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vom 02.03.2026 PDF
#13
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Die EU ist ein Friedensprojekt.
#14Dank des Zusammenwachsens der europäischen Staaten in der EU ist Deutschland von Freunden umgeben.
#15So ist die jahrhundertlange Ära von Kriegen zwischen Nachbarn überwunden worden.
#16Die Anziehungskraft der EU hat entscheidend mitgeholfen, dass der Transformationsprozess der mittel- und osteuropäischen Staaten nach dem Fall der Mauer friedlich verlaufen ist.
#17Die deutsch-französische Freundschaft ist durch die alltägliche Zusammenarbeit in der EU gewachsen.
#18Mit Polens Beitritt zur EU ist auch die deutsch-polnische Freundschaft in eine neue Phase eingetreten.
#19Und die Wiedervereinigung Deutschlands wäre ohne eine feste Einbindung in die EU für unsere Nachbarn nicht akzeptabel gewesen.
#20Zugleich hat die Kritik an der Europäischen Union zugenommen.
#21Nicht wenige derer, die heute kritisch von Europas Selbstverständnis und Politik sprechen, waren vor fünf Jahren deutlich positiver gestimmt.
#22Damals erlebten wir durch die Erweiterung der EU um zehn neue Mitgliedstaaten vor allem aus Mittel- und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 15 Osteuropa mit viel Sympathie und Optimismus die historische Überwindung der Spaltung Europas seit dem Zweiten Weltkrieg.
#23Doch seither hat die EU leider an Ausstrahlung verloren.
#24Noch immer ist sie eher eine Wirtschaftsgemeinschaft als eine Gemeinschaft von Bürgerinnen und Bürgern.
#25Zu viele Regeln und Entscheidungen der EU setzen einseitig auf wirtschaftliche Interessen und verlieren das soziale Europa aus den Augen.
#26Dies wurde zum Beispiel an der Bolkestein-Politik zur Dienstleistungsfreiheit und jüngsten Urteilen des Europäischen Gerichtshofes zu entsandten Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen und Tarifverträgen oder an der Einmischungen der EU in die kommunale Daseinsvorsorge und Sparkassen deutlich.
#27Die Realität der europäischen Asyl- und Flüchtlingspolitik wird menschenrechtlichen Standards oft nicht gerecht.
#28Mit der Vorratsdatenspeicherung wurden Datenschutz und Bürgerrechte eingeschränkt.
#29Hinzu kommt, dass die Regierungen der Mitgliedstaaten, die im Ministerrat die entscheidenden Weichen stellen, Erfolge der europäischen Politik gerne als ihre eigenen darstellen.
#30Fehlentwicklungen jedoch schieben sie auf »Brüssel« und kritisieren die Politik, die sie eben noch mitbeschlossen haben.
#31Doppelzüngigkeit darf nicht die Amtssprache der Europäischen Union werden.
#32Europa kann mehr.
#33Vieles ist zusammen gekommen an Kritik gegenüber der Politik der EU.
#34Dies hat unter anderem auch zur Ablehnung des Verfassungsvertrages in Frankreich und den Niederlanden sowie zum irischen Nein zum Lissabon-Vertrag beigetragen.
#35Wir GRÜNE teilen nicht wenig von dieser Kritik.
#36Aber noch mehr sind wir überzeugt, dass die EU für uns Deutsche und für Europa unverzichtbar ist.
#37Wer findet, dass in Deutschland auf Bundesebene vieles falsch läuft, wird deswegen nicht die Bundesrepublik ablehnen, sondern für andere Politik kämpfen.
#38hnlich sehen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 16 wir GRÜNE das mit der EU.
#39Wir wollen in vielen Bereichen eine andere Politik in der EU, eine grünere, das heißt ökologischere, sozialere, bürgerrechtlich oder friedenspolitisch konsequentere.
#40Nichts davon ist durch einen Rückzug von der EU ins Nationale zu gewinnen.
#41Keine der großen grünen Visionen ist für unser Land ohne die bessere Zusammenarbeit in der EU zu verwirklichen.
#42Die Frage ist daher nicht ob EU, sondern wie.
#43Wir werben für einen Politikwechsel in Europa.
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