Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

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vom 01.03.2026 PDF
#1731
Wir GRÜNE wollen ein transparentes und faires internationales Schiedsverfahren im Rahmen der UN und die jeweiligen Interessen zwischen Gläubigern und Schuldnern ausgleichen.
#1732
Illegitime Schulden sind dabei ein besonderes Problem, denn wenn wissentlich Kredite an Unrechtsregime (etwa das Apartheidsregime) vergeben wurden, dürfen die betroffenen Gesellschaften nicht auch noch für die Schulden, die ihrer eigenen Unterdrückung dienten, in Haftung genommen werden.
#1733
Norwegen geht mit gutem Beispiel voran und streicht solche illegitimen Schulden.
#1734
Es ist an der Zeit, dass die EU-Staaten diesem Beispiel folgen und die EU international zum Anwalt eines solchen Ansatzes wird.
#1735
Zukünftige Kredite beispielsweise durch den IWF dürfen außerdem nicht mehr an die Bedingung neoliberaler Reformen geknüpft werden.
#1736
Recht auf Nahrung garantieren Wir wollen das Recht auf Nahrung garantieren.
#1737
Besonders die sich dramatisch verschärfende Welternährungskrise zwingt zu BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 158 BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 159 in der Finanzmarkt-, Klima-, Handels- und Entwicklungspolitik zusammen gedacht und an den universellen Menschenrechten ausgerichtet werden.
#1738
Eine besondere Verantwortung hat die Europäische Union in der internationalen Handelspolitik.
#1739
BÜNDNIS 90/DIE GRÜ- NEN setzen sich für ein faires, multilaterales Handelssystem im Dienste der Armutsbekämpfung, der gerechteren Verteilung des globalen Reichtums und der nachhaltigen Entwicklung ein.
#1740
Die Durchsetzung von Umwelt- und Sozialstandards im Welthandel ist dabei ein zentraler politischer Gestaltungsbereich auf dem Weg zu einer gerechten Globalisierung.
#1741
Staaten und Unternehmen müssen verpflichtet sein, soziale, ökologische und Menschenrechtsstandards einzuhalten.
#1742
Im Agrarbereich müssen handelsverzerrende direkte und indirekte Subventionen deutlich verringert und alle Formen der Exportsubventionierung so schnell wie möglich abgeschafft werden.
#1743
Das Dumping von Lebensmitteln auf den Märkten der Entwicklungsländer muss ein Ende haben.
#1744
Auf europäischer Ebene wollen wir uns dafür einsetzen, dass Entwicklungsländer im Agrarbereich Schutzmaßnahmen ergreifen dürfen.
#1745
Mit dem Lissabon-Vertrag werden auch Kompetenzen im Bereich von ausländischen Direktinvestitionen (FDI) vergemeinschaftet.
#1746
Wir werden uns dafür einsetzen, dass die EUKommission bei zukünftigen Verhandlungen in diesem Bereich von EU-Rat und Europäischem Parlament ein striktes Mandat bekommt, das festschreibt, dass europäische und globale Investitionsschutzabkommen nachhaltig ausgestaltet werden müssen und Umwelt- und Sozialstandards sowie Schadensersatzpflichten für Unternehmen bei Nichteinhaltung in diese integriert werden.
#1747
Viele bilaterale Investitionsabkommen enthalten diese bisher nicht.
#1748
Die europäische Handelspolitik muss transparenter gestaltet werden, damit überhaupt eine kritische zivilgesellschaftliche und parlamentarische Öffentlichkeit entstehen kann.
#1749
Für die EU-Kommission spielen Umwelt-, Sozialstandards, Klima- und Umweltschutz, Ernährungssouveränität sowie der Ausbau und Frauen in der Entwicklungspolitik stärken Wir wollen, dass in der Entwicklungspolitik die Emanzipation von Frauen als Ansatz stark ausgebaut wird.
#1750
Die Durchsetzung und Einhaltung von Frauenrechten, der Schutz vor Gewalt und das Empowerment von Frauen in der Entwicklungspolitik sowie ihre aktive Einbeziehung in die Entwicklung und Gestaltung des Landes müssen eine wesentliche Grundlage der Entwicklungspolitik werden.
#1751
Hierzu ist es unabdingbar, dass in allen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit die Prinzipien des Gender Mainstreaming umgesetzt werden.
#1752
EU-MenschenrechtskommissarIn einsetzen Wir wollen Menschenrechte konsequent innerhalb und außerhalb der EU durchsetzen, um damit die Glaubwürdigkeit europäischer Außenpolitik zu stärken.
#1753
Wir fordern eine/n EUMenschenrechtskommissarIn, der/die die Umsetzung internationaler Menschenrechtskonventionen in allen EU-Mitgliedsländern überprüft.
#1754
Europäische Firmen, die Menschenrechte mit Füßen treten, unterminieren die Glaubwürdigkeit der EU ebenso wie schale Kompromisse der 27 Mitgliedsstaaten, wenn es um Rechte von Schwulen und Lesben geht oder die EU eine Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik betreibt, die nicht dem Völkerrecht und den Menschenrechtsabkommen entspricht.
#1755
Auch Deutschland hat einzelne Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und des Europarats noch immer nicht ratifiziert oder umgesetzt.
#1756
Handelspolitik auf Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Transparenz verpflichten Wir wollen die Globalisierung nach den Geboten der ökologischen Nachhaltigkeit, der sozialen Gerechtigkeit und des Ausgleichs zwischen Arm und Reich weltweit gestalten.
#1757
Dazu brauchen wir eine nachhaltige internationale Strukturpolitik, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 160 BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 161 ropäischen Parlament, dem Rat und der Kommission verfolgen unter dem irreführenden Motto »Globales Europa« allerdings das Gegenteil.
#1758
Konservative und liberale Kräfte in der EU-Kommission setzen auf Deregulierung und stärken bilaterale Abkommen, statt im multilateralen Rahmen zu gestalten.
#1759
Interkulturellen Dialog stärken Wir wollen den interkulturellen Dialog in Europa ausbauen, um den europäischen Gedanken zu stärken.
#1760
Dafür wollen wir europäische Kulturinstitutionen ausbauen, die europäischen Stiftungen analog der deutschen Stiftungen in der Auslandsarbeit finanziell ausstatten, Austauschprogramme ausweiten und eigene Kulturreferentinnen und -referenten in den EU-Außenvertretungen einsetzen.
#1761
Auf bereits bestehenden europäischen Netzwerken wie dem Zusammenschluss nationaler Kulturinstitute (EUNIC) wollen wir aufsetzen.


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