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vom 04.09.2026 PDF
#795
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Doch der Handlungsdruck bleibt groß.
#796Unser mittelfristiges Ziel muss sein, die Landwirtschaft in der EU nach ökologischen Kriterien auszurichten, ähnlich wie das EU-Bio-Siegel sie gegenwärtig schon vorsieht.
#797Durch intensive Landwirtschaft und Monokulturen gehen noch
#798immer europaweit fruchtbare Böden verloren, das Artensterben geht
#799ungebremst weiter, der Pestizideinsatz ist ungemindert hoch und
#800industrielle Tierhaltung degradiert Tiere zu Rohstoffen.
#801Die Landwirtschaft, die zu den Hauptbetroffenen der Klimakrise gehört, ist selbst für einen nicht geringen Anteil des Ausstoßes klimaschädlicher Gase und dadurch mit für die Erderhitzung verantwortlich.
#802Es ist höchste Zeit, eine Agrar- und Ernährungspolitik zu entwickeln, die die Landwirtschaft in der EU zukunftsfähig macht.
#803Der Schutz von Klima, Boden, Wasser, Artenvielfalt und Tieren steht im
#804Mittelpunkt dieser neuen Landwirtschaftspolitik. Die Agrarpolitik
#805sollte dazu beitragen, dass die Konsum- und Produktionsstrukturen
#806in Europa nicht die natürlichen Ressourcen und die Lebensgrundlagen bei uns in Europa und in sich entwickelnden Ländern zerstören, indem EU-Agrarprodukte zu Dumpingpreisen die Märkte Afrikas, Asiens und Lateinamerikas überfluten.
#807Vielmehr muss sie dazu beitragen, dass die bäuerliche Landwirtschaft weltweit erhalten wird und die nachhaltigen Entwicklungsziele erreicht werden.
#808Qualität statt Masse – Neuausrichtung der Agrarförderung
#809Um die europäische Landwirtschaft an die gesellschaftlichen Herausforderungen anzupassen, muss sich vor allem die Ausgestaltung der aktuellen EU-Agrarförderpolitik grundlegend ändern. Immer noch
#810kommt der größte Teil der bisher knapp 60 Milliarden Euro, mit denen die Landwirtschaft jährlich subventioniert wird, insbesondere großen Betrieben zugute und fördert so Umweltzerstörung, In dustria li sierung, Höfesterben und Exportorientierung.
#811Die Mittel belohnen zudem pauschal Bodenbesitz.
#812Erhalten, was uns erhält
#813Eine neue Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) dagegen soll
#814ausschließlich die über gesetzliche Standards hinausgehenden
#815Leistungen der Landwirt*innen für das Gemeinwohl fördern und
#816ihnen so Alternativen zum Prinzip „Wachse oder weiche!“ eröffnen.
#817Öffentliche Mittel müssen für eine echte Transformation hin zu
#818einer für Mensch, Natur und Umwelt nachhaltigen Landwirtschaft
#819verwendet werden. Der Ausbau der ökologischen Landwirtschaft,
#820eine natur- und artgerechte Landwirtschaft wie auch eine artgerechte und flächengebundene Tierhaltung werden dann gezielt unterstützt.
#821Gleiches gilt beispielsweise für Betriebe, die weniger oder gar keine Pestizide einsetzen oder Naturschutzmaßnahmen durchführen.
#822Die bisher überwiegend an der Fläche anknüpfende Förderung, die vor allem industriell wirtschaftenden Betrieben zugutekommt, soll abgeschafft werden.
#823Nur mit dem Prinzip „öffentliches Geld für öffentliche Leistung“ lassen sich die hohen Agrarzahlungen noch rechtfertigen.
#824Die Vorgaben für diese Leistungen müssen auf EU-Ebene
#825definiert werden, damit die Mitgliedstaaten nicht um den nied rigsten Standard konkurrieren.
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