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vom 01.03.2026 PDF
#1769
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Eine ökologisch-solidarische Weltordnung ist das Gegenteil des »Recht des Stärkeren«.
#1770Das erprobte Konzept des fairen Handels, aber auch das FSC-Siegel für nachhaltige Holzprodukte sind hierfür Vorbilder.
#1771Dies wollen wir in der EU weiter ausbauen.
#1772Dies sollte die EU durch gezielte Förderprogramme und Subventionen stützen; eine Akzeptanz und Verbreitung solcher Produkte, auch über den engeren Kreis des alternativen Einzelhandels hinaus, sollte das Ziel sein.
#1773Zudem möchten wir GRÜNE ein weiteres Siegel, vergleichbar mit dem Bio-Siegel, das die Einhaltung sozialer und gerechter Standards bei Herkunft und Herstellung zertifiziert, einführen.
#1774WTO reformieren Wir wollen anerkannte Umwelt-, Arbeits- und Kulturnormen sowie geografische Bezeichnungen und Ursprungsbezeichnungen viel stärker schützen, statt diese durch die Welthandelsorganisation (WTO) in Frage zu stellen.
#1775Für die WTO müssen deswegen die relevanten Konventionen der UN bindend werden und die WTO muss grundlegend reformiert werden.
#1776Wir GRÜNEN halten es zudem für erstrebenswert den Wirtschaftsrat der UN gegenüber der WTO zu stärken und langfristig Kompetenzen umzuschichten.
#1777Die Handelsliberalisierung ist teilweise zu weitgetrieben worden und darf nicht länger einseitig im Zentrum stehen.
#1778Auch die Industriepolitik sich entwickelnder Staaten darf nicht generell durch eine Interpretation des Schutzes geistigen Eigentums behindert werden, der vor allem Firmen nutzt.
#1779Mittels der WTO dürfen Entwicklungsländern keine überzogenen Freihandelsabkommen aufgedrängt werden, die die nachhaltige Entwicklung von aufkommenden Industrien und der Landwirtschaft von Entwicklungsländern unterminieren.
#1780Die derzeitigen politischen Mehrheiten im Eu- BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 162 BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 163 Schutzverantwortung erteilen und das nur strikt begrenzt auf Fälle von Völkermord, ethnischen Säuberungen, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
#1781Die EU sollte sich zu dieser Schutzverantwortung als völkerrechtlicher Norm bekennen und ihre Verwirklichung nach Kräften fördern.
#1782Die wiederholten Blockaden des Sicherheitsrats durch den Missbrauch des Vetos sowie seine nicht mehr zeitgemäße Zusammensetzung haben die Glaubwürdigkeit und Handlungsfähigkeit der Vereinten Nationen erheblich beschädigt.
#1783Zunächst sollte die Begründungspflicht eines Vetos im Rahmen des Völkerrechts im Vordergrund stehen.
#1784Mittelfristig streben wir eine effektive Reform des Sicherheitsrats an, die die Vetomöglichkeit abschafft und eine gerechte Zusammensetzung unter Beteiligung von Afrika, Lateinamerika und Asien sowie einem gemeinsamen europäischen Sitz verwirklicht.
#1785Wir brauchen eine neue durchsetzungsstarke UN-Umweltorganisation.
#1786Auch im Bereich der wirtschaftlichen Entwicklung sind Reformen notwendig.
#1787Die G8 sind schon längst kein adäquates Forum mehr.
#1788Wir wollen den Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen stärken und in seinem Rahmen ein Global Leaders Forum (L27) einrichten, in dem mit 27 Staaten alle Weltregionen vertreten wären.
#1789Auch die Funktionsweise des neuen Menschenrechtsrats muss weiter ausgestaltet werden, um das Hauptziel einer effektiveren Menschenrechtspolitik endlich zu erreichen.
#1790Wir wollen international die Beschwerdeverfahren zu den Menschenrechtsabkommen stärken und verbessern.
#1791Menschen müssen Rechtsmittel gegen Entscheidungen der UN einlegen können.
#1792Die EU als Zivilmacht Wir wollen die europäische Integration und die Stärkung der außenpolitischen Handlungsfähigkeit fortsetzen.
#1793Wir GRÜNE stehen weiterhin zu unserem Engagement und unserem Ziel, der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik eine klare Priorität für Krisenprävention und zivile Konfliktbewältigung zu geben.
#1794Die Europäische Union soll keine imperiale Militärmacht werden, die Ressourcen sichert, sondern Zivilmacht bleiben.
#1795Bereits jetzt übernimmt die EU mehr und mehr Rechtsstaatsund polizeiliche Missionen unter UN-Mandat.
#1796Wir begrüßen diese Entwicklung und befürworten den Ausbau dieser Kapazitäten, sofern sie an eine präventive, auf friedliche Konfliktlösung gerichtete Außenpolitik gebunden bleiben.
#1797Eine Stärkung des Europaparlaments in allen Entscheidungen der Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik ist dabei für uns zentral.
#1798Die EU ist besonders gefordert sich in den Nachbarregionen zu engagieren.
#1799Dazu gehört insbesondere sich in den Nahost- Friedensprozess einzubringen, um die Sicherheit Israels sowie die Schaffung eines lebensfähigen und demokratischen palästinensischen Staates zu unterstützen.
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