Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

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vom 01.03.2026 PDF
#1807
Dafür brauchen wir viel mehr Personal als bisher für zivile Aufgaben und die Einrichtung ziviler Friedensdienste in Krisenregionen.
#1808
Dies wollen wir unter anderem dadurch erreichen, dass die Verwaltungen der Mitgliedstaaten eine bestimmte Quote an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für diese auswärtigen Operationen der EU vorsehen.
#1809
Deutschland muss konsequent zur Hälfte Frauen in EU-Missionen entsenden, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen sowohl vor als auch während ihres Einsatzes gender-spezifische Trainings erhalten.
#1810
Darüber hinaus sollen zivilgesellschaftliche Organisationen stärker in die zivile Krisenprävention und Konfliktlösung eingebunden werden.
#1811
Sie verfügen oft über eine hohe Kompetenz im Bereich der zivilen Krisenarbeit sowie eine breite Präsenz vor Ort.
#1812
Dazu wollen wir die im Juni 2006 unter grünem Druck gestartete »Peacebuilding Partnership« weiter stärken, in der bereits heute europäische Nichtregierungsorganisationen aus der Friedensarbeit zusammengeschlossen sind.
#1813
Die Friedensagentur soll auch die Konversion von militärischen hin zu zivilen Strukturen der Gesellschaft in Postkonfliktsituationen unterstützen und damit einen Beitrag zu Demilitarisierung und Frieden in diesen Ländern leisten.
#1814
Europäischen Zivilen Friedensdienst schaffen Wir wollen einen Europäischen Zivilen Friedensdienst schaffen.
#1815
Als Freiwilligendienst soll er Menschen jeden Alters die Möglichkeit geben, sich im Bereich der zivilen Konfliktbearbeitung, Friedensförderung und Krisenprävention zu engagieren.
#1816
Ein ziviler Friedensdienst würde einen wichtigen Beitrag zur Friedensentwicklung »von unten« liefern.
#1817
Durch Intervention auf zivilgesellschaftlicher Ebene kann er dazu beitragen, dort Dialog sowie lokale und regionale Friedens- und Versöhnungspotenziale aufzubauen, zu unterstützen und zu vernetzen.
#1818
Frauenrechte stärken Wir wollen Frauen in der Friedens- und Sicherheitspolitik stärken.
#1819
Generell müssen alle Missionen der EU konsequent die Stärkung von Frauenrechten und die Verhinderung von Gewalt an Frauen zum Ziel haben und zur Umsetzung der UN-Sicherheitsratsresolutionen 1325 und 1820 beitragen.
#1820
Diese Resolutionen verpflichten alle Mitgliedstaaten zu einer angemessenen Teilhabe von Frauen und zur Berücksichtigung der Geschlechterverhältnisse auf allen Ebenen und in allen Entscheidungen in der Friedens- und Sicherheitspolitik.
#1821
Klare Mandate, Ressourcen, Überprüfungs- und Rechenschaftsmechanismen für deren Umsetzung müssen dafür auf EU-Ebene verankert werden.
#1822
Wesentlich sind die Einrichtung einer europäischen Monitoring- Stelle zur Umsetzung der Resolutionen sowie die systematische Einbindung zivilgesellschaftlicher Gruppen in dieses Vorhaben.
#1823
Die gemeinsame Kommissions- und Ratsstrategie zur Umsetzung dieser Resolutionen muss Beispiel sein für Deutschland: Hier brauchen wir endlich einen nationalen Aktionsplan.
#1824
EU-Außeninstrumente besser aufeinander abstimmen Wir wollen die zahlreichen außenpolitischen Instrumente der EU besser aufeinander abstimmen: von der Entwicklungshilfe, über Polizeimissionen und Krisenprävention im Rahmen des Stabilitätsinstruments bis zur Handelspolitik.
#1825
Ein gemeinsamer europäischer Auswärtiger Dienst gibt einmalig die Chance, von Anfang an Strukturen so aufzubauen, dass Entwicklungszusammenarbeit, Krisenprävention, interkultureller Dialog und traditionelle Außenpolitik effektiv verzahnt werden.
#1826
Wir GRÜNE werden uns dafür einsetzen, dass diese Chance genutzt wird.
#1827
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 166 BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 167 Priorität für eine europäische Außen- und Sicherheitspolitik – Wertschätzung transatlantischer Gemeinschaft Wir wollen in der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik eine klare Priorität für Krisenprävention und zivile Konfliktbewältigung setzen.
#1828
Gleichzeitig muss die EU in der Lage sein, in Arbeitsteilung mit der Nordatlantischen Vertragsorganisation (NATO), die Sicherheit Europas auch mit militärischen Mitteln zu gewährleisten.
#1829
Sie muss in der Lage sein, Europa zu stabilisieren und ihren Beitrag für UN-Missionen zur Wahrung von Frieden und Sicherheit zu leisten.
#1830
Wir sagen Ja zur Effektivierung und Harmonisierung der Streitkräfte innerhalb der EU, was einen Beitrag zur Senkung der Verteidigungsausgaben und zur Reduzierung der nationalen Streitkräfte leisten soll.
#1831
Nach dem Ende der Block-Konfrontation muss die NATO ihre Aufgaben neu ausrichten.
#1832
Wir lehnen den Ausbau der NATO zu einer Konkurrenzorganisation der Vereinten Nationen ab.
#1833
Wir sind uns der Problematik hochgerüsteter Bündnisse sehr bewusst.
#1834
Rüstung wird von außen immer auch als potenzielle Bedrohung gesehen und provoziert Gegenrüstung.
#1835
Dennoch bleibt die NATO notwendig, weil es zur Zeit keinen anderen Akteur gibt, der die gemeinsame Sicherheit Europas garantieren kann und der als Staatenbündnis einer Re-Nationalisierung der Sicherheitspolitik entgegenwirkt.
#1836
Die NATO muss dabei in eine multilaterale Sicherheitsarchitektur integriert werden, die auf dem Prinzip gemeinsamer Sicherheit beruht und militärische Einsätze an ein Mandat des UN-Sicherheitsrats bindet.
#1837
Mitentscheidend für die Zukunft der NATO wird sein, dass sich die europäischen NATO-Partner und die USA darin auf Augenhöhe begegnen.


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