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vom 01.03.2026 PDF
#1794
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Die Europäische Union soll keine imperiale Militärmacht werden, die Ressourcen sichert, sondern Zivilmacht bleiben.
#1795Bereits jetzt übernimmt die EU mehr und mehr Rechtsstaatsund polizeiliche Missionen unter UN-Mandat.
#1796Wir begrüßen diese Entwicklung und befürworten den Ausbau dieser Kapazitäten, sofern sie an eine präventive, auf friedliche Konfliktlösung gerichtete Außenpolitik gebunden bleiben.
#1797Eine Stärkung des Europaparlaments in allen Entscheidungen der Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik ist dabei für uns zentral.
#1798Die EU ist besonders gefordert sich in den Nachbarregionen zu engagieren.
#1799Dazu gehört insbesondere sich in den Nahost- Friedensprozess einzubringen, um die Sicherheit Israels sowie die Schaffung eines lebensfähigen und demokratischen palästinensischen Staates zu unterstützen.
#1800Zivile Kräfte stärken – Friedensagentur und Europäisches Ziviles Friedenskorps gründen Wir wollen die Instrumente der europäischen zivilen Krisenprävention, der Konfliktlösung und der Konversion stärken und bündeln.
#1801BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern dafür eine Friedensagentur, die mit ausreichend finanziellen und personellen Mitteln ausgestattet werden muss.
#1802Das wichtigste Ziel dieser Friedensagentur wäre der Aufbau eines von uns GRÜNEN bereits seit langem geforderten Europäischen Zivilen Friedenskorps.
#1803Damit wollen wir in Krisen rechtzeitig und umfassend agieren können, um nicht solange zu warten, bis der Einsatz von Militär die scheinbar einzige mögliche Konfliktlösung darstellt.
#1804Das Friedenskorps soll sicherstellen, dass unter anderem ausreichend PolizistInnen, JuristInnen, StaatsanwältInnen und VerwaltungsspezialistInnen bereitgestellt und gezielt ausgebildet werden können, die den Aufbau rechtsstaatlicher Strukturen unterstützen und die Schaffung von Sicherheit und Justiz garantieren.
#1805Dabei müssen wir auch und gerade die Frauenrechte BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 164 BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 165 und die Gleichberechtigung der Frauen im Blick behalten, und dazu arbeitende NGOs müssen besonders unterstützt werden.
#1806Zusätzlich wollen wir die europäischen Kapazitäten für technische Hilfskräfte ausbauen, die sowohl in Krisenregionen, aber auch in Katastrophengebieten beim Wiederaufbau zum Einsatz kommen können.
#1807Dafür brauchen wir viel mehr Personal als bisher für zivile Aufgaben und die Einrichtung ziviler Friedensdienste in Krisenregionen.
#1808Dies wollen wir unter anderem dadurch erreichen, dass die Verwaltungen der Mitgliedstaaten eine bestimmte Quote an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für diese auswärtigen Operationen der EU vorsehen.
#1809Deutschland muss konsequent zur Hälfte Frauen in EU-Missionen entsenden, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen sowohl vor als auch während ihres Einsatzes gender-spezifische Trainings erhalten.
#1810Darüber hinaus sollen zivilgesellschaftliche Organisationen stärker in die zivile Krisenprävention und Konfliktlösung eingebunden werden.
#1811Sie verfügen oft über eine hohe Kompetenz im Bereich der zivilen Krisenarbeit sowie eine breite Präsenz vor Ort.
#1812Dazu wollen wir die im Juni 2006 unter grünem Druck gestartete »Peacebuilding Partnership« weiter stärken, in der bereits heute europäische Nichtregierungsorganisationen aus der Friedensarbeit zusammengeschlossen sind.
#1813Die Friedensagentur soll auch die Konversion von militärischen hin zu zivilen Strukturen der Gesellschaft in Postkonfliktsituationen unterstützen und damit einen Beitrag zu Demilitarisierung und Frieden in diesen Ländern leisten.
#1814Europäischen Zivilen Friedensdienst schaffen Wir wollen einen Europäischen Zivilen Friedensdienst schaffen.
#1815Als Freiwilligendienst soll er Menschen jeden Alters die Möglichkeit geben, sich im Bereich der zivilen Konfliktbearbeitung, Friedensförderung und Krisenprävention zu engagieren.
#1816Ein ziviler Friedensdienst würde einen wichtigen Beitrag zur Friedensentwicklung »von unten« liefern.
#1817Durch Intervention auf zivilgesellschaftlicher Ebene kann er dazu beitragen, dort Dialog sowie lokale und regionale Friedens- und Versöhnungspotenziale aufzubauen, zu unterstützen und zu vernetzen.
#1818Frauenrechte stärken Wir wollen Frauen in der Friedens- und Sicherheitspolitik stärken.
#1819Generell müssen alle Missionen der EU konsequent die Stärkung von Frauenrechten und die Verhinderung von Gewalt an Frauen zum Ziel haben und zur Umsetzung der UN-Sicherheitsratsresolutionen 1325 und 1820 beitragen.
#1820Diese Resolutionen verpflichten alle Mitgliedstaaten zu einer angemessenen Teilhabe von Frauen und zur Berücksichtigung der Geschlechterverhältnisse auf allen Ebenen und in allen Entscheidungen in der Friedens- und Sicherheitspolitik.
#1821Klare Mandate, Ressourcen, Überprüfungs- und Rechenschaftsmechanismen für deren Umsetzung müssen dafür auf EU-Ebene verankert werden.
#1822Wesentlich sind die Einrichtung einer europäischen Monitoring- Stelle zur Umsetzung der Resolutionen sowie die systematische Einbindung zivilgesellschaftlicher Gruppen in dieses Vorhaben.
#1823Die gemeinsame Kommissions- und Ratsstrategie zur Umsetzung dieser Resolutionen muss Beispiel sein für Deutschland: Hier brauchen wir endlich einen nationalen Aktionsplan.
#1824EU-Außeninstrumente besser aufeinander abstimmen Wir wollen die zahlreichen außenpolitischen Instrumente der EU besser aufeinander abstimmen: von der Entwicklungshilfe, über Polizeimissionen und Krisenprävention im Rahmen des Stabilitätsinstruments bis zur Handelspolitik.
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