Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

Dokument lesen

-

vom 02.09.2026 PDF
#3201
Diese Kräfte – die trotz schwerster Repressalien und systematischer Verfolgung durch eine autoritäre und autokratische Regierung in der Türkei für Weltoffenheit eintreten – müssen wir unterstützen. Wir wollen deshalb alles politische Handeln auf
#3202
europäischer Ebene und in den Mitgliedstaaten konsequent auf die
#3203
Unterstützung der demokratischen Kräfte in der Türkei ausrichten.
#3204
Wir verurteilen die von Präsident Erdoğan eingeschlagene Politik
#3205
hin zu einem autoritären Präsidialsystem und die massiven Angriffe
#3206
auf Oppositionelle, die Zivilgesellschaft, die Meinungs- und Pressefreiheit, die völkerrechtswidrigen Angriffe des türkischen Militärs auf Syrien und den Nordirak sowie die Abkehr von einem friedlichen
#3207
und politischen Lösungsprozess in der Kurdenfrage. Es braucht nun
#3208
eine grundlegende Neuvermessung der europäisch-türkischen Beziehungen.
#3209
Mehr denn je muss die EU eine klare Haltung für Demokratie und Menschenrechte zeigen.
#3210
Für die europäische Ebene bedeutet das unter anderem: Über eine Ausweitung der Zollunion kann erst verhandelt werden, wenn die Türkei eine Kehrtwende zurück zu
#3211
Demokratie und Rechtsstaatlichkeit vollzieht.
#3212
Alle Rüstungsexporte europäischer Mitgliedstaaten gehören beendet, ebenso wie die Beteiligung europäischer Unternehmen an Rüstungskonsortien in
#3213
der Türkei.
#3214
Die Türkei hat über 3 Millionen Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen.
#3215
Deren Versorgung nach humanitären Standards muss die EU finanziell unterstützen.
#3216
Auch sollten die EU-Staaten dringend Kontingente zur Entlastung der dortigen Strukturen anbieten.
#3217
Das Flüchtlingsabkommen mit der Türkei ist eine Folge der Weigerung der EU-Mitgliedstaaten, zu einer gemeinsamen solidarischen Lösung in der Flüchtlingskrise zu kommen. Es hat zu katastrophalen
#3218
Lagern auf Lesbos und anderen griechischen Inseln geführt und untergräbt durch Abschiebungen ohne Asylrechtsprüfung das Recht auf Asyl. Damit hat die Türkei einen nicht unerheblichen Anteil an einer
#3219
EU-Abschottungspolitik. Diesen EU-Türkei-Deal wollen wir beenden.
#3220
Garantieren, was uns alle schützt
#3221
Praktisch liegen die Beitrittsgespräche mit der Türkei bereits
#3222
auf Eis. Die Wiederaufnahme der Verhandlungen muss an strenge,
#3223
messbare Bedingungen geknüpft sein. Insbesondere mit Blick auf
#3224
die Verfassungsreform und die jüngsten Wahlen in der Türkei ist eines deutlich: Ein EU-Beitritt der Türkei ist mit der derzeit unter Präsident Erdoğan verfolgten Linie zur Aushöhlung des Rechtsstaats, von demokratischen Rechten und von gesellschaftlichen Freiheiten
#3225
nicht vorstellbar.
#3226
Zugleich gilt: Für eine demokratische und weltoffene Türkei müssen die Türen zur EU offen bleiben.
#3227
Ein formaler Abbruch der Beitrittsgespräche wäre falsch.
#3228
Die vielen proeuropäischen Kräfte in der Türkei brauchen dieses Signal und weiterhin unsere Unterstützung.
#3229
Umso bedeutender ist es deshalb, die noch bestehenden EU-Beitrittshilfen ausschließlich an prodemokratische Organisationen auszuzahlen und die Verwendung der Gelder deutlich strenger zu kontrollieren als bislang.
#3230
Partnerschaft auf Augenhöhe mit Afrika
#3231
Afrika und Europa sind einander eng verbunden – durch die koloniale Vergangenheit hat Europa eine besondere historische Verantwortung.


Fenster schließen und zurück

Anzeige: