Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

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vom 05.09.2026 PDF
#891
Erhalten, was uns erhält
#892
Agroforstsystemen –, ist ebenso riesig wie das Potenzial ökologischer Anbautechniken, widerstandsfähig gegenüber Krankheiten, Trockenheit, Versalzung, Vernässung zu sein.
#893
Dieses Potenzial ist aber in Europa nur in Ansätzen erforscht.
#894
Wir fordern daher eine deutlich stärkere Forschungsförderung in diesem Bereich.
#895
Denn aktuell werden agrarökologische Methoden – zu denen auch der zertifizierte Ökolandbau gehört – in Europa und weltweit nur mit einem Bruchteil der finanziellen Mittel erforscht und weiterentwickelt, die konventionelle und gentechnische Ansätze erhalten.
#896
Wir setzen uns auch für den Erhalt wertvoller Kulturlandschaften ein, beispielsweise der
#897
Streuobstbestände.
#898
Wir GRÜNEN lehnen seit vielen Jahren – anders als Gentechnik
#899
teilweise im medizinischen Bereich und bei der industriellen Produktion – den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft ab.
#900
So, wie Gentechnik in der Landwirtschaft stattfindet, trägt sie zum Ausbau
#901
der Monopole großer Agrarkonzerne bei und führt zu einem Verlust
#902
an Biodiversität und landwirtschaftlicher Vielfalt.
#903
Die großen Probleme, die Länder wie die USA oder Argentinien als Folge des Einsatzes von Gentechnik haben – wie ein massiver Einsatz von Totalherbiziden wie Glyphosat, Superunkräuter, Gefährdung landwirtschaftlicher Vielfalt, die große Monopolmacht der Agrarkonzerne sowie die eingeschränkte Verbraucher*innenfreiheit –, unterstreichen, wie wichtig diese Ablehnung war und ist.
#904
Dass Europas Äcker heute weitgehend frei von Gentechnik sind, ist ein Erfolg der Bewegung und der Verbraucher*innen gegen Gentechnik.
#905
Daher ist es essenziell, dass das Vorsorgeprinzip im Zulassungsverfahren entsprechend der Entscheidung des des Europäischen Gerichtshofs auch gegenüber neuen Verfahren in der Gentechnik
#906
europaweit angewandt wird. Auch die neue Gentechnik unterliegt
#907
einer strengen Regulierung und Kennzeichnungspflicht.
#908
Die Menschen in Europa wollen mehrheitlich keine Gentechnik auf dem Acker und dem Teller – wir setzen uns dafür ein, dass die Wahlfreiheit für Verbraucher*innen und Landwirt*innen auch gegenüber neuen gentechnischen Verfahren gewährleistet wird.
#909
Weil gentechnische Veränderungen nicht rückholbar sind, muss sichergestellt werden, dass keine Organismen freigesetzt werden, die Schaden anrichten können.
#910
Die Zulassungsverfahren durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) müssen transparent und unabhängig vom Einfluss der Agrarkonzerne durchgeführt werden. Zugleich muss der
#911
Fokus auf Umweltgefahren ausgebaut und mehr Geld in öffentliche
#912
Forschung investiert werden.
#913
Erhalten, was uns erhält
#914
Der Einsatz von Gentechnik ist aber nicht nur eine Frage der gesetzlichen Zulassung, sondern vielmehr eine Frage der Ethik und der gesellschaftlichen Akzeptanz. Deshalb muss der weitere Umgang mit
#915
neuen gentechnischen Verfahren gesellschaftlich breit diskutiert werden.
#916
In diesem Zusammenhang halten wir es auch grundsätzlich für höchst problematisch, dass bei der finalen Zulassung einzelner Konstrukte die Kommission und die Mitgliedstaaten im Ständigen Ausschuss ohne das Europäische Parlament entscheiden. Das können wir so nicht
#917
akzeptieren.
#918
Wir GRÜNEN werden uns dafür einsetzen, dass das Parlament bei dieser Entscheidung angemessen beteiligt und gehört wird.
#919
Eine klare Kennzeichnung von Gentechnik ist zentral. Auch
#920
Produkte von Tieren, die mit gentechnisch veränderten Futtermitteln gefüttert wurden, müssen als solche gekennzeichnet werden.
#921
Für den Schutz des gentechnikfreien konventionellen und ökologischen Landbaus ist ein Standortregister nach wie vor unverzichtbar.


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