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vom 01.03.2026 PDF
#1503
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Die Krise der EU heute ist vor allem eine soziale und institutionelle Krise.
#1504Ganze Regionen, Industrien und Wirtschaftssektoren wurden in den Ruin getrieben.
#1505Neben der linken, sozialen Kritik am neoliberalen Projekt EU nimmt auch eine von dumpfem Nationalismus und Ängsten gespeiste Kritik von rechts zu.
#1506Wahlerfolge rechter, rechtsextremer und faschistischer Parteien in zahlreichen Ländern sind ein Ausdruck dieser politischen Krise.
#1507Spätestens mit dem »Brexit«-Referendum in Großbritannien ist offenbar geworden, dass die EU auseinanderbrechen könnte.
#1508Es sind diese unsoziale und undemokratische EU und die Politik ihrer Mitgliedstaaten, die autoritären Kräften, Rassismus und Nationalismus Auftrieb geben: denen, die ein »Europa der Vaterländer« gegen ein soziales und demokratisches Europa setzen.
#1509Europa kann durch Demokratie und soziale Gerechtigkeit neu gestaltet werden – andernfalls besteht die Gefahr, dass rechte Parteien und Populisten Europa nach ihrem Bild verändern.
#1510Die Krise der EU ist auch eine Krise der marktkonformen Demokratie: Freier Kapitalverkehr, freier Fluss von Gütern und Dienstleistungen sind die privilegierten Freiheiten, sie sind das Primärrecht der EU.
#1511Im Konflikt mit den ebenfalls im Primärrecht verankerten sozialen, ökologischen und demokratischen Grundrechten muss allzu oft der EuGH abwägen.
#1512Die Macht der Lobbyist*innen der Konzerne ist nicht nur eine Folge ihrer ökonomischen Macht oder gar Zufall.
#1513Marktkonforme Demokratie und Lobbymacht der Konzerne bedingen einander gegenseitig.
#1514Wir wollen die linke europäische Idee von sozialer Gerechtigkeit, Humanismus und internationaler Solidarität vor ihrer Zerstörung durch die neoliberale Politik der EU bewahren.
#1515Nur so kann Europa und die EU eine wirkliche und dauerhafte Antwort auf die jahrhundertelange Geschichte von Krieg und Gewaltherrschaft, insbesondere dem Zweiten Weltkrieg und dem Nationalsozialismus, sein.
#1516Eine Verbesserung demokratischer und sozialer Standards wird es im 21. Jahrhundert in Europa nur auf der Grundlage des solidarischen Miteinanders geben.
#1517Die derzeitige Verfasstheit der EU ist für diese Vision hinderlich.
#1518Wir wollen den Neustart der Europäischen Union durch eine Initiative für ein Europa von unten.
#1519Die EU kann durch Bewegung von unten für eine unteilbare Demokratie und soziale Gerechtigkeit verändert werden.
#1520Nach den Protesten gegen TTIP, CETA und TiSA wurde 2018 das Sonderklagerecht für Konzerne aus dem neuen NAFTA-Vertrag zwischen Mexiko, Kanada und der USA gestrichen.
#1521Das muss jetzt auch für die weiteren Handelsverträge der EU erreicht werden.
#1522DIE LINKE steht an der Seite der Gewerkschaften und ist Teil der sozialen Bewegungen.
#1523Wir werden in Deutschland und in Europa gemeinsam mit unserer Fraktion im EU-Parlament sowie unseren Schwesterparteien in der Europäischen Linken (EL) weiter dafür kämpfen, dass die Interessen der Menschen Vorrang vor Profit und Wettbewerb haben, dass das Recht auf Asyl und der Schutz vor Diskriminierung, Verfolgung und auf der Flucht verteidigt wird.
#1524DIE LINKE ist solidarisch mit den fortschrittlichen Kräften in Europa, die ein soziales und solidarisches Europa anstreben.
#1525Veränderungen sind nur möglich, wenn die Mehrheiten andere sind.
#1526Deshalb brauchen wir soziale Bewegungen und eine starke LINKE.
#1527Die Macht von Kommission und Räten brechen – Das europäische Parlament stärken Mit dem Lissabon-Vertrag wurde die demokratische Legitimierung von Entscheidungsprozessen gravierend verbessert.
#1528Das Europäische Parlament als einziges direkt gewähltes Organ der EU entscheidet in fast allen Politikbereichen gleichberechtigt mit dem Rat der EU über europäische Gesetzgebung.
#1529Doch dabei darf die EU nicht stehen bleiben.
#1530Der Rat der EU und mit ihm die Mitgliedstaaten sind weiterhin zu gewichtig.
#1531Noch immer sind ihm einige Politikbereiche exklusiv vorbehalten.
#1532Darüber hinaus werden noch zu oft durch komplizierte Abstimmungsverfahren und gelegentliche Einstimmigkeitserfordernisse durch nationale Egoismen Gesetze blockiert.
#1533Die demokratische Pluralität des Parlaments wird so unterminiert.
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