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vom 02.09.2026 PDF
#3208
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eine grundlegende Neuvermessung der europäisch-türkischen Beziehungen.
#3209Mehr denn je muss die EU eine klare Haltung für Demokratie und Menschenrechte zeigen.
#3210Für die europäische Ebene bedeutet das unter anderem: Über eine Ausweitung der Zollunion kann erst verhandelt werden, wenn die Türkei eine Kehrtwende zurück zu
#3211Demokratie und Rechtsstaatlichkeit vollzieht.
#3212Alle Rüstungsexporte europäischer Mitgliedstaaten gehören beendet, ebenso wie die Beteiligung europäischer Unternehmen an Rüstungskonsortien in
#3213der Türkei.
#3214Die Türkei hat über 3 Millionen Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen.
#3215Deren Versorgung nach humanitären Standards muss die EU finanziell unterstützen.
#3216Auch sollten die EU-Staaten dringend Kontingente zur Entlastung der dortigen Strukturen anbieten.
#3217Das Flüchtlingsabkommen mit der Türkei ist eine Folge der Weigerung der EU-Mitgliedstaaten, zu einer gemeinsamen solidarischen Lösung in der Flüchtlingskrise zu kommen. Es hat zu katastrophalen
#3218Lagern auf Lesbos und anderen griechischen Inseln geführt und untergräbt durch Abschiebungen ohne Asylrechtsprüfung das Recht auf Asyl. Damit hat die Türkei einen nicht unerheblichen Anteil an einer
#3219EU-Abschottungspolitik. Diesen EU-Türkei-Deal wollen wir beenden.
#3220Garantieren, was uns alle schützt
#3221Praktisch liegen die Beitrittsgespräche mit der Türkei bereits
#3222auf Eis. Die Wiederaufnahme der Verhandlungen muss an strenge,
#3223messbare Bedingungen geknüpft sein. Insbesondere mit Blick auf
#3224die Verfassungsreform und die jüngsten Wahlen in der Türkei ist eines deutlich: Ein EU-Beitritt der Türkei ist mit der derzeit unter Präsident Erdoğan verfolgten Linie zur Aushöhlung des Rechtsstaats, von demokratischen Rechten und von gesellschaftlichen Freiheiten
#3225nicht vorstellbar.
#3226Zugleich gilt: Für eine demokratische und weltoffene Türkei müssen die Türen zur EU offen bleiben.
#3227Ein formaler Abbruch der Beitrittsgespräche wäre falsch.
#3228Die vielen proeuropäischen Kräfte in der Türkei brauchen dieses Signal und weiterhin unsere Unterstützung.
#3229Umso bedeutender ist es deshalb, die noch bestehenden EU-Beitrittshilfen ausschließlich an prodemokratische Organisationen auszuzahlen und die Verwendung der Gelder deutlich strenger zu kontrollieren als bislang.
#3230Partnerschaft auf Augenhöhe mit Afrika
#3231Afrika und Europa sind einander eng verbunden – durch die koloniale Vergangenheit hat Europa eine besondere historische Verantwortung.
#3232Statt aber eine Partnerschaft auf Augenhöhe anzustreben, stehen derzeit für die EU vor allem Migrationskontrolle und polizeiliche bzw.
#3233militärische Zusammenarbeit im Vordergrund.
#3234Die gegenwärtige europäische Agrar-, Fischerei-, Handels- und Ressourcenpolitik verhindert eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung in Afrika.
#3235Diese Politik bekämpft keine Probleme, sondern verschärft die Situation derjenigen, die am meisten unter Armut und globaler
#3236Ungerechtigkeit zu leiden haben.
#3237Wir wollen eine Wende in den Beziehungen zu unserem Nachbarkontinent und unsere afrikanischen Partner dabei unterstützen, lebenswerte Perspektiven für die Menschen vor Ort, besonders für die Jugend, zu schaffen und damit auch langfristig Fluchtgründe zu bekämpfen. Dies wollen wir vor allem
#3238durch eine Stärkung afrikanischer Organisationen wie der Afrikanischen Union oder der Afrikanischen Entwicklungsbank erreichen.
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