Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

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vom 01.03.2026 PDF
#1269
Wahlrecht ausweiten Wir wollen allen Unionsbürgerinnen und Unionsbürgern dort, wo sie leben, Wahlrecht geben.
#1270
Auch dann, wenn dies nicht ihr Heimatland ist.
#1271
Auf regionaler und nationaler Ebene sollen sie abstimmen dürfen, wenn sie seit mehr als fünf Jahren dort leben.
#1272
Auch Nicht-EU-Staatsbürger, die ihren ständigen Wohnsitz in der EU haben, sollen entsprechend der für EU-Bürger geltenden Fristen ein Kommunalwahlrecht erhalten und nach maximal fünf Jahren das Recht erhalten, die Staatsangehörigkeit des jeweiligen EU-Staates annehmen zu können.
#1273
Wir GRÜNE wollen auch die Jugend stärker an den politischen Entscheidungen in Europa beteiligen.
#1274
Deshalb wollen wir eine europaweit einheitliche Absenkung des aktiven Wahlalters bei kommunalen, nationalen und europäischen Wahlen auf 16 Jahre erreichen.
#1275
Grundrechte einklagbar machen Wir wollen endlich den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit geben, ihre Grundrechte auch gegen Akte der Europäischen Union einklagen zu können.
#1276
Die rechtsverbindliche Grundrechtscharta als Bestandteil des Vertrages von Lissabon ist ein wichtiger Schritt dahin.
#1277
Unabhängig von der Charta müssen die Gemeinschaftsgrundrechte für alle europäischen Bürgerinnen und Bürger durch Individualbeschwerde vor dem Europäischen Gerichtshof einklagbar gemacht werden.
#1278
Wir wollen die Gleichbehandlung aller Unionsbürgerinnen und Unionsbürger auch in den kommunalen Verwaltungen.
#1279
Menschenrechtsorientierte Flüchtlingspolitik vorantreiben Wir wollen, dass alle Menschen, die Schutz brauchen, ihn erhalten können.
#1280
Deshalb fordern wir die konsequente Durchsetzung des Grundrechts auf Asyl auf europäischer Ebene.
#1281
Die EU-Staaten sind in der Pflicht einen uneingeschränkten und allumfassenden Flüchtlingsschutz sicherzustellen.
#1282
Schutzbedürftige müssen tatsächlich Einlass in die EU erhalten.
#1283
Zudem setzen wir uns für ergänzende Instrumente bei der Flüchtlingsaufnahme ein.
#1284
Hierzu zählt zum Beispiel die freiwillige Aufnahme von Menschen, die der UN-Flüchtlingskommissar in Drittstaaten bereits als Flüchtlinge anerkannt hat.
#1285
Wir GRÜ- NE fordern zugleich eine gerechte und solidarische Teilung der Verantwortung bei der Flüchtlingsaufnahme innerhalb Europas, unter Beachtung humanitärer Grundsätze, wie etwa des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 118 BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 119 Schutzes Minderjähriger, der aufgrund ihrer sexuellen Identität verfolgter Menschen und der Berücksichtigung nichtstaatlicher Verfolgungsgründe, unter denen meist Frauen leiden.
#1286
Wir wollen eine deutliche Aufstockung der Mittel des Europäischen Flüchtlingsfonds und eine Konzentration der Mittelvergabe auf die Bereiche der Flüchtlingsaufnahme und Integration.
#1287
Wir fordern die Überarbeitung der EU-Abschiebehaftrichtlinie.
#1288
Reformen bei Dublin II Die Dublin-II-Verordnung ist ein Instrument der von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN als inhuman erachteten Drittstaatenregelung.
#1289
Wir wollen eine Reform der EU-Rückführungsrichtlinie und insbesondere Bestimmungen zur Abschiebehaft für Minderjährige und der Wiedereinreisesperre zurücknehmen.
#1290
Diese Richtlinie wurde von den konservativen Regierungen gegen den vehementen Widerstand der GRÜNEN im Europäischen Parlament verabschiedet.
#1291
Bei der anstehenden Überarbeitung der Dublin- II-Verordnung werden GRÜNE sich für eine verbindliche Regelung einsetzen, die garantiert, dass Asylsuchende nicht in einen Staat abgeschoben werden, in dem internationale Flüchtlingsund Menschenrechtsstandards nicht eingehalten werden.
#1292
In diesen Fällen muss das sogenannte Selbsteintrittsrecht für die Durchführung von Asylverfahren großzügiger angewandt werden.
#1293
Leben von Flüchtlingen retten Wir wollen keine Militarisierung der Außengrenzen oder eine Flüchtlingsabwehrpolitik, wie sie bisher durch die »Europäische Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen « (FRONTEX) vorangetrieben wird.
#1294
Es ist auch nicht hinzunehmen, dass weder nationale Parlamente noch das Europaparlament über genaue Informationen zu den FRONTEXEinsätzen verfügen.
#1295
Stattdessen setzen wir uns für eine neue humanitäre europäische Gesamtstrategie ein, bei der der europäische Grenzschutz vergemeinschaftet wird, statt außerhalb demokratischer Kontrolle koordiniert zu werden.
#1296
Die Genfer Flüchtlingskonvention und die Europäische Menschenrechtskonvention müssen ohne Abstriche gelten.
#1297
Die Grundsätze der Rechtsstaatlichkeit und Menschlichkeit müssen in allen Bereichen der Flüchtlingspolitik sichergestellt sein, auch beim Grenzschutz in der EU.
#1298
Ein erster Schritt in dieser Richtung bedeutet beispielsweise, dass Personen, die unter FRONTEX-Kommando im Einsatz sind, unverzüglich und längst überfällig, eine adäquate Menschenund Grundrechteausbildung im Umgang mit Migrantinnen und Migranten und Flüchtlingen erhalten.
#1299
Wir fordern europaweit die Trennung von Polizei und Militär und eine enge Zusammenarbeit mit der von uns vorgeschlagenen Friedensagentur.


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