Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

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vom 05.09.2026 PDF
#1129
Gemeinwesen mehr und mehr entziehen oder erst gar nicht stellen.
#1130
Diese Situation wird nun noch verschärft, weil die Digitalisierung die Art, wie wir leben und arbeiten, radikal verändern wird.
#1131
In den letzten Jahren und Jahrzehnten war in der Europäischen
#1132
Union sowie in vielen Mitgliedstaaten die Auffassung vorherrschend,
#1133
dass die Ökonomie Vorrang vor dem Politischen hat, dass Regeln und
#1134
Eingriffe in den freien Markt schädlich sind, dass es nur vom Willen
#1135
und Vermögen des Einzelnen abhängt, ob sie oder er glücklich wird.
#1136
Diese Auffassung war blind für die gesellschaftlichen Voraussetzungen, die unsere Leben prägen und die es einigen schwerer und anderen leichter machen.
#1137
In der Folge ist die Schere zwischen Arm und Reich weit auseinandergegangen.
#1138
Vor allem die einseitige Sparpolitik während der Eurokrise hat in einigen Ländern eine ganze Generation ihrer Zukunft beraubt und die Europäische Union gespalten.
#1139
Das ist ein ökonomisches, ein soziales Problem und ein demokratisches
#1140
Problem: Zu viele leben in Armut, zu viele sind verunsichert, wenden
#1141
sich enttäuscht ab, verabschieden sich aus der Gesellschaft.
#1142
Stärken, was uns zusammenhält
#1143
Wenn wir diese Probleme lösen und mehr Sicherheit, Perspektive und Vertrauen geben wollen, müssen wir europäisch handeln.
#1144
Denn angesichts der globalen Herausforderungen, angesichts der
#1145
international agierenden Konzerne, die Unternehmenssitze und Produktionen je nach Steuer- und Lohnhöhe verlagern können, stoßen die Nationalstaaten an ihre Grenzen.
#1146
Aber ein solidarisches Europa als gemeinsamer Wirtschaftsraum kann ihnen Paroli bieten und einen Rahmen setzen.
#1147
Für eine europäische Politik brauchen wir aber einen anderen Geist: Politik muss wieder das Heft des Handelns aufnehmen und wir müssen für Wohlstand, Freiheit und Gerechtigkeit für alle
#1148
kämpfen. Es gilt, dafür Geld in die Hand zu nehmen. Nicht mehr ein
#1149
Europa des Sparzwangs und der Neiddebatten, sondern eines, das
#1150
in die Zukunft seiner Bürgerinnen und Bürger investiert.
#1151
Die Europäische Union soll europäische öffentliche Güter, die für alle da sind, wie Klimaschutz, innere und äußere Sicherheit, Finanzstabilität, Forschung, eine europäische Infrastruktur für Kommunikation, Energie und Mobilität, schaffen und durch gemeinsame Steuern solidarisch und gerecht finanzieren.
#1152
Wenn die EU Steuerdumping entschlossen bekämpft, kann das
#1153
dafür sorgen, dass auch die großen Unternehmen und alle Vermögenden ihren gerechten Beitrag zum Solidarsystem leisten.
#1154
Eine krisenfeste und prosperierende Währungsunion sehen wir als Grundpfeiler einer starken und solidarischen europäischen Gemeinschaft. Daher
#1155
möchten wir die Währungsunion so weiterentwickeln, dass weite re Krisen vermieden werden können und im Falle einer Krise trotzdem die nötigen Instrumente zur Stabilisierung der Wirtschaft einsatzbereit sind.
#1156
Wir dürfen nicht wieder in eine Situation kommen, in der allein die Europäische Zentralbank ihrer Verantwortung für die
#1157
Stabilisierung der Wirtschaft nachkommt.
#1158
Der Binnenmarkt soll so ausgestaltet werden, dass er die Rechte von Umwelt, Verbraucher*innen und Arbeitnehmer*innen umfassend schützt.
#1159
Europäischer Zusammenhalt heißt, allen Menschen in der EU


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