Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

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vom 04.06.2026 PDF
#702
So gelten derzeit in den jeweiligen Mitgliedstaaten teils stark unterschied liche Meldepflichten für entsandte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, was es europäischen Un ternehmen unnötig erschwert, Dienstleistungen und Güter grenzüberschreitend anzubieten.
#703
Wir Freie Demokraten wollen dafür sorgen, dass zukünftig kurze Dienstreisen in einen anderen EU-Mitgliedstaat ohne bürokratischen Aufwand möglich sind.
#704
Insbesondere fordern wir den vollständigen Verzicht auf die Pflicht zur Vorlage der A1-Bescheinigung bei Kurzzeitentsendungen von bis zu 14 Tagen.
#705
Wir wollen die Mittel des Europäischen Sozialfonds gezielter auf wirksame Maßnahmen gegen die Ur sachen der Arbeitslosigkeit konzentrieren.
#706
Die Ausgestaltung von Arbeitslosenversicherung und Min destlohn kann nur durch nationale Tarif- und Arbeitsmarktpolitik erfolgen, denn gerade der Arbeits markt ist so abhängig von den unterschiedlichen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eines Landes, dass eine einheitliche europäische Regelung nicht zielführend wäre.
#707
Chancen für die Jugend in Europa/„Jugendgarantie“
#708
Wir Freie Demokraten wollen faire Chancen am Start, keine Gleichmacherei bei den Ergebnissen – denn das ist das Credo liberaler Arbeitsmarktpolitik.
#709
Während in Deutschland der Wettbewerb um die Auszubildenden in vollem Gange ist, haben junge Menschen in anderen Teilen Europas keine berufli che Perspektive.
#710
Dies gefährdet das Aufstiegsversprechen der sozialen Marktwirtschaft und damit die Legitimität und Akzeptanz unserer gemeinsamen Wirtschaftsordnung in Europa.
#711
Wir brauchen einen leichten Einstieg für junge Menschen in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt und die Förderung grenz überschreitender Mobilität.
#712
Die Übertragung funktionierender Modelle auf andere Mitgliedstaaten sollte durch den Europäischen Qualifikationsrahmen erleichtert werden.
#713
Zudem gilt es, das duale Aus bildungssystem keinesfalls gegenüber einer akademischen Ausbildung abzuwerten.
#714
Schließlich sollten in Mitgliedstaaten effektive Systeme aufgebaut werden, die jungen Menschen in kurzer Frist entweder ein Jobangebot oder eine arbeitsmarktorientierte Weiterbildungsmaßnahme vermitteln oder diese fördern („Jugendgarantie“) – wie sie in Deutschland im Rahmen des SGB II und III schon bestehen.
#715
Teilhabe statt Diskriminierung in Europa
#716
Wir Freie Demokraten stehen für die Freizügigkeit aller Beschäftigten und Selbstständigen in Europa.
#717
Sie darf bestimmte Gruppen der Bevölkerung nicht ausschließen.
#718
Wenn Familienangehörige einer EU Bürgerin oder eines EU-Bürgers nicht am Arbeitsort leben und arbeiten können, wenn das gesellschaft liche Klima gegenüber einer Gruppe feindlich ist und man Gewalt fürchten muss, dann steht die Frei zügigkeit nur auf dem Papier.
#719
Diskriminierung und Gewalt aufgrund von Rasse, Herkunft, Religion, Alter, Behinderung, sexueller Ori entierung oder geschlechtlicher Identität muss EU-weit entgegengetreten werden.
#720
Nichtregierungsor ganisationen, die sich in diesem Bereich engagieren, sollen daher stärker als heute bedarfsorientiert von der Europäischen Union (EU) gefördert werden.
#721
Europaweit soll das unternehmerische Konzept des ganzheitlichen Diversity Managements in der Ar beitswelt umgesetzt werden, um eine Kultur der Wertschätzung und des Respekts vor der Unterschied lichkeit der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu schaffen.
#722
Dialoge zwischen Unternehmen, Verbänden und Gewerkschaften über Best Practices sollen dabei helfen, in Unternehmen und auch im öffentlichen Dienst der EU diesen Ansatz als Teil einer ökonomischen Modernisierungsstrategie zu verankern.
#723
Ehepartner und eingetragene Lebenspartner von EU-Bürgerinnen und EU-Bürgern müssen überall in der EU als Ehegatten anerkannt werden.
#724
Sozialsysteme und Alterssicherung in Europa
#725
Wir Freie Demokraten stehen für stabile und nachhaltig finanzierte Sozialsysteme.
#726
Eine Vereinheitli chung der sehr unterschiedlichen nationalen Altersvorsorgesysteme innerhalb der Europäischen Union (EU) ist weder sinnvoll noch umsetzbar.
#727
Diese Unterschiedlichkeit darf jedoch kein Hindernis für die Freizügigkeit von Beschäftigten und Selbstständigen sein.
#728
Wir wollen daher Möglichkeiten prüfen, erworbene Anwartschaften in staatlichen Vorsorgesystemen in die Systeme anderer Staaten zu übertragen, insbesondere um Verluste aufgrund von zu kurzen Bei tragszeiten zu verhindern.
#729
Der Wettbewerb bei der kapitalgedeckten privaten Altersvorsorge soll durch eine Vereinfachung des grenzüberschreitenden Zugangs zu allen Angeboten in der EU gestärkt werden.
#730
Das national zu schaffende digitale Altersvorsorgekonto sollte Anwartschaften, die in anderen Mitgliedstaaten erworben wurden, automatisch einpflegen.
#731
Wir plädieren für eine EU-weite Informa tionsplattform über die nationalen Altersvorsorgesysteme, ihre Besteuerung und ihre Portierbarkeit in andere Länder.
#732
Armutsmigration und Sozialtransfers in Europa


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