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vom 13.06.2026 PDF
#680
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Lassen wir jeden Mitgliedstaat daher weiter selbst über seine Arbeitsmarkt politik und sein soziales Sicherungssystem entscheiden und Europa dann unterstützend tätig werden, wenn es um grenzüberschreitende Probleme geht!
#681Grundsätze der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik in Europa
#682Wir Freie Demokraten wollen gleichberechtigte Chancen auf Arbeit und Wohlstand für die Bürgerinnen und Bürger in der Europäischen Union (EU).
#683Dafür braucht es angebotsorientierte Wirtschaftspolitik der Mitgliedstaaten im EU-Binnenmarkt.
#684Gleichzeitig wollen wir aber keine Transferunion.
#685Arbeits markt- und Sozialpolitik ist und bleibt zu Recht Aufgabe der Mitgliedstaaten.
#686Gerade Sozialpolitik muss so nah an den Menschen gemacht werden wie möglich.
#687Eine europäische Arbeitslosenversicherung lehnen wir daher ab.
#688Nur in Fragen, die tatsächlich eine erhebliche grenzüberschreitende Bedeutung für den Binnenmarkt oder die Freizügigkeit haben, ist die EU politisch gefordert, Regelungen zu treffen.
#689Dabei ist die ver stärkte Zusammenarbeit zwischen einzelnen Mitgliedstaaten eine Alternative, die genutzt werden könnte.
#690Wir Freie Demokraten begrüßen, dass bei der Schaffung der Europäischen Säule sozialer Rechte keine Ausweitung der Kompetenzen der EU vorgesehen ist.
#691Liberale Forderungen bei der Umsetzung der Europäischen Säule sozialer Rechte Wir Freie Demokraten unterstützen einige wichtige Forderungen in der Erklärung zur Europäischen Säule sozialer Rechte.
#692Dazu gehören das Recht auf Bildung, das Recht auf Unterstützung bei der Rück kehr in Beschäftigung, der Grundsatz der Nicht-Diskriminierung, die Betonung der Tarifautonomie und die Achtung der nationalen wirtschaftlichen Bedingungen bei der Festlegung von Mindestlöhnen.
#693Die sozialen Rechte definieren Mindeststandards, die alle Mitgliedstaaten national für ihre Bürgerinnen und Bürger erreichen sollen.
#694Wir wollen die Koalitionsfreiheit der Sozialpartner wahren und sicherstel len, dass europäische Tarifverträge die nationalen nicht verdrängen, wenn ein nationaler Verband nicht zugestimmt hat.
#695Wir unterstützen die Forderung, Unternehmertum, Selbstständigkeit und inno vative Arbeitsformen zu fördern.
#696Die Europäische Kommission soll dauerhaft überprüfen, ob Regelun gen auf europäischer Ebene dem entgegenstehen, und diese Regelungen anpassen.
#697Freizügigkeit und freie Arbeitsmärkte in Europa
#698Wir Freie Demokraten wollen die Freizügigkeit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie Selbstständigen ohne Wenn und Aber verteidigen.
#699Denn sie gehört zu den zentralen Errungenschaften der Europäischen Union.
#700Die neue Entsenderichtlinie beschwört unter dem Deckmantel des Arbeitnehmerschutzes neue pro tektionistische Grenzen im Binnenmarkt herauf.
#701Statt immer neue Anforderungen für vorübergehende Arbeitseinsätze im EU-Ausland zu formulieren, sollten vielmehr die Voraussetzungen für die Entsen dung harmonisiert werden.
#702So gelten derzeit in den jeweiligen Mitgliedstaaten teils stark unterschied liche Meldepflichten für entsandte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, was es europäischen Un ternehmen unnötig erschwert, Dienstleistungen und Güter grenzüberschreitend anzubieten.
#703Wir Freie Demokraten wollen dafür sorgen, dass zukünftig kurze Dienstreisen in einen anderen EU-Mitgliedstaat ohne bürokratischen Aufwand möglich sind.
#704Insbesondere fordern wir den vollständigen Verzicht auf die Pflicht zur Vorlage der A1-Bescheinigung bei Kurzzeitentsendungen von bis zu 14 Tagen.
#705Wir wollen die Mittel des Europäischen Sozialfonds gezielter auf wirksame Maßnahmen gegen die Ur sachen der Arbeitslosigkeit konzentrieren.
#706Die Ausgestaltung von Arbeitslosenversicherung und Min destlohn kann nur durch nationale Tarif- und Arbeitsmarktpolitik erfolgen, denn gerade der Arbeits markt ist so abhängig von den unterschiedlichen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eines Landes, dass eine einheitliche europäische Regelung nicht zielführend wäre.
#707Chancen für die Jugend in Europa/„Jugendgarantie“
#708Wir Freie Demokraten wollen faire Chancen am Start, keine Gleichmacherei bei den Ergebnissen – denn das ist das Credo liberaler Arbeitsmarktpolitik.
#709Während in Deutschland der Wettbewerb um die Auszubildenden in vollem Gange ist, haben junge Menschen in anderen Teilen Europas keine berufli che Perspektive.
#710Dies gefährdet das Aufstiegsversprechen der sozialen Marktwirtschaft und damit die Legitimität und Akzeptanz unserer gemeinsamen Wirtschaftsordnung in Europa.
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