Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

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vom 01.03.2026 PDF
#1288
Reformen bei Dublin II Die Dublin-II-Verordnung ist ein Instrument der von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN als inhuman erachteten Drittstaatenregelung.
#1289
Wir wollen eine Reform der EU-Rückführungsrichtlinie und insbesondere Bestimmungen zur Abschiebehaft für Minderjährige und der Wiedereinreisesperre zurücknehmen.
#1290
Diese Richtlinie wurde von den konservativen Regierungen gegen den vehementen Widerstand der GRÜNEN im Europäischen Parlament verabschiedet.
#1291
Bei der anstehenden Überarbeitung der Dublin- II-Verordnung werden GRÜNE sich für eine verbindliche Regelung einsetzen, die garantiert, dass Asylsuchende nicht in einen Staat abgeschoben werden, in dem internationale Flüchtlingsund Menschenrechtsstandards nicht eingehalten werden.
#1292
In diesen Fällen muss das sogenannte Selbsteintrittsrecht für die Durchführung von Asylverfahren großzügiger angewandt werden.
#1293
Leben von Flüchtlingen retten Wir wollen keine Militarisierung der Außengrenzen oder eine Flüchtlingsabwehrpolitik, wie sie bisher durch die »Europäische Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen « (FRONTEX) vorangetrieben wird.
#1294
Es ist auch nicht hinzunehmen, dass weder nationale Parlamente noch das Europaparlament über genaue Informationen zu den FRONTEXEinsätzen verfügen.
#1295
Stattdessen setzen wir uns für eine neue humanitäre europäische Gesamtstrategie ein, bei der der europäische Grenzschutz vergemeinschaftet wird, statt außerhalb demokratischer Kontrolle koordiniert zu werden.
#1296
Die Genfer Flüchtlingskonvention und die Europäische Menschenrechtskonvention müssen ohne Abstriche gelten.
#1297
Die Grundsätze der Rechtsstaatlichkeit und Menschlichkeit müssen in allen Bereichen der Flüchtlingspolitik sichergestellt sein, auch beim Grenzschutz in der EU.
#1298
Ein erster Schritt in dieser Richtung bedeutet beispielsweise, dass Personen, die unter FRONTEX-Kommando im Einsatz sind, unverzüglich und längst überfällig, eine adäquate Menschenund Grundrechteausbildung im Umgang mit Migrantinnen und Migranten und Flüchtlingen erhalten.
#1299
Wir fordern europaweit die Trennung von Polizei und Militär und eine enge Zusammenarbeit mit der von uns vorgeschlagenen Friedensagentur.
#1300
Auf dem Meer aufgegriffene Flüchtlinge haben nach der Genfer Flüchtlingskonvention und der Europäischen Menschenrechtskonvention das Recht, einen Asylantrag zu stellen.
#1301
Das muss auch jenseits der Zwölf-Meilen-Zone ohne Abstriche gelten.
#1302
Es ist zudem nicht hinnehmbar, dass FRONTEX Flüchtlingsboote unter fragwürdigen Umständen zur Rückkehr zwingt.
#1303
Kapitäne, die aus Seenot retten und diese im Hafen eines Mitgliedslandes absetzen, dürfen nicht angeblicher Beihilfe zur unerlaubten Einreise strafrechtlich verfolgt werden.
#1304
Wir GRÜNE stehen für eine Politik, bei der alle EU-Staaten Verantwortung für den Schutz von Flüchtlingen übernehmen.
#1305
Investitionen in zivile Seenotrettung, Entwicklungshilfe, humane Unterbringung und Integration sind zielführender als teure Abschottungsmaßnahmen.
#1306
Einwanderungsmöglichkeiten schaffen Wir wollen eine Einwanderungspolitik in der EU schaffen, die Einwanderung gestaltet, das Asylrecht schützt und Integration fördert.
#1307
GRÜNE stehen für eine längerfristig angelegte Einwanderungspolitik – nicht nur für Höchstqualifizierte, die eine Bereicherung der EU in kultureller, demographischer und auch BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 120 BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 121 die nichts weiter getan haben, als in Deutschland Zuflucht zu suchen.
#1308
Wir setzen uns für die Beendigung dieser inhumanen Situation ein.
#1309
Solange dieser unmenschliche Zustand existiert, fordern wir die Einhaltung menschenrechtlicher Standards, keine Inhaftierung besonders Schutzbedürftiger und die Begrenzung der Abschiebehaft auf maximal sechs Monate.
#1310
Außerdem verwahren wir uns gegen eine Auslagerung der Asylbewerbungsstellen oder des Außengrenzenschutzes auf das Territorium von Drittstaaten.
#1311
Europäisches Antidiskriminierungsrecht weiterentwickeln Wir wollen in einem demokratischen Europa das Anti-Diskriminierungsrecht stärken.
#1312
Das Grundprinzip der Nichtdiskriminierung darf nicht nur für den Binnenmarkt gelten, sondern für alle gesellschaftlichen Bereiche.
#1313
Wenn Menschen aufgrund persönlicher Merkmale – sei es Alter, Geschlecht, ethnischer Herkunft, einer Behinderung, der Religion oder Glaubensausrichtung oder der sexuellen Orientierung – gleiche Chancen verwehrt werden, dann brauchen sie wirksamen Schutz.
#1314
Dazu gehört eine faire Kostenregelung, die allen ermöglicht, ihre Rechte durchzusetzen.
#1315
Dieser Schutz muss auch gegenüber Kirchen und anderen weltanschaulich strukturierten Körperschaften des öffentlichen Rechts beziehungsweise entsprechenden Organisationen anderer europäischer Staaten gewährleistet werden.
#1316
GRÜNE stehen für diesen Schutz und unterstützen die Europäische Kommission in ihren Bemühungen, dieses Grundprinzip auch gegenüber Mitgliedstaaten wie der blockierenden Bundesregierung durchzusetzen – zum Beispiel bei der Richtlinie zum Diskriminierungsschutz auch außerhalb des Arbeitslebens.
#1317
Wir werden uns auch in Zukunft gegen Rückschritte in diesem Bereich stemmen, denn Deutschland und die EU brauchen nicht weniger, sondern einen besseren und effektiveren Diskriminierungsschutz.
#1318
Wir fordern außerdem die Ausweitung von Programmen, die diskriminierte Gruppen darin stärken, sich selbst gegen die Diskriminierung zur Wehr zu setzen (Empowerment).


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