Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

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vom 01.03.2026 PDF
#1862
Doch diese Planungen verändern nicht die Fehlsteuerungen im bildungspolitischen Ansatz der EU.
#1863
Letztlich geht es immer nur um eines: »Vorteile durch mehr Wettbewerbsfähigkeit in und durch den EU-Binnenmarkt«.
#1864
Diese Orientierung untergräbt humanistische und inklusive Bildungskonzepte.
#1865
Damit einher geht auch eine völlige politische Verantwortungslosigkeit gegenüber demokratischen Reformen in Bildungseinrichtungen, die die Mitsprache von Studierenden und Auszubildenden sichert sowie geschlechtergerechte Bildungs- und Lehrangebote jenseits von Absichtserklärungen realisiert.
#1866
Wir wollen ein ERAS- MUS-Programm, das Studierenden und Azubis insbesondere aus sozioökonomisch-schwachen Hintergründen oder mit Beeinträchtigungen unkomplizierte Möglichkeiten für einen Auslandsaufenthalt während des Studiums bzw.
#1867
der Ausbildung bietet.
#1868
Außerdem sollen europäische Schüler*innenaustausche für alle Schüler*innen zum Standard werden und nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig sein.
#1869
Dazu braucht es eine Verzehnfachung der Gelder des ERASMUS-Programms, um eine vollumfängliche Kostendeckung für die Auslandaufenthalte sicherzustellen.
#1870
Ein demokratisches Europa braucht gute und demokratische Bildungssysteme.
#1871
Die Abschaffung der seit 2005 eingeführten Studiengebühren durch die Studierendenbewegung, in einigen Bundesländern auch auf Druck unserer Landtagsfraktionen, war ein Erfolg.
#1872
DIE LINKE tritt für ein Umsteuern in der europäischen Bildungspolitik ein.
#1873
Die Privatisierung von Bildungseinrichtungen muss gestoppt werden.
#1874
Es darf nicht nur darum gehen, eine kleine europäische Bildungselite herauszubilden.
#1875
Alle Programme müssen stärker für Interessent*innen mit Behinderungen und andere benachteiligte Gruppen ausgelegt werden.
#1876
DIE LINKE tritt gegen Privatisierungen im Bildungsbereich ein.
#1877
Public Private Partnerships in Schulen und Hochschulen öffnen Profitinteressen Tür und Tor und gefährden demokratische Mitbestimmung in den Bildungseinrichtungen.
#1878
Die Dienstleistungsrichtlinie der EU hat den Privatisierungsdruck auf die sogenannten Bildungsdienstleistungen erhöht, wir haben sie deshalb abgelehnt.
#1879
Bildung ist ein öffentliches Gut und muss in öffentlicher Verantwortung gestaltet und solidarisch finanziert werden.
#1880
Die Einführung der Bachelor- und Master-Abschlüsse im Zuge der Bologna-Reform hat die Studiengänge zusätzlich verschult: Studieren wird von Zeitdruck und Prüfungsstress bestimmt.
#1881
Zugangs- und Zulassungsbeschränkungen zu Hochschulen müssen überwunden werden.
#1882
Die Zugangsmöglichkeiten für Menschen ohne Abitur müssen EU-weit verbessert werden.
#1883
Auch der Zugang zum Master muss zulassungsfrei sein.
#1884
Wir fordern die Reform des Bologna-Systems.
#1885
Hochschulen sind mehr als Einrichtungen zur Arbeitsmarktbefähigung, wie sie im Bologna-Prozess verstanden wurden.
#1886
Hochschulen müssen europaweit als offene, soziale und demokratische Einrichtungen gestaltet und verstanden werden, an denen Lehre und Forschung sich frei und unabhängig von Markt und Profit, aber in gesellschaftlicher Verantwortung entwickeln können.
#1887
Die EU-Kommission muss in den kommenden Jahren im Bologna-Prozess die soziale Dimension stärker in den Vordergrund stellen.
#1888
Die Etablierung eines Systems der zwei Geschwindigkeiten (»two Speed Systems«), eine Unterteilung in einen Hochschulraum der sich nur auf Mitgliedsstaaten der EU beschränkt (EEA- European Education Area) und die weiteren europäischen Staaten (EHEA – European Higher Education Area), lehnen wir entschieden ab.
#1889
DIE LINKE lehnt eine europäische Exzellenz-Initiative zugunsten von Prestige-Universitäten, wie die European University Networks, entschieden ab.
#1890
Stattdessen wollen wir weg von repressiven Studienordnungen hin zu einem selbstbestimmten, interdisziplinären und kritischen Studieren.
#1891
Die Promotion sehen wir nicht als Studienphase, sondern als erste Etappe wissenschaftlicher Berufsausübung.
#1892
Die EU darf nicht länger für Studiengebühren werben, sondern muss sich für die Umsetzung des UN-Sozialpakts stark machen: Dort steht das Recht auf Bildung im Mittelpunkt.


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