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vom 02.09.2026 PDF
#3520
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In einer echten globalen Partnerschaft dürfen nicht nur die
#3521wirtschaftlich Stärksten entscheiden. Deswegen fordern wir die
#3522Wiederbelebung der Verhandlungen im Rahmen der WTO. Dazu
#3523sollte die EU einen Vorschlag vorlegen, der die WTO und das Welthandelssystem reformiert und neu belebt und langfristig unter das Dach der Vereinten Nationen stellt.
#3524Die Errichtung einer neuen globalen Welthandelsordnung
#3525wird Zeit brauchen.
#3526Daher können für den Übergang auch Abkommen zwischen einzelnen Staaten und Wirtschaftsräumen sinnvoll sein.
#3527An diese Abkommen legen wir aber harte Kriterien an.
#3528Sie dürfen nicht zulasten Dritter gehen. Sie müssen demokratisch
#3529und transparent zustande kommen. Das Europaparlament muss
#3530über das Mandat mitbestimmen, und mehr Verhandlungsdokumente sollen öffentlich sein.
#3531Die TTIP-Verhandlungen haben gezeigt, dass mehr Transparenz möglich ist.
#3532Auch müssen die Abkommen Umwelt- und Klimaschutz, Menschenrechte, Entwicklung und soziale Gerechtigkeit voranbringen.
#3533Getrieben von einer konservativ-neoliberalen Mehrheit, wurde in Europa eine Handelspolitik vorangebracht, die diesen Grundsätzen widerspricht oder sie sogar in ihr Gegenteil verkehrt.
#3534Im Mittelpunkt stehen die Interessen von großen Konzernen, während Verstöße gegen Umweltschutz, Arbeitnehmer*innen- und Menschenrechte weiterhin nicht bestraft werden.
#3535Garantieren, was uns alle schützt
#3536Wir stehen für eine Handelspolitik, die die Globalisierung gerecht gestaltet, die in ihren Handelsabkommen verbindlich soziale und ökologische Standards und das Vorsorgeprinzip festschreibt, die kommunale Daseinsvorsorge ausreichend schützt, den Pariser
#3537Klimavertrag als wesentlichen Bestandteil verankert und die parlamentarische Mitentscheidung bei der sogenannten regulatorischen Kooperation garantiert.
#3538Es ist nicht hinnehmbar, dass es Sonderschiedsgerichte für Investoren gibt, während Klimaschutz, Menschenrechte oder das Vorsorgeprinzip nur schmückende Prosa bleiben.
#3539Wir lehnen einseitige Gerichte und Sonderklagerechte für private Inves toren ab.
#3540Das sind unsere Maßstäbe für Handelsabkommen wie CETA, JEFTA und TTIP. Deshalb lehnen wir CETA in dieser Form weiterhin
#3541ab. Wir sind davon überzeugt, dass es möglich ist, das Abkommen im
#3542Sinne der oben genannten Kriterien zu verändern, solange es noch
#3543nicht endgültig in Kraft gesetzt ist.
#3544Die derzeit laufenden Vertragsanpassungen wollen wir nutzen.
#3545Wir sind zusammen mit einer breiten europäischen Zivilgesellschaft erfolgreich dagegen auf die Straße gegangen und haben dazu beigetragen, dass TTIP nicht gekommen ist und bei CETA und
#3546JEFTA einseitige Gerichte für private Investoren erst einmal verhindert werden konnten.
#3547Das macht deutlich, dass es sich lohnt, für fai re, ökologische, gerechte und demokratische Handelsabkommen zu streiten, auch wenn wir noch nicht am Ziel sind. Denn leider halten
#3548die Kommission und die Mehrheit der Mitgliedstaaten unbeirrt an
#3549ihrer falschen Agenda fest. Wir GRÜNEN treten auf allen Ebenen
#3550dafür ein, dass diese Politik geändert wird.
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