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vom 04.06.2026 PDF
#810
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Wir Freie Demokraten stehen für ein Europa des Tierschutzes.
#811Die Verantwortung für eine möglichst leidensfreie Tierhaltung endet nicht an den Grenzen der Mitgliedstaaten.
#812Deswegen setzen wir uns für die kurzfristige Einführung eines verpflichtenden europäischen Tierschutzsiegels ein, welches es den Verbraucherinnen und Verbrauchern einfach und transparent ermöglicht, die an ein tierisches Produkt angelegten Tierschutzstandards zu erkennen.
#813Zudem setzen wir uns für die mittelfristige Einführung einheitlicher europäischer Tierhaltungsstandards ein.
#814Insbesondere die Regelungen zum Tiertransport bis zum endgültigen Beförderungsort müssen auch dann eingehalten werden, wenn dieser außerhalb der Europäischen Union (EU) liegt.
#815Lebendtierexporte an Ziele außerhalb der EU, die nicht die europa rechtlichen Mindeststandards zum Schutz der Tiere einhalten, müssen unterbunden werden.
#816Wir for dern eine verstärkte europaweite Kontrolle der Einhaltung dieser Vorschriften.
#817Natura-2000-Netz
#818Viele praxisferne Regelungen, die Waldbewirtschafter, Landwirtinnen und Landwirte, Jägerinnen und Jäger sowie Anglerinnen und Angler in Natura-2000-Gebieten erleben, sind auf nationale Verschärfun gen europäischer Vorgaben oder auf örtliche Managementpläne zurückzuführen.
#819Bei der Erreichung der Schutzzwecke müssen vor Ort stets die Wahl des mildesten Mittels und das Gebot der Verhältnis mäßigkeit Vorrang haben.
#820Bei der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) setzen wir uns für eine Dynamisierung der Schutzkategorien ein.
#821Arten wie Wolf oder Biber, deren Erhaltungszustand sich stabilisiert hat und die in einigen Regionen massive Schäden verursachen, müssen zu einem be stimmten Zeitpunkt aus dem starren Schutz des Anhangs IV der FFH-Richtlinie entlassen werden, um ein geordnetes Populationsmanagement nach Anhang V zu ermöglichen.
#822Ähnliches gilt im Rahmen der Vogelschutzrichtlinie für den Kormoran, der vielerorts den Fischartenschutz bedroht.
#823Wir Freie Demo kraten wollen darüber hinaus keine europäische Verschärfung des Jagd- und Waffenrechts.
#824Gemeinsame Fischereipolitik
#825Wir Freie Demokraten wollen eine europäische Fischereipolitik, welche eine nachhaltige Bewirtschaf tung der Meere sicherstellt und den Erholungswert der Gewässer für die Menschen stärkt.
#826Um Fisch bestände in Nord- und Ostsee zu sichern und die erfreuliche Entwicklung der letzten Jahre fortsetzen zu können, die zu einer nachhaltigen Erholung geführt hat, setzen wir auf eine artenspezifische Anpas sung der Fangtechniken wie beispielsweise die Vergrößerung der Maschenweite von Fangnetzen sowie auf die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den mittelständischen Fischerei- und Kutterbetrieben.
#827Der Beifang soll bei den Fangquoten angerechnet werden.
#828Der Verlust von Fangnetzen muss konse quent sanktioniert werden.
#829Unabhängige und regelmäßige Kontrollen sollen die Einhaltung der Rege lungen sicherstellen.
#830Reduzierungen von Fangquoten müssen mit Hilfsmaßnahmen flankiert werden, um Berufsfischerinnen und Berufsfischer nicht in die Existenznot zu drängen.
#831Zur Entlastung der Wild fischbestände vor Europas Küsten wollen wir mit einheitlichen Standards die nachhaltige Fischerzeu gung in Aquakulturen beziehungsweise Aquafarming voranbringen.
#832Bestrebungen der Europäischen Kommission, das Freizeitangeln zunehmend den Vorgaben der Gemeinsamen Fischereipolitik und eng maschigen Datenerhebungen zu unterstellen, lehnen wir aus Gründen der Verhältnismäßigkeit ab.
#833Vorgaben wie Entnahmeoder Anlandungspflichten bei quotierten untermaßigen Fischen auch auf Anglerinnen und Angler zu übertragen, würde in den Mitgliedstaaten zu einem unangemessenen Kon trollaufwand führen.
#834Fokus auf Meerespolitik als Zukunftsaufgabe
#835Wir Freie Demokraten wollen einen Fokus auf Meerespolitik als Zukunftsaufgabe.
#836Meere und Ozeane spielen als Quelle für Nahrungsmittel, Rohstoffe und Energie, als Transportweg oder Erholungsgebiet eine wichtige Rolle bei wachsender Weltbevölkerung.
#837Die maritime Wirtschaft hat enormes Potential in Sektoren wie Wellen-, Tide- und Offshore-Windenergie, Aquakultur, Blauer Biotechnologie, Meeres bergbau und maritimem Tourismus.
#838Dennoch wissen wir mehr über Mond und Mars als über die Tief see der Erde.
#839Wir unterstützen daher den Ausbau der Meeresforschung und stehen für eine nachhal tige Meerespolitik, die wirtschaftliche Nutzung, Umweltschutz und Sicherheit in Einklang bringt.
#840Die Konsequenzen des Klimawandels wie auch Überfischung, Plastikmüll, Meeresverschmutzung und Pira terie stellen eine Gefahr für den größten Lebensraum der Erde dar.
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