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vom 04.09.2026 PDF
#808
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Qualität statt Masse – Neuausrichtung der Agrarförderung
#809Um die europäische Landwirtschaft an die gesellschaftlichen Herausforderungen anzupassen, muss sich vor allem die Ausgestaltung der aktuellen EU-Agrarförderpolitik grundlegend ändern. Immer noch
#810kommt der größte Teil der bisher knapp 60 Milliarden Euro, mit denen die Landwirtschaft jährlich subventioniert wird, insbesondere großen Betrieben zugute und fördert so Umweltzerstörung, In dustria li sierung, Höfesterben und Exportorientierung.
#811Die Mittel belohnen zudem pauschal Bodenbesitz.
#812Erhalten, was uns erhält
#813Eine neue Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) dagegen soll
#814ausschließlich die über gesetzliche Standards hinausgehenden
#815Leistungen der Landwirt*innen für das Gemeinwohl fördern und
#816ihnen so Alternativen zum Prinzip „Wachse oder weiche!“ eröffnen.
#817Öffentliche Mittel müssen für eine echte Transformation hin zu
#818einer für Mensch, Natur und Umwelt nachhaltigen Landwirtschaft
#819verwendet werden. Der Ausbau der ökologischen Landwirtschaft,
#820eine natur- und artgerechte Landwirtschaft wie auch eine artgerechte und flächengebundene Tierhaltung werden dann gezielt unterstützt.
#821Gleiches gilt beispielsweise für Betriebe, die weniger oder gar keine Pestizide einsetzen oder Naturschutzmaßnahmen durchführen.
#822Die bisher überwiegend an der Fläche anknüpfende Förderung, die vor allem industriell wirtschaftenden Betrieben zugutekommt, soll abgeschafft werden.
#823Nur mit dem Prinzip „öffentliches Geld für öffentliche Leistung“ lassen sich die hohen Agrarzahlungen noch rechtfertigen.
#824Die Vorgaben für diese Leistungen müssen auf EU-Ebene
#825definiert werden, damit die Mitgliedstaaten nicht um den nied rigsten Standard konkurrieren.
#826Voraussetzung für jedwede Förderung ist das Einhalten von Umwelt- und Sozialstandards, die ebenfalls für alle Mitgliedstaaten auf EU-Ebene festgelegt werden
#827müssen. Im Rahmen der GAP fordern wir einen Naturschutzfonds
#828von 15 Milliarden Euro jährlich für Naturschutzmaßnahmen in der
#829Agrarlandschaft.
#830Die EU muss zum Ziel haben, Kleinbäuer*innen in ärmeren
#831Ländern dabei zu unterstützen, mit agrarökologischen Methoden
#832Lebensmittel für lokale und regionale Märkte herzustellen und so
#833zur Ernährungssicherheit und -souveränität beizutragen.
#834Gleichzeitig müssen die Länder auch stärker beim Aufbau von Wertschöpfungsketten unterstützt werden.
#835Wir wollen ein Monitoring der externen Auswirkungen der GAP einführen.
#836Auch die Übermacht des Einzelhandels trägt dazu bei, dass
#837Landwirt*innen in Europa in einen brutalen Wettbewerb sowie
#838Kleinsterzeuger*innen wie etwa in Afrika und Lateinamerika in
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