Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

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vom 02.09.2026 PDF
#2866
F ührung verstärkt immer weiter die staatliche Überwachung und
#2867
heizt Territorialkonflikte im Südchinesischen Meer an.
#2868
In den Staaten Nordafrikas und des Nahen Ostens konnte sich die Hoffnung der Menschen auf eine Demokratisierung der Region nicht erfüllen.
#2869
Iran und Saudi-Arabien führen stattdessen einen Kampf um die Vorherrschaft im Nahen Osten. In Syrien tobt nach wie vor ein
#2870
brutaler Krieg, in dem sich sogar NATO-Partner feindlich gegenüberstehen.
#2871
Und die USA, wichtige Initiatorin jener Regeln, die seit dem
#2872
Ende des Zweiten Weltkriegs einen großen Teil der Welt halbwegs
#2873
zusammengehalten haben, haben sich als berechenbarer Akteur
#2874
der Weltpolitik verabschiedet. Mit dem Krieg gegen den Irak 2003
#2875
hat die US-Regierung einen heftigen Bruch mit dem Völkerrecht
#2876
gesucht, in Guantánamo die Menschenrechte mit Füßen getreten.
#2877
Mit ihrem aktuellen Präsidenten steigt die US-Regierung aus dem Klimaabkommen aus, kündigt das Iran-Abkommen, agiert in
#2878
Handelsfragen aggressiv und verachtet die internationalen Organisationen, die ihr Land selbst gegründet hat.
#2879
Die EU sieht sie wirtschaftlich als Gegner. Garantien, auf die sich die Europäische
#2880
Union sicher verlassen konnte, gelten so nicht mehr.
#2881
Währenddessen geht die globale Vermögensverteilung immer
#2882
weiter auseinander. Zwar haben sich Armut und Kindersterblichkeit
#2883
in den letzten Jahrzehnten halbiert, in vielen Ländern kann mittlerweile die Mehrheit der Mädchen und Jungen lesen und schreiben.
#2884
Garantieren, was uns alle schützt
#2885
Dennoch ist das eben nur die Hälfte und weltweit leidet weiter jeder
#2886
neunte Mensch – 821 Millionen Menschen – an chronischem Hunger und 1,5 Milliarden Menschen sind mangel ernährt.
#2887
Das reichste Prozent der Weltbevölkerung besitzt über 50 Prozent des Gesamtvermögens und damit mehr als die übrigen 99 Prozent der Weltbevölkerung.
#2888
Die Auswirkungen der Klimakrise vertreiben nicht nur immer mehr Menschen aus ihrer Heimat, weil sie auf ausgetrockneten oder überschwemmten Böden nicht mehr leben und keine Landwirtschaft betreiben können, sondern auch, weil die Auswirkungen der Klimakrise vielerorts bestehende Konflikte und schlechte Regierungsführung verschärfen.
#2889
In dieser Situation muss sich die EU beweisen: als außenpolitische Akteurin, als Wertegemeinschaft, in der der Mensch mit seiner Würde, seiner Freiheit und seinen unveräußerlichen Rechten im Mittelpunkt steht – wissend, dass gerade in der Außenpolitik immer Kompromisse nötig sind und vielfältige Interessen ausbalanciert werden müssen.
#2890
Will die EU bei der Reduzierung von Instabilität, der Bekämpfung von massiven Menschenrechtsverlet zungen und der Beendigung von Krisen in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft und darüber hinaus eine Rolle spielen, müssen ihre
#2891
Mitgliedstaaten im Bereich der Außen-, Sicherheits- und Friedenspolitik viel stärker kooperieren als bisher.
#2892
Die Europäische Union ist nie darauf angelegt gewesen, aber
#2893
die Frage, die sich stellt, ist die nach der Weltpolitikfähigkeit.
#2894
Wenn wir diese Frage nicht angehen, dann wird die Europäische Union,
#2895
dann wird die globale Zusammenarbeit bedeutungslos. Dafür die
#2896
Pflöcke entlang von Frieden, Menschenrechten und dem Völkerrecht zu setzen, ist für uns als GRÜNE die zentrale Aufgabe der nächsten Jahre.


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