein flächendeckendes Bahnnetz, das die Menschen auch in ländlichen Regionen mobil hält und große Anteile des Güterverkehrs übernimmt, muss Alternativen zu überlasteten Straßen und wachsendem Flugverkehr bieten.
#381
Wir wollen einen leistungsfähigen und qualitativ verbesserten Öffentlichen Personennahverkehr, zu dem alle Zugang haben können, und europäische Schienennetze, die wesentlich mehr Güter und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 42 Personen transportieren können als bislang.
#382
Eine solche zukunftsfähige und klimaverträgliche Mobilität kann am Besten den unterschiedlichsten Mobilitätsbedürfnissen von Frauen und Männern Rechnung tragen.
#383
Beim Ausbau der Transeuropäischen Netze muss Vorfahrt für die Schiene gelten.
#384
Dringend erforderlich ist die Beendigung der Preisverzerrung von Luft-, Schienen, Straßen- und Schifffahrtsverkehr.
#385
Dazu gehört eine europaweite LKW-Maut mit Mindestsätzen, die alle ökologischen und sozialen Kosten in den Transportpreis einrechnet, die Einbeziehung des gesamten Flug- und Schiffsverkehrs in den Emissionshandel und eine europaweite Kerosinbesteuerung verbunden mit der Abschaffung aller Steuerprivilegien im Flugverkehr.
#386
Die Schifffahrt wollen wir dort fördern, wo sie wirtschaftlich Sinn macht und auch ökologisch zu verantworten ist, insbesondere im Küstenbereich.
#387
berdimensionierte Wasserautobahnen und die damit verbundene Zerstörung von natürlichen Flusslandschaften wie im Falle der Elbe oder der Donau lehnen wir ab.
#388
CO2-Ausstoß im Autoverkehr senken Wir wollen eine Abkehr vom Primat des Straßenverkehrs, der schon heute 18 Prozent des CO2 produziert.
#389
Trotzdem haben SPD, CDU/CSU und FDP gemeinsam mit der deutschen Autolobby in Brüssel erfolgreich gegen die dringend notwendigen strengeren CO2-Abgaswerte bei Neufahrzeugen angekämpft.
#390
Dies wird der europäischen Automobilindustrie international einen Wettbewerbsnachteil bringen und gefährdet Arbeitsplätze.
#391
Gerade angesichts explodierender Energiepreise wird die Nachfrage nach effizienten Fahrzeugen steigen.
#392
Wir GRÜNE fordern daher, dass es zu einer Verschärfung des CO2-Grenzwerts für 2020 auf 80 g/km ohne Schlupflöcher kommt und schon 2010 ein ambitionierter Folgegrenzwert für 2030 festgelegt wird, mit dem die langfristigen Klimaschutzziele der EU auch im Straßenverkehr erfüllt werden können.


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