Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

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vom 02.03.2026 PDF
#350
Mehr regulierten Wettbewerb auf dem Energiemarkt schaffen Wir wollen mehr Wettbewerb bei der Energieerzeugung und eine möglichst dezentrale Energieproduktion und -versorgung.
#351
In Deutschland beherrscht das Energie-Oligopol aus RWE, EnBW, E.
#352
On und Vattenfall 90 Prozent der Stromerzeugung und das gesamte Netz.
#353
Obwohl E.
#354
On und Vattenfall bereits den Verkauf ihrer Netze auf den Weg bringen, hat der deutsche Wirtschaftminister in Brüssel erbitterten Widerstand gegen die eigentumsrechtliche Trennung von Übertragungsnetz und Stromerzeugung (Ownership Unbundling) geleistet.
#355
Der so durchgesetzte deutsche Sonderweg im Energiesektor ist wettbewerbspolitisch völlig falsch.
#356
Wir wollen eine strikte Trennung von Stromerzeugung und Betrieb der Übertragungsnetze.
#357
Nur ein von den Energiekonzernen unabhängiges Übertragungsnetz mit starker öffentlicher Regulierung sorgt dafür, dass ein fairer Wettbewerb auf dem Energiemarkt erreicht wird und neue klimafreundliche Energieerzeuger zu fairen Bedingungen angeschlossen werden.
#358
Dazu wollen wir eine Deutsche Netzgesellschaft mit mehrheitlicher öffentlicher Beteiligung.
#359
Eine konsequente Wettbewerbspolitik und Regulierung auf den Energiemärkten ist eine wichtige Voraussetzung für eine ökologische Wende bei der Stromerzeugung und eine verbraucherfreundliche Entwicklung auf dem Strom- und Gasmarkt.
#360
Wir brauchen eine europäische Regulierung der Stromnetze, die faire Marktchancen für alle garantiert und dem öffentlichen Interesse in dieser wichtigen Infrastrukturfrage das erforder- BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 40 liche Gewicht verleiht.
#361
Um eine konsequente Wettbewerbspolitik auf den Energiemärkten durchzusetzen, brauchen wir eine Europäische Kommission, die vor dem Druck der Lobbyisten und einzelner Mitgliedstaaten nicht zurückweicht – und starke GRÜNE im Europaparlament, die die Kommission wettbewerbspolitisch vorantreiben.
#362
Zukunftsfähige Stromversorgung: dezentral und europaweit vernetzt Wir wollen für die Energieversorgung der Zukunft eine zukunftsfähige Infrastruktur: Strom aus Erneuerbaren Energien wird vorrangig dezentral und teilweise mit zeitlichen Schwankungen erzeugt.
#363
Wenn sinnvoll möglich, sollte der Strom deshalb lokal genutzt und andernfalls möglichst effizient übertragen werden.
#364
Darum wollen wir ein intelligentes Stromnetz, das die dezentralen erneuerbaren Energiequellen optimal verknüpft.
#365
Mit einem ergänzenden leistungsfähigen Hochspannungs- Gleichstromübertragungsnetz (HGÜ) kann der Strom nahezu verlustfrei über weite Strecken transportiert werden, etwa von Skandinavien oder Nordafrika nach Deutschland.
#366
Wir werden uns für ein gemeinsames und koordiniertes Vorgehen zum Aufbau eines HGÜ-Netzes in Europa stark machen.
#367
Energieaußenpolitik neu ausrichten Wir wollen einen gerechten Zugang aller Menschen zu Energie ermöglichen.
#368
Dazu braucht es eine weitsichtige europäische Energieaußenpolitik, die Energiequellen und -routen diversifiziert und auf internationale Zusammenarbeit setzt.
#369
Den Weg der militärischen Absicherung der Energieversorgung, wie sie im Weißbuch der EU gefordert wird, lehnen wir entschieden ab.
#370
Versorgungssicherheit erreichen wir am besten durch die Förderung Erneuerbarer Energien und die Steigerung der Energieeffizienz innerhalb der EU und darüber hinaus sowie multi- BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 41 laterale und regionale Kooperation.
#371
Zur Förderung der zukünftigen Energieversorgungssicherheit in ganz Europa fordern wir darüber hinaus die Schaffung einer gemeinsamen Europäischen Öl- und Gasreserve (»Poolbildung«), in die die Mitgliedstaaten je nach Leistungsfähigkeit Teile ihrer Energiereserven einbringen.
#372
Die bisher zersplitterte Zuständigkeit für die Energiepolitik innerhalb und außerhalb der Europäischen Union wollen wir beenden und in einer Zuständigkeit in der Europäischen Kommission zusammenführen.
#373
Eine Internationale Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) soll zusätzlich Industrie- und Entwicklungsländer beim Ausbau von Erneuerbaren Energien beraten und unterstützen.
#374
Mobilität braucht neue Wege, nicht neue Straßen Die GRÜNEN-Strategie für umweltfreundlichen Verkehr baut auf Verkehrsvermeidung, Verkehrsverlagerung und einer nachhaltigen Mobilitätsgestaltung.
#375
Wir wollen Mobilität zukunftsfähig machen, indem sie klima- und umweltfreundlich, bezahlbar, bequem und intelligent vernetzt wird.
#376
Dafür setzen wir auf eine neue Kultur der Mobilität, die umweltfreundlichen Verkehrsmitteln und ihrer Verknüpfung Vorfahrt gewährt.
#377
Leistungsfähige öffentliche Verkehrsmittel müssen das Rückgrat eines umweltverträglichen Mobilitätssystems werden, dazu gehören nationale Radverkehrspläne genauso wie car-sharing-Modelle und saubere Autos der Zukunft.
#378
Aus ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Gründen müssen wir Rad- und Fußverkehr in unseren Städten mehr Sicherheit und Platz einräumen.
#379
Leitbild ist dabei die europäische Stadt der kurzen Wege.
#380
Ein flächendeckendes Bahnnetz, das die Menschen auch in ländlichen Regionen mobil hält und große Anteile des Güterverkehrs übernimmt, muss Alternativen zu überlasteten Straßen und wachsendem Flugverkehr bieten.


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