Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

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vom 01.03.2026 PDF
#1854
Die EU hat in den vergangenen Jahren die »Beschäftigungsfähigkeit« der Absolvent*innen in den Mittelpunkt ihrer Bildungspolitik gestellt.
#1855
Mit »lebenslangem Lernen« wurde vor allem die Aufforderung verknüpft, dass die Beschäftigten ihre Kenntnisse und Fähigkeiten möglichst flexibel dem sich wandelnden europäischen Arbeitsmarkt anpassen sollen.
#1856
Damit muss Schluss sein.
#1857
Die frühe Zuteilung von Bildungschancen muss überwunden werden.
#1858
Es müssen ausreichend gute Ausbildungsplätze zur Verfügung gestellt werden – das gilt auch für alle Menschen mit Behinderung.
#1859
In diesem Sinne ist eine inklusive Bildung in allen Mitgliedstaaten durchzusetzen.
#1860
Im neuen mehrjährigen Finanzrahmen 2021 bis 2027 sollen Programmflaggschiffe wie das Programm Erasmus+ verdreifacht werden.
#1861
Die Beschäftigungsinitiative für junge Menschen und die Unterstützung von kleinen- und mittelständischen Unternehmen (KMU) im Rahmen des Programms COSME, die auch Weiterbildungsanteile enthalten, werden verdoppelt.
#1862
Doch diese Planungen verändern nicht die Fehlsteuerungen im bildungspolitischen Ansatz der EU.
#1863
Letztlich geht es immer nur um eines: »Vorteile durch mehr Wettbewerbsfähigkeit in und durch den EU-Binnenmarkt«.
#1864
Diese Orientierung untergräbt humanistische und inklusive Bildungskonzepte.
#1865
Damit einher geht auch eine völlige politische Verantwortungslosigkeit gegenüber demokratischen Reformen in Bildungseinrichtungen, die die Mitsprache von Studierenden und Auszubildenden sichert sowie geschlechtergerechte Bildungs- und Lehrangebote jenseits von Absichtserklärungen realisiert.
#1866
Wir wollen ein ERAS- MUS-Programm, das Studierenden und Azubis insbesondere aus sozioökonomisch-schwachen Hintergründen oder mit Beeinträchtigungen unkomplizierte Möglichkeiten für einen Auslandsaufenthalt während des Studiums bzw.
#1867
der Ausbildung bietet.
#1868
Außerdem sollen europäische Schüler*innenaustausche für alle Schüler*innen zum Standard werden und nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig sein.
#1869
Dazu braucht es eine Verzehnfachung der Gelder des ERASMUS-Programms, um eine vollumfängliche Kostendeckung für die Auslandaufenthalte sicherzustellen.
#1870
Ein demokratisches Europa braucht gute und demokratische Bildungssysteme.
#1871
Die Abschaffung der seit 2005 eingeführten Studiengebühren durch die Studierendenbewegung, in einigen Bundesländern auch auf Druck unserer Landtagsfraktionen, war ein Erfolg.
#1872
DIE LINKE tritt für ein Umsteuern in der europäischen Bildungspolitik ein.
#1873
Die Privatisierung von Bildungseinrichtungen muss gestoppt werden.
#1874
Es darf nicht nur darum gehen, eine kleine europäische Bildungselite herauszubilden.
#1875
Alle Programme müssen stärker für Interessent*innen mit Behinderungen und andere benachteiligte Gruppen ausgelegt werden.
#1876
DIE LINKE tritt gegen Privatisierungen im Bildungsbereich ein.
#1877
Public Private Partnerships in Schulen und Hochschulen öffnen Profitinteressen Tür und Tor und gefährden demokratische Mitbestimmung in den Bildungseinrichtungen.
#1878
Die Dienstleistungsrichtlinie der EU hat den Privatisierungsdruck auf die sogenannten Bildungsdienstleistungen erhöht, wir haben sie deshalb abgelehnt.
#1879
Bildung ist ein öffentliches Gut und muss in öffentlicher Verantwortung gestaltet und solidarisch finanziert werden.
#1880
Die Einführung der Bachelor- und Master-Abschlüsse im Zuge der Bologna-Reform hat die Studiengänge zusätzlich verschult: Studieren wird von Zeitdruck und Prüfungsstress bestimmt.
#1881
Zugangs- und Zulassungsbeschränkungen zu Hochschulen müssen überwunden werden.
#1882
Die Zugangsmöglichkeiten für Menschen ohne Abitur müssen EU-weit verbessert werden.
#1883
Auch der Zugang zum Master muss zulassungsfrei sein.
#1884
Wir fordern die Reform des Bologna-Systems.


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