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vom 05.09.2026 PDF
#1418
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Eine europäische Arbeitslosenversicherung würde die ausgleichende und stabilisierende Wirkung des Haushalts für den Euro noch verstärken.
#1419Wir wollen daher als zweiten Schritt eine Rückversicherung der nationalen Arbeitslosenversicherungen einführen.
#1420Wir setzen uns des Weiteren für eine europäische Basis-Arbeitslosenversicherung ein, die durch die nationalen Sicherungssysteme ergänzt werden soll. Wir sind uns aber bewusst, dass die Einführung einer
#1421solchen europäischen Arbeitslosenversicherung eher ein mittelfristiges Projekt ist.
#1422In der Eurokrise hat der Internationale Währungsfonds im
#1423Rahmen der sogenannten Troika stark eingegriffen. Die Troika hat
#1424umfassende Anpassungsprogramme in den Programmländern
#1425durchgedrückt, mit starken sozialen Verwerfungen. Das Handeln der
#1426Troika hat in vielen Programmländern das Vertrauen in die europäische Demokratie beschädigt.
#1427Deswegen wollen wir, dass Europa seine Krisen künftig allein, nach eigenen Regeln, demokratischer
#1428und transparenter löst.
#1429Wir wollen den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) in einen vollwertigen Europäischen Währungsfonds (EWF) überführen und ihn im EU-Recht verankern, kontrolliert durch das Europäische Parlament und die nationalen Parlamente.
#1430Das Europäische Parlament soll das Recht auf Information, Kon trol le und Miternennung der Direktorin bzw. des Direktors des
#1431Europäischen Währungsfonds erhalten. Die Entscheidungen über
#1432längerfristige Kredite aus dem Europäischen Währungsfonds wür den aber trotzdem weiterhin bei den nationalen Parlamenten liegen, solange das Geld dafür auch aus den nationalen Haushalten kommt.
#1433Um zu verhindern, dass ein Land plötzlich durch Spekulationen in
#1434Stärken, was uns zusammenhält
#1435eine tiefe Krise schlittert, braucht der EWF zusätzlich eine Möglichkeit zur schnellen Reaktion.
#1436Dafür soll er kurzfristig Kredite bereitstellen können, die bereits vor einer möglichen Krise präventiv wirken. Diese präventiven Kredite schützen Mitgliedstaaten davor,
#1437Opfer rein finanzmarktgetriebener Effekte zu werden. Eingriffe in
#1438die wirtschaftspolitische Souveränität der Mitgliedstaaten sind
#1439hierfür nicht erforderlich.
#1440Im Falle einer Krise darf es nicht wieder zu einer massiven Sparpolitik kommen, die ein Land in die soziale
#1441Krise stürzt und die Wirtschaftsleistung abwürgt. Neben Auflagen
#1442zur Modernisierung der Strukturen muss die Kreditvergabe an ein
#1443Land in Not diese Grundsätze beachten. Das Kaputtsparen ganzer
#1444Volkswirtschaften lehnen wir ab.
#1445Hohe Staatsschulden, das Risiko steigender Zinslasten und
#1446unverantwortliche Regierungspolitik sind ein großes Risiko für die
#1447Stabilität unserer Währung.
#1448Alle Euroländer brauchen daher verlässlichen Zugang zu niedrigen Zinsen und starke Anreize zu soliden Staatsfinanzen.
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