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vom 05.09.2026 PDF
#1436
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Dafür soll er kurzfristig Kredite bereitstellen können, die bereits vor einer möglichen Krise präventiv wirken. Diese präventiven Kredite schützen Mitgliedstaaten davor,
#1437Opfer rein finanzmarktgetriebener Effekte zu werden. Eingriffe in
#1438die wirtschaftspolitische Souveränität der Mitgliedstaaten sind
#1439hierfür nicht erforderlich.
#1440Im Falle einer Krise darf es nicht wieder zu einer massiven Sparpolitik kommen, die ein Land in die soziale
#1441Krise stürzt und die Wirtschaftsleistung abwürgt. Neben Auflagen
#1442zur Modernisierung der Strukturen muss die Kreditvergabe an ein
#1443Land in Not diese Grundsätze beachten. Das Kaputtsparen ganzer
#1444Volkswirtschaften lehnen wir ab.
#1445Hohe Staatsschulden, das Risiko steigender Zinslasten und
#1446unverantwortliche Regierungspolitik sind ein großes Risiko für die
#1447Stabilität unserer Währung.
#1448Alle Euroländer brauchen daher verlässlichen Zugang zu niedrigen Zinsen und starke Anreize zu soliden Staatsfinanzen.
#1449Der Konflikt zwischen der italienischen Regierung und der EU-Kommission zeigt, wie hoch das Risiko durch einseitige nationale Finanzpolitik einzelner Länder für den Euro
#1450insgesamt ist. Daher wollen wir, ähnlich wie ursprünglich vom
#1451Sachverständigenrat vorgeschlagen, einen Altschuldentilgungsfonds einrichten, in den die Altschulden eines Landes eingebracht werden, die 60 Prozent des BIP übersteigen.
#1452Wer sich an die gemeinsam vereinbarten europäischen Finanzregeln hält, soll im Gegenzug von niedrigen Zinsen für die Abzahlung der Schulden
#1453im Altschuldentilgungsfonds profitieren.
#1454So vereinen wir europäische Solidarität und Solidität.
#1455Probleme nicht zulasten der Gemeinschaft lösen
#1456Zu einem krisenfesten Euro gehört auch, dass sich alle Mitgliedstaaten an die gemeinsamen Regeln halten, egal ob es um Haushaltsdefizite oder Leistungsbilanzüberschüsse geht.
#1457Die deutsche Bundesregierung kritisiert gerne andere Länder, verstößt aber mit
#1458einem hohen Leistungsbilanzüberschuss – das heißt, Deutschland exportiert mehr, als es importiert – seit Jahren selbst gegen europäische Regeln.
#1459Leistungsbilanzungleichgewichte müssen effektiv begrenzt werden, um der Entstehung möglicher Krisen frühzeitig
#1460vorzubeugen.
#1461Die Sanktionierbarkeit von Defiziten und Leistungsüberschüssen müssen einander angeglichen werden.
#1462Stärken, was uns zusammenhält
#1463Das bedeutet, dass sich auch Überschussländer wie Deutschland aktiv an der Verminderung von außenwirtschaftlichen Ungleichgewichten beteiligen müssen.
#1464Dies kann sowohl durch Lohnsteigerungen als auch über erhöhte öffentliche und private Investitionen erfolgen. Damit stärken wir den gemeinsamen Währungsraum, die
#1465Arbeitnehmer*innen in Deutschland und die inländische Digital-,
#1466Verkehrs- und Bildungsinfrastruktur.
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