Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

Dokument lesen

-

vom 01.03.2026 PDF
#1502
Anstatt die Bildungssysteme zu öffnen und mehr Menschen den Zugang zu höherer Bildung zu guten Studienbedingungen zu bieten, werden in vielen Ländern die soziale Auswahl beim Hochschulzugang verstärkt und die Studienbedingungen durch die systematische Verschulung und zu hohe Arbeitsbelastung der Studierenden drastisch verschlechtert.
#1503
Diesen Trend müssen wir umkehren, zumal er ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Lernen durch die strikten Vorgaben in den Studienordnungen erschwert.
#1504
Wir wollen keine Fast-Food- Bildung.
#1505
Es ist unser erklärtes Ziel, mehr Schülerinnen und Schüler in ganz Europa zur Hochschulreife zu bringen und die Bildungsmobilität zwischen den Mitgliedstaaten deutlich zu verbessern.
#1506
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 138 Deshalb treten wir für die Weiterentwicklung des Bologna-Prozesses innerhalb der EU ein.
#1507
Forschung stärken Wir wollen Wissenschaft und Forschung in der EU stärken.
#1508
Ein Ausbau und eine Bündelung der Forschungsbemühungen in Europa sind notwendig, damit wir in einer globalisierten Wirtschaft, die von Wissen und Innovationen angetrieben wird, eine sozial gerechte und wohlhabende Gesellschaft weiterentwickeln können.
#1509
Wir streben die Schaffung eines echten europäischen Forschungsraumes an und wollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und deren Vernetzung stärken, auch indem wir die Mobilitätsunterstützung von Forscherinnen und Forschern, von Technologie und Wissen in der EU steigern.
#1510
Wir wollen, dass sich die EU-Forschungsförderung, zum Beispiel das EU-Forschungsrahmenprogramm, vermehrt an den drängenden Fragen unserer Zeit orientiert.
#1511
Dazu gehören Fragen des Klimaschutzes und der Erhaltung der Artenvielfalt.
#1512
Die meisten europäischen Staaten und auch Deutschland sind noch weit davon entfernt, ihr selbstgestecktes Ziel einzuhalten und drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts in die Forschung zu investieren.
#1513
Die Vergabe der Mittel, aber auch die inhaltliche Ausrichtung der Forschungsprogramme müssen dabei auch die Richtlinien des Gender Mainstreamings berücksichtigen.
#1514
GRÜNE setzen sich dafür ein, dass die Europäische Union ausreichende Mittel für Gender Studies an europäischen Universitäten zur Verfügung stellt und treten dafür ein, die Forschungsförderung in der EU unbürokratischer zu gestalten.
#1515
Forschungsförderung demokratisch und transparent Die Ziele europäischer Wissenschaftsförderung müssen demokratisch diskutiert und kontrolliert werden.
#1516
Für die kulturelle Selbstverständigung einer Gesellschaft über ihre Grundlagen, ihre Grundwerte und ihre zukünftige Entwicklung sind die BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 139 Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften unerlässlich.
#1517
Wir GRÜNE werden uns daher weiter für die Unterstützung der geisteswissenschaftlichen Forschung in Europa einsetzen.
#1518
In den demokratischen Diskurs über die Ausrichtung europäischer Wissenschaftsförderung bringen wir grüne Überzeugungen und Werte ein.
#1519
Wir werden uns für eine verantwortungsvolle Handhabung und eine ethische Selbstbeschränkung der Forschung einsetzen, die sich um des Menschen willen mit Erkenntnisgrenzen bescheidet.
#1520
Abzulehnen sind deshalb einzelne Bestrebungen in der Forschung, den vollkommenen, von Behinderungen freien und krankheitsresistenten Menschen zu garantieren.
#1521
Forschungsförderungen unbürokratisch ausrichten – Mikroprogramme fördern Wir wollen die Antragsverfahren in der Forschungspolitik vereinfachen und den Zugang für kleine, flexible und insbesondere für innovative Hochschulen, Forschungsinstitute und Firmen verbessern.
#1522
Auch differenzierte und regelmäßig ausschüttende Mikroprogramme sollten aufgelegt werden, um gerade kleine und mittlere Unternehmen zu unterstützen.
#1523
Außerdem muss der Zugang zu EU-Forschungsmitteln verbessert werden – durch einen gezielten Aufbau von Kapazitäten aber auch durch unbürokratische Ko-Finanzierungen von erfolgreichen Bewerberinnen und Bewerbern um EU-Mittel.
#1524
Gerade die Mitfinanzierung von Forschungsvorhaben soll durch Komplementärkredite der Europäischen Investitionsbank möglich gemacht werden.
#1525
Eine faire Balance zwischen Innovationsschutz und Wissenszugang gewährleisten Wir wollen einen freien und kostenlosen Zugang zu mit öffentlichen Mitteln produziertem Wissen und unterstützen daher das Open-Access-Prinzip.
#1526
In der modernen Wissens- und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 140 Informationsgesellschaft ist der ungehinderte Zugang zum jeweils neuesten Kenntnisstand die Grundvoraussetzung für erfolgreiche Forschungsarbeit.
#1527
Heutzutage wirken sich insbesondere Patente immer häufiger als wettbewerbsverzerrend aus und vergrößern globale Ungerechtigkeiten.
#1528
Wir wollen Patentlaufzeiten dort verkürzen, wo dies zu mehr Innovationsdynamik führt.
#1529
Der Schutz von Wissen muss immer im Einklang mit den Bedürfnissen der ganzen Gesellschaft und der internationalen Gerechtigkeit stehen.
#1530
Wir fordern einen ausreichenden Schutz vor Wissensmonopolen.
#1531
Patente dürfen nicht dazu missbraucht werden, Geschäfte zu Lasten der Schwächsten zu machen oder die Weiterentwicklung von Wissen, ökologischen Errungenschaften oder den Zugang zur gesundheitlichen Behandlung zu behindern.
#1532
Dies gilt gerade auch für den Bereich der Suchmaschinen und Telekommunikationsdienstleistungen.


Fenster schließen und zurück

Anzeige: