Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

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vom 02.09.2026 PDF
#3512
Die Welthandelsordnung steht unter Druck. Verhandlungen in der
#3513
Welthandelsorganisation (WTO) stecken in der Sackgasse. Immer
#3514
mehr Staaten setzen darauf, nur mit einzelnen anderen Staaten
#3515
Handelsabkommen abzuschließen. Die „America-first-Politik“ von
#3516
Donald Trump oder Chinas aggressive Industriepolitik verstärken
#3517
den Sog zu immer mehr bilateralen Abkommen.
#3518
Wir sehen das skeptisch, denn dabei geraten die Interessen von Ländern, die keinen Platz am Verhandlungstisch haben, immer unter die Räder und die
#3519
Verhandlungsposition ärmerer Länder wird geschwächt.
#3520
In einer echten globalen Partnerschaft dürfen nicht nur die
#3521
wirtschaftlich Stärksten entscheiden. Deswegen fordern wir die
#3522
Wiederbelebung der Verhandlungen im Rahmen der WTO. Dazu
#3523
sollte die EU einen Vorschlag vorlegen, der die WTO und das Welthandelssystem reformiert und neu belebt und langfristig unter das Dach der Vereinten Nationen stellt.
#3524
Die Errichtung einer neuen globalen Welthandelsordnung
#3525
wird Zeit brauchen.
#3526
Daher können für den Übergang auch Abkommen zwischen einzelnen Staaten und Wirtschaftsräumen sinnvoll sein.
#3527
An diese Abkommen legen wir aber harte Kriterien an.
#3528
Sie dürfen nicht zulasten Dritter gehen. Sie müssen demokratisch
#3529
und transparent zustande kommen. Das Europaparlament muss
#3530
über das Mandat mitbestimmen, und mehr Verhandlungsdokumente sollen öffentlich sein.
#3531
Die TTIP-Verhandlungen haben gezeigt, dass mehr Transparenz möglich ist.
#3532
Auch müssen die Abkommen Umwelt- und Klimaschutz, Menschenrechte, Entwicklung und soziale Gerechtigkeit voranbringen.
#3533
Getrieben von einer konservativ-neoliberalen Mehrheit, wurde in Europa eine Handelspolitik vorangebracht, die diesen Grundsätzen widerspricht oder sie sogar in ihr Gegenteil verkehrt.
#3534
Im Mittelpunkt stehen die Interessen von großen Konzernen, während Verstöße gegen Umweltschutz, Arbeitnehmer*innen- und Menschenrechte weiterhin nicht bestraft werden.
#3535
Garantieren, was uns alle schützt
#3536
Wir stehen für eine Handelspolitik, die die Globalisierung gerecht gestaltet, die in ihren Handelsabkommen verbindlich soziale und ökologische Standards und das Vorsorgeprinzip festschreibt, die kommunale Daseinsvorsorge ausreichend schützt, den Pariser
#3537
Klimavertrag als wesentlichen Bestandteil verankert und die parlamentarische Mitentscheidung bei der sogenannten regulatorischen Kooperation garantiert.
#3538
Es ist nicht hinnehmbar, dass es Sonderschiedsgerichte für Investoren gibt, während Klimaschutz, Menschenrechte oder das Vorsorgeprinzip nur schmückende Prosa bleiben.
#3539
Wir lehnen einseitige Gerichte und Sonderklagerechte für private Inves toren ab.
#3540
Das sind unsere Maßstäbe für Handelsabkommen wie CETA, JEFTA und TTIP. Deshalb lehnen wir CETA in dieser Form weiterhin
#3541
ab. Wir sind davon überzeugt, dass es möglich ist, das Abkommen im
#3542
Sinne der oben genannten Kriterien zu verändern, solange es noch


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