Dokument lesen
-
vom 05.09.2026 PDF
#887
Fenster schließen und zurück
Beispiel Blühstreifen, Hecken, Feldlerchenfenstern, Extensivgrünland oder Streuobstwiesen, in jedem landwirtschaftlichen Betrieb.
#888Landwirtschaftliche Ökosysteme stärken!
#889Eine andere Landwirtschaft bedeutet auch, anders anzubauen – gerade im Lichte der Klimaauswirkungen.
#890Das Potenzial verschiedenster Anbaumethoden, robuste landwirtschaftliche Ökosysteme zu bilden – von Push-and-pull-Techniken und Permakultur bis zu
#891Erhalten, was uns erhält
#892Agroforstsystemen –, ist ebenso riesig wie das Potenzial ökologischer Anbautechniken, widerstandsfähig gegenüber Krankheiten, Trockenheit, Versalzung, Vernässung zu sein.
#893Dieses Potenzial ist aber in Europa nur in Ansätzen erforscht.
#894Wir fordern daher eine deutlich stärkere Forschungsförderung in diesem Bereich.
#895Denn aktuell werden agrarökologische Methoden – zu denen auch der zertifizierte Ökolandbau gehört – in Europa und weltweit nur mit einem Bruchteil der finanziellen Mittel erforscht und weiterentwickelt, die konventionelle und gentechnische Ansätze erhalten.
#896Wir setzen uns auch für den Erhalt wertvoller Kulturlandschaften ein, beispielsweise der
#897Streuobstbestände.
#898Wir GRÜNEN lehnen seit vielen Jahren – anders als Gentechnik
#899teilweise im medizinischen Bereich und bei der industriellen Produktion – den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft ab.
#900So, wie Gentechnik in der Landwirtschaft stattfindet, trägt sie zum Ausbau
#901der Monopole großer Agrarkonzerne bei und führt zu einem Verlust
#902an Biodiversität und landwirtschaftlicher Vielfalt.
#903Die großen Probleme, die Länder wie die USA oder Argentinien als Folge des Einsatzes von Gentechnik haben – wie ein massiver Einsatz von Totalherbiziden wie Glyphosat, Superunkräuter, Gefährdung landwirtschaftlicher Vielfalt, die große Monopolmacht der Agrarkonzerne sowie die eingeschränkte Verbraucher*innenfreiheit –, unterstreichen, wie wichtig diese Ablehnung war und ist.
#904Dass Europas Äcker heute weitgehend frei von Gentechnik sind, ist ein Erfolg der Bewegung und der Verbraucher*innen gegen Gentechnik.
#905Daher ist es essenziell, dass das Vorsorgeprinzip im Zulassungsverfahren entsprechend der Entscheidung des des Europäischen Gerichtshofs auch gegenüber neuen Verfahren in der Gentechnik
#906europaweit angewandt wird. Auch die neue Gentechnik unterliegt
#907einer strengen Regulierung und Kennzeichnungspflicht.
#908Die Menschen in Europa wollen mehrheitlich keine Gentechnik auf dem Acker und dem Teller – wir setzen uns dafür ein, dass die Wahlfreiheit für Verbraucher*innen und Landwirt*innen auch gegenüber neuen gentechnischen Verfahren gewährleistet wird.
#909Weil gentechnische Veränderungen nicht rückholbar sind, muss sichergestellt werden, dass keine Organismen freigesetzt werden, die Schaden anrichten können.
#910Die Zulassungsverfahren durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) müssen transparent und unabhängig vom Einfluss der Agrarkonzerne durchgeführt werden. Zugleich muss der
#911Fokus auf Umweltgefahren ausgebaut und mehr Geld in öffentliche
#912Forschung investiert werden.
#913Erhalten, was uns erhält
#914Der Einsatz von Gentechnik ist aber nicht nur eine Frage der gesetzlichen Zulassung, sondern vielmehr eine Frage der Ethik und der gesellschaftlichen Akzeptanz. Deshalb muss der weitere Umgang mit
#915neuen gentechnischen Verfahren gesellschaftlich breit diskutiert werden.
#916In diesem Zusammenhang halten wir es auch grundsätzlich für höchst problematisch, dass bei der finalen Zulassung einzelner Konstrukte die Kommission und die Mitgliedstaaten im Ständigen Ausschuss ohne das Europäische Parlament entscheiden. Das können wir so nicht
#917akzeptieren.
Fenster schließen und zurück
Anzeige: