Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

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vom 16.04.2026 PDF
#2099
Die erarbeiteten Vorschläge sind aber nicht verbindlich in die Politikgestaltung eingeflossen.
#2100
Die Linke war Teil der Konferenz zur Zukunft Europas, wir teilen viele der Forderungen und setzen uns weiterhin dafür ein, diese zu verwirklichen.
#2101
EU-Politik soll gemeinschaftlich entwickelt werden, um die EU mit Blick auf die Bekämpfung der grenzübergreifenden multiplen Krisen zukunftsfähiger und resilienter zu machen.
#2102
EU-Institutionen demokratisieren – Europäisches Par
#2103
lament stärken
#2104
Wir wollen die Dauerblockaden innerhalb der EU – insbesondere durch den Europäi schen Rat – überwinden und eine stärkere Mitbestimmung der Regionen.
#2105
Das Initiativ recht für EU-Gesetze liegt allein bei der EU-Kommission.
#2106
Gerade bei der Kommission gibt es einen starken institutionalisierten Einfluss von Lobbygruppen.
#2107
Wir fordern deshalb:
#2108
- Der Europäische Rat soll in eine zweite Kammer umgewandelt werden.
#2109
- Das Europäische Parlament muss ein uneingeschränktes Initiativrecht bekommen, damit es selbst Gesetzesprozesse anstoßen und so Politik entwickeln kann.
#2110
- Im Bereich der Wirtschafts- und Währungsunion soll das Parlament gleichberechtigt mit Rat und Euro-Gruppe entscheiden können.
#2111
- Nur das Europäische Parlament soll die Kommission und die Präsidentin oder den Präsidenten der Kommission vorschlagen, wählen und abwählen können.
#2112
- Das Europäische Parlament soll für seine Zuständigkeiten ein alleiniges Haushalts recht bekommen.
#2113
Es soll auch die EZB demokratisch kontrollieren.
#2114
(Siehe Kapitel 1, „Europäische Geldpolitik“)
#2115
- Der Ausschuss der Regionen soll gestärkt werden, indem er in die Entscheidungs struktur der EU-Institutionen einbezogen wird.
#2116
So sollen die Regionen zukünftig effektiv an der Politikgestaltung beteiligt sein.
#2117
Der Ausschuss der Regionen formu liert dann nicht mehr nur Stellungnahmen mit empfehlendem Charakter, sondern darf über Gesetzesinitiativen des Parlaments mitbestimmen und selbst welche ein bringen.
#2118
Lobbyismus einen Riegel vorschieben
#2119
Schätzungsweise 25 000 Lobbyist*innen mit einem Jahresbudget von 1,5 Milliarden Euro nehmen in Brüssel Einfluss auf die EU-Institutionen.
#2120
Etwa 70 Prozent von ihnen arbeiten für Unternehmen und Wirtschaftsverbände.
#2121
Sie genießen privilegierte Zugän ge zu den Kommissar*innen.
#2122
Sie nehmen massiv Einfluss auf die Gesetzgebungsver fahren und überhäufen die Abgeordneten mit Änderungsanträgen für Gesetzesvorla gen – oder versuchen, die Gesetze gleich selbst zu schreiben.
#2123
Die Linke will dem Einfluss der wirtschaftsnahen Lobbyist*innen einen Riegel vorschieben.
#2124
- Wir wollen Abgeordnetenbestechung wirksam unter Strafe stellen.
#2125
Die bisherigen Verschärfungen reichen nicht aus.
#2126
Wer Gegenleistungen für Handlungen oder Un terlassungen im Zusammenhang mit der Ausübung des Abgeordnetenmandats annimmt, soll bestraft werden.
#2127
Einschränkungen und Ausnahmen wollen wir ab schaffen.
#2128
- Nebenverdienste von Abgeordneten müssen zeitnah, auf den Euro genau veröffent licht werden.
#2129
- Spenden von Unternehmen und Lobbyist*innen an Parteien im Europäischen Parlament und Parteiensponsoring wie Unternehmensstände auf Parteitagen wollen wir verbieten und Spenden von Privatpersonen auf 25 000 Euro im Jahr begrenzen.


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