Dokument lesen
-
vom 05.09.2026 PDF
#1402
Fenster schließen und zurück
Der eigene Haushalt für den Euro, der stabilisiert und investiert, ist für uns nur eine Zwischenlösung, um in Richtung eines stärker EUeigenfinanzierten EU-Haushalts zu gelangen, der die EU noch stärker zu einer politischen und sozialen Union macht.
#1403Der Weg dahin ist wegen des Einstimmigkeitsprinzips schwer und lang. Deswegen
#1404gehen wir mit dem eigenen Haushalt für den Euro, der stabilisiert
#1405und investiert, den ersten Schritt mit denjenigen, die bereit sind mitzumachen.
#1406Wir erwarten, dass durch die Sogwirkung der gemeinsam finanzierten öffentlichen Güter sich auch die heutigen Nichteuroländer diesem Instrument schnell anschließen, indem sie sich dem gemeinsamen Kampf gegen aggressive Steuervermeidung und
#1407Stärken, was uns zusammenhält
#1408Steuerbetrug anschließen und sich an der gemeinsamen Unternehmenssteuer beteiligen.
#1409Wir befürworten eine Euro-Heranführungshilfe für Nicht-Euro-Staaten zur Unterstützung von Reformen.
#1410Alle den Euro betreffenden Entscheidungen haben auch unmittelbare
#1411Auswirkungen auf Nicht-Eurostaaten.
#1412Deshalb müssen neue Instrumente für alle EU-Staaten konzipiert sein oder Nicht-Eurostaaten zur Teilnahme an weiteren Reformen ermutigen.
#1413Auf- und Abschwung verteilen sich über die Mitgliedstaaten
#1414unterschiedlich.
#1415Um diese unterschiedlichen Auswirkungen auszugleichen, reichen nationale und geldpolitische Maßnahmen nicht aus. Europa braucht neue Strukturen, um mit diesen Schieflagen
#1416künftig besser umgehen zu können.
#1417Der oben beschriebene Haushalt für den Euro ist dafür das beste Instrument und wir fordern dies als ersten Schritt.
#1418Eine europäische Arbeitslosenversicherung würde die ausgleichende und stabilisierende Wirkung des Haushalts für den Euro noch verstärken.
#1419Wir wollen daher als zweiten Schritt eine Rückversicherung der nationalen Arbeitslosenversicherungen einführen.
#1420Wir setzen uns des Weiteren für eine europäische Basis-Arbeitslosenversicherung ein, die durch die nationalen Sicherungssysteme ergänzt werden soll. Wir sind uns aber bewusst, dass die Einführung einer
#1421solchen europäischen Arbeitslosenversicherung eher ein mittelfristiges Projekt ist.
#1422In der Eurokrise hat der Internationale Währungsfonds im
#1423Rahmen der sogenannten Troika stark eingegriffen. Die Troika hat
#1424umfassende Anpassungsprogramme in den Programmländern
#1425durchgedrückt, mit starken sozialen Verwerfungen. Das Handeln der
#1426Troika hat in vielen Programmländern das Vertrauen in die europäische Demokratie beschädigt.
#1427Deswegen wollen wir, dass Europa seine Krisen künftig allein, nach eigenen Regeln, demokratischer
#1428und transparenter löst.
#1429Wir wollen den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) in einen vollwertigen Europäischen Währungsfonds (EWF) überführen und ihn im EU-Recht verankern, kontrolliert durch das Europäische Parlament und die nationalen Parlamente.
#1430Das Europäische Parlament soll das Recht auf Information, Kon trol le und Miternennung der Direktorin bzw. des Direktors des
#1431Europäischen Währungsfonds erhalten. Die Entscheidungen über
#1432längerfristige Kredite aus dem Europäischen Währungsfonds wür den aber trotzdem weiterhin bei den nationalen Parlamenten liegen, solange das Geld dafür auch aus den nationalen Haushalten kommt.
Fenster schließen und zurück
Anzeige: