Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

Dokument lesen

-

vom 02.09.2026 PDF
#3360
Europa kommt gar nicht darum herum, sich diesen Herausforderungen stärker selbst zu stellen. Die NATO hat nach wie
#3361
vor eine wichtige Bedeutung für die Sicherheit Europas. Doch auch
#3362
angesichts der Spannungen und Konflikte im NATO-Bündnis ist es
#3363
sinnvoll, die Sicherheit Europas stärker gemeinsam voranzutreiben.
#3364
An der Vision einer gesamteuropäischen Sicherheitsordnung, die den Raum der OSZE umfasst, halten wir fest. In diesem Sinne
#3365
wollen wir an einer gemeinsamen europäischen Sicherheitsunion
#3366
Garantieren, was uns alle schützt
#3367
arbeiten und die verstärkte Zusammenarbeit der Streitkräfte in der
#3368
EU ausbauen, anstatt immer mehr Geld in nationale Rüstungssektoren zu pumpen.
#3369
Den Aufbau einer europäischen Atommacht lehnen wir ab.
#3370
Genauso wenig wollen wir, dass Deutschland sich atomar bewaffnet oder sich unter den Schutzschild der französischen Atomstreitkräfte stellt.
#3371
Forderungen aus der NATO, die nationalen Militärausgaben auf
#3372
2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu steigern, lehnen wir ab. Aus
#3373
Sicht der EU-Kommission würden sich schon jetzt durch eine tief
#3374
gehende Kooperation im Verteidigungsbereich Einsparungsmöglichkeiten von 25 bis 100 Milliarden Euro pro Jahr ergeben.
#3375
Statt 17 nicht funktionsfähiger Systeme sollten wir besser ein funktionierendes System schaffen.
#3376
Wir unterstützen daher grundsätzlich die ständige und strukturierte Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich (PESCO), wobei die zivile Seite der Sicherheitskooperation bislang deutlich hinterherhinkt.
#3377
PESCO ist mit der Teilnahme von 25 der 28 Mitgliedstaaten zu einem Projekt nahezu der gesamten Europäischen Union geworden.
#3378
Die Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich darf aber nicht dazu führen, dass wir zusätzliches Geld in ein ineffizientes System der Verteidigungsbeschaffung stecken.
#3379
Was europäisch getan wird, darf nicht noch parallel national weitergeführt und finanziert werden.
#3380
Vielmehr wollen wir eine sicherheitspolitische Integration auf europäischer Ebene im Sinne einer echten Umsetzung des „Pooling & Sharing“.
#3381
Die europäischen Verteidigungs ausgaben dürfen auch nicht zulasten anderer Aufgaben der EU gehen.
#3382
Die Umwidmung bisher ziviler Haushaltstitel auf EU-Ebene lehnen
#3383
wir ab.
#3384
Die Entwicklung des Europäischen Verteidigungsfonds verfolgen wir kritisch und setzen uns für mehr Transparenz und Kontrollmöglichkeiten durch das Europäische Parlament ein.
#3385
Der Fonds darf nicht zu Aufrüstung führen.
#3386
Wir sind gegen eine Etablierung von Parallelstrukturen zur Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP) wie die Europäische Interventionsinitiative (EII).
#3387
Ein gemeinsames außen- und sicherheitspolitisches Vorgehen Europas
#3388
kann es nur innerhalb der Strukturen der Europäischen Union geben.
#3389
Damit der Einsatz des Militärs auch wirklich das äußerste Mittel
#3390
bleibt, muss der zivile Aspekt der Sicherheit deutlich gestärkt werden, wozu vor allem die Nichtverbreitung von Waffen, die Verhinderung von Völkermord, die wirtschaftliche Entwicklung, die Rechtsstaatlichkeit, die Vermittlung und Versöhnung und die territoriale Integrität zählen.


Fenster schließen und zurück

Anzeige: