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vom 04.06.2026 PDF
#791
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Wir Freie Demokraten wollen mit europäischen Mitteln die Entwicklung smarter Lösungen für die Ag rarwirtschaft stärker fördern.
#792Überall in Europa steht die Landwirtschaft vor einem großen Struktur wandel.
#793Fachkräfte fehlen, und die Kosten für traditionelle Landbewirtschaftung steigen.
#794Die Digitali sierung kann dazu zukunftssichernde Antworten liefern.
#795So kann die digitale Landwirtschaft 4.0 helfen, mühsame Aufgaben durch Automatisierung zu ersetzen, Pflanzenschutz- und Düngemittel präziser und somit umweltschonender auszubringen, die Gesundheit von Nutztieren besser zu überwachen und Bürokratiekosten zu mindern.
#796Um diese Potentiale ausschöpfen zu können, muss die Netzinfrastruktur auch für die Landwirtschaft entsprechend ausgebaut werden.
#797Damit die smarten Technologien nicht zum gläsernen Betrieb oder zur Konzentration von Marktmacht führen, setzen wir uns in Europa für ordnungspolitische Leitplanken bei der Sicherheit und dem Schutz von Daten sowie bei der Standardi sierung von Schnittstellen und Datenformaten unterschiedlicher Systemanbieter ein.
#798Neue Züchtungstechniken
#799Wir Freie Demokraten stehen für einen offenen und transparenten Umgang mit den neuen Züchtungs techniken des Genome Editing, welches das Portfolio der biotechnologischen Methoden ergänzt.
#800Es erlaubt präzise, zeit- und kostensparende Änderungen im Erbgut einer Nutzpflanze, die von natürli chen Mutationen nicht zu unterscheiden sind.
#801Angesichts von Klimawandel und globalem Bevölke rungsanstieg wollen wir eine verantwortungsvolle Erforschung dieser Techniken nicht ideologisch ver bauen.
#802Wir setzen uns daher für eine vollständige Neuordnung des europäischen Gentechnikrechts ein, um nicht nur die Bewertung der inzwischen klassischen Grünen Gentechnik an den heutigen Wis sensstand anzupassen, sondern auch genominterne Änderungen mithilfe von CRISPR/Cas9 transpa rent, rechtlich klar und fortschrittsorientiert so zu regeln, dass das Produkt und nicht die Methode der Erzeugung bewertet wird.
#803Wir brauchen widerstandsfähige und ertragsstarke Nutzpflanzen, um eine Verringerung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln im konventionellen und von umweltbelasten den Pflanzenstärkungsmitteln im Öko-Landbau zu ermöglichen.
#804Pflanzenschutz
#805Wir Freie Demokraten wollen ein einheitliches, auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen basie rendes EU-Verfahren zur Zulassung von Pflanzenschutzmitteln erreichen, um gleiche Wettbewerbsbe dingungen für die landwirtschaftlichen Betriebe in allen Mitgliedstaaten herzustellen.
#806Dazu müssen behördliche Zuständigkeiten vereinfacht und Entscheidungswege standardisiert werden.
#807Es ist gerade auch im Sinne eines nachhaltigen Resistenzmanagements nicht hinnehmbar, wenn Pflanzenschutzmit tel in einem Mitgliedstaat sofort und in anderen mit mehrmonatiger Verzögerung oder überhaupt nicht zugelassen werden.
#808Die veränderten Klimabedingungen erfordern immer häufiger ein sofortiges Eingreifen, was zu erheblichen Wettbewerbsvorteilen an den Standorten führt, an denen Zulassungs verfahren in kurzer Frist abgeschlossen werden.
#809Tierschutz in Europa fördern
#810Wir Freie Demokraten stehen für ein Europa des Tierschutzes.
#811Die Verantwortung für eine möglichst leidensfreie Tierhaltung endet nicht an den Grenzen der Mitgliedstaaten.
#812Deswegen setzen wir uns für die kurzfristige Einführung eines verpflichtenden europäischen Tierschutzsiegels ein, welches es den Verbraucherinnen und Verbrauchern einfach und transparent ermöglicht, die an ein tierisches Produkt angelegten Tierschutzstandards zu erkennen.
#813Zudem setzen wir uns für die mittelfristige Einführung einheitlicher europäischer Tierhaltungsstandards ein.
#814Insbesondere die Regelungen zum Tiertransport bis zum endgültigen Beförderungsort müssen auch dann eingehalten werden, wenn dieser außerhalb der Europäischen Union (EU) liegt.
#815Lebendtierexporte an Ziele außerhalb der EU, die nicht die europa rechtlichen Mindeststandards zum Schutz der Tiere einhalten, müssen unterbunden werden.
#816Wir for dern eine verstärkte europaweite Kontrolle der Einhaltung dieser Vorschriften.
#817Natura-2000-Netz
#818Viele praxisferne Regelungen, die Waldbewirtschafter, Landwirtinnen und Landwirte, Jägerinnen und Jäger sowie Anglerinnen und Angler in Natura-2000-Gebieten erleben, sind auf nationale Verschärfun gen europäischer Vorgaben oder auf örtliche Managementpläne zurückzuführen.
#819Bei der Erreichung der Schutzzwecke müssen vor Ort stets die Wahl des mildesten Mittels und das Gebot der Verhältnis mäßigkeit Vorrang haben.
#820Bei der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) setzen wir uns für eine Dynamisierung der Schutzkategorien ein.
#821Arten wie Wolf oder Biber, deren Erhaltungszustand sich stabilisiert hat und die in einigen Regionen massive Schäden verursachen, müssen zu einem be stimmten Zeitpunkt aus dem starren Schutz des Anhangs IV der FFH-Richtlinie entlassen werden, um ein geordnetes Populationsmanagement nach Anhang V zu ermöglichen.
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