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vom 01.03.2026 PDF
#1628
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Außer Kontrolle geratende Finanzmärkte sind eine Gefahr für wirtschaftliche Stabilität, Arbeitsplätze, Entwicklung, und letztlich auch für die Demokratie.
#1629Es sind vor allem die Gesellschaften des Südens, die unter der Instabilität des Währungssystems, unter Steueroasen, organisierter Kapitalflucht ihrer Eliten und unter Steuerhinterziehung und Korruption transnationaler Firmen besonders leiden.
#1630Die EU muss ihre vielfältigen Instrumente besser aufeinander abstimmen.
#1631So dürfen entwicklungspolitische Anstrengungen nicht durch eine verfehlte europäische Handelspolitik konterkariert werden.
#1632In den kommenden Jahren wird sich entscheiden, ob es gelingt, zusammen mit den alten und den neuen weltpolitischen Akteuren eine kooperative internationale Ordnung im Rahmen der Vereinten Nationen zu schaffen und den zu beobachtenden Tendenzen eines Rückfalls in unilaterale und nationalistische Machtpolitik entgegenzutreten.
#1633BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN stehen für diesen kooperativen Multilateralismus – jenseits von nationalen und neoliberalen Scheinlösungen.
#1634Wir wollen die EU als eine Zivilmacht und ein Friedensprojekt profilieren, das bereit ist, Verantwortung im Rahmen der Vereinten Nationen zu übernehmen.
#1635Zentraler Bestandteil der europäischen Außenpolitik muss der Dialog auf Grundlage der Menschenrechte zwischen den Kulturen sein.
#1636Auch Menschen, die aufgrund zunehmender Umweltzerstörung ihrer Lebensgrundlagen beraubt wurden, brauchen die Unterstützung der EU.
#1637Hier muss Europa seiner Verantwortung als wesentlicher Mitverursacher des Klimawandels Rechnung tragen.
#1638Europa in guter Nachbarschaft Erweiterungspolitik fortentwickeln Wir bekennen uns zum Fortgang des Erweiterungsprozesses.
#1639Es ist aber auch an der Zeit, aus den Lehren der letzten Erweiterungen zu lernen und dort nachzubessern, wo es in den letzten Jahren gehapert hat.
#1640Das wollen wir GRÜNE in drei Schritten tun: Erstens, Erweiterung muss ehrlich stattfinden.
#1641Die »Kopenhagener Kriterien« der EU definieren Anforderungen an die beitrittswilligen Staaten.
#1642Erst wenn alle Kopenhagener Kriterien für den Beitritt erfüllt sind, wie demokratische und rechtsstaatliche Ordnung, die Wahrung der Menschenrechte und Schutz der Minderheiten, und erst wenn die Regelungen der EU übernommen sind, kann es konkrete Beitrittstermine geben.
#1643Zweitens muss Schluss sein mit einem »entweder-Beitritt-odernichts « Prozess.
#1644Die Beitrittskandidaten sollen stattdessen nach und nach in den Bereichen mitarbeiten dürfen, in denen sie ihre Gesetzgebung den EU-Regelungen angepasst haben.
#1645Nur wer bereit ist, an der Überwindung regionaler Konflikte mitzuwirken und effektiv mit den Nachbarn zusammenzuarbeiten, kann Mitglied der EU werden.
#1646Auf klaren Voraussetzungen für einen Beitritt zur EU zu bestehen, bedeutet nicht, einen Zaun um die jetzige Union zu ziehen.
#1647Verantwortung für den westlichen Balkan wahrnehmen Wir wollen eine EU, die der besonderen Verantwortung für den westlichen Balkan, also für Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Mazedonien, Serbien, Montenegro und das Kosovo, gerecht wird.
#1648Mit Kroatien werden bereits seit Oktober 2005 Beitrittsverhandlungen geführt, die zu einem baldigen Beitritt führen könnten, wenn die Kriterien erfüllt sind.
#1649Mazedonien ist seit 2005 Beitrittskandidat.
#1650Die rest- BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 150 BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 151 lichen Staaten mit ihren jungen und teilweise noch instabilen Demokratien müssen wir weiter stärken und ihnen mit maßgeschneiderten Programmen, durch Wirtschafts- und Umweltpartnerschaften und Visabefreiungen helfen, sie näher an die EU heranzuführen.
#1651Türkei auf dem Weg in die EU unterstützen Wir wollen verlässliche und faire Beitrittsverhandlungen mit der Türkei.
#1652Seit mehr als vierzig Jahren hat die Türkei eine Beitrittsperspektive, seit Oktober 2005 werden Beitrittsverhandungen geführt.
#1653Davon abzurücken wäre ein Wortbruch der EU und würde vor allem die türkischen Reformkräfte schwächen.
#1654Kanzlerin Merkel und die Union machen das mit ihrer konturlosen Politik der sogenannten »privilegierten Partnerschaft«.
#1655Aber nur eine glaubwürdige Beitrittsperspektive unterstützt das Land beim demokratisch-rechtsstaatlichen Wandel.
#1656Es ist in unserem ureigenen Interesse, die Türkei in die EU einzubinden.
#1657Denn ein EU-Mitglied Türkei kann ein stabilisierender Anker in dieser krisengeschüttelten Region sein.
#1658Die Türkei bringt sowohl ein erhebliches wirtschaftliches Entwicklungspotenzial in Europa ein, als auch eine junge, immer besser ausgebildete Bevölkerung und ist durch Migration nach Europa bereits eng mit uns verbunden.
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