Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

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vom 06.03.2026 PDF
#1321
7. Das Sterben beenden – Kontinent der Solidarität statt Festung Europa!
#1322
Einwanderung ist kein Krisenfall.
#1323
Sie hat zu Wohlstand, Demokratie und kultureller Entwicklung wesentlich beigetragen.
#1324
Wir in Europa haben ihr viel zu verdanken: Europa ist längst ein Kontinent der Einwanderung.
#1325
Der Wohlstand der Industriestaaten beruht auf grenzübergreifendem Handel.
#1326
Es wäre nur konsequent, wenn auch Menschen sich frei bewegen könnten.
#1327
Statt gleiche Rechte und grenzübergreifende Solidarität zu stärken, wird von den mächtigen Regierungen dieser Welt weiter eine Politik von Abschottung, Ausbeutung, Krieg und Ausgrenzung betrieben.
#1328
Weltweit sind so viele Menschen auf der Flucht wie noch nie.
#1329
Aber die EU macht die Grenzen dicht und bekämpft die Geflüchteten – nicht die Fluchtursachen.
#1330
An den Grenzen der EU entstehen Massengräber.
#1331
2017 sind allein im Mittelmeer über 3 000 Geflüchtete ums Leben gekommen.
#1332
Das massenhafte Sterben ist ein Ergebnis der Abschottung Europas und der Kriminalisierung der Seenotrettung.
#1333
Das verhöhnt die europäischen Werte von Menschenrechten und Demokratie.
#1334
Es setzt die Menschenrechtskonvention und das internationale Seerecht außer Kraft.
#1335
Dabei sind EU-Kommission, Bundesregierung und europäische Konzerne wesentlich dafür verantwortlich, dass Menschen ihr »Recht zu bleiben« nicht wahrnehmen können und ihre Heimat verlassen müssen.
#1336
Fluchtursachen hängen mit den Kriegen und Bürgerkriegen zusammen, die durch Aufrüstung und Militarisierung vorangetrieben werden.
#1337
Und sie sind ein Ergebnis der weltweiten Ungleichheit zwischen Arm und Reich.
#1338
Sie ist Resultat von Jahrhunderten des Kolonialismus und wächst durch Ausbeutung in unfairen Handelsbeziehungen, durch das Erstarken der großen Agrarfirmen und rücksichtslos agierende Konzerne.
#1339
Zwar behaupten auch die regierenden Parteien in der EU inzwischen, dass sie Fluchtursachen bekämpfen wollen.
#1340
Ihren Worten folgen aber keine Taten.
#1341
Waffenexporte, Kriegseinsätze von EU-Staaten, die Kollaboration mit Diktatoren und der durch die Industrieländer in erster Linie zu verantwortende Klimawandel schaffen immer neue Fluchtursachen.
#1342
»Freihandelsabkommen« mit afrikanischen Staaten, auch wenn sie – wie der »Compact for Africa« – den Anstrich von »Entwicklungspolitik« haben, vertiefen Armut und Instabilität.
#1343
Menschen, die vor den daraus folgenden Lebensumständen fliehen, sind keine »Wirtschaftsflüchtlinge«.
#1344
Die Probleme dieser Weltwirtschaft sind das Ergebnis politischer Entscheidungen – und sie können verändert werden.
#1345
Rechte und Rassisten hetzen gegen diejenigen, die in Europa – oft unter Lebensgefahr – Zuflucht suchen, und propagieren ausgerechnet das Treten nach Unten als »Alternative«.
#1346
Die liberalen Parteien lassen sich in der Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik von den Rechten treiben: Der Streit um das Gemeinsame europäische Asyl system (GEAS) zeigt, dass Einigkeit unter den Regierenden in der EU vor allem bei Abschottung, Abschiebung und der Aufrüstung der Grenzen besteht.
#1347
Gutes Zusammenleben braucht eine soziale Infrastruktur, die dem öffentlichen Bedarf verpflichtet ist und die Ärmsten schützt, egal woher sie kommen.
#1348
Doch weder EU-Kommission noch Bundesregierung haben die sozialen Grundlagen für eine gute Integration geschaffen.
#1349
Im Gegenteil: Durch die Kürzungs- und Privatisierungspolitik der letzten Jahre haben sie den sozialen Zusammenhalt systematisch geschwächt.
#1350
Schutzsuchende Menschen aus Nicht-EU-Staaten werden diskriminiert: Teilweise dürfen sie nicht arbeiten, ihren Wohnsitz nicht frei wählen, werden im Rahmen des gescheiterten Dublin-Systems zwischen EU-Staaten hin und her geschoben.
#1351
Die Flüchtlingsabwehr nach außen »funktioniert« auf zwei Ebenen: mit der Europäischen Agentur für die Grenz- und Küstenwache (»Frontex«) direkt an den Außengrenzen der EU sowie durch die Vorverlagerung der Grenzabwehr, in Kooperation mit Warlords wie in Libyen oder Diktatoren wie Erdogan in der Türkei.


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