Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

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vom 04.06.2026 PDF
#645
Wir Freie Demokraten bekennen uns zum regelbasierten Freihandel als Grundlage internationaler Han delsbeziehungen und streben daher langfristig eine weltweite Freihandelsordnung im Rahmen der WTO an.
#646
Unabhängig davon unterstützen wir weiterhin den Abschluss bilateraler Handelsabkommen, treten aber für modernere und transparentere Freihandelsabkommen ein.
#647
Sie sollten starke Kapitel zur nachhaltigen Entwicklung enthalten, die mit den Partnerländern umgesetzt und überwacht wer den.
#648
Dabei sehen wir die Weiterentwicklung solcher bilateralen Abkommen auch unter dem Blickwin kel einer späteren Überführung in eine weltweite Freihandelsordnung.
#649
Die umfassenden Verträge mit Kanada (CETA) und mit Japan (JEFTA) sowie die laufenden Verhandlungen über ein Investitionsabkom men mit China sind dafür positive Beispiele.
#650
Ein entsprechender Vertrag mit den Vereinigten Staaten ist zwar bisher nicht zustande gekommen, bleibt aber ein großes liberales Ziel.
#651
Auch mit dem Vereinig ten Königreich sollte nach dem Brexit, den wir Freie Demokraten bedauern, ein umfassendes Freihan delsabkommen avisiert werden.
#652
Verträge dieser Art erlauben eine vertiefte Integration, die das wirt schaftliche Zusammenwachsen erleichtert und fördert.
#653
Dies gilt vor allem mit Blick auf nationale Re gulierungen und Produktstandards, deren Bedeutung in einer technisch komplexen Welt zunimmt.
#654
Freihandelsverträge sollten die Möglichkeit enthalten, dass auch andere Länder sich ihnen anschlie ßen.
#655
Die Europäische Union (EU) als weltweit größter Markt und international einheitlich auftretender Akteur hat dabei eine besondere Verantwortung, auf Augenhöhe gegenüber Entwicklungsländern auf zutreten.
#656
Strafzölle der EU zur Erzwingung des Abschlusses von Freihandelsverträgen mit Entwick lungsländern lehnen wir daher ab.
#657
Freihandelsabkommen sollten so angelegt sein, dass sie „EU-only“ sind, also nur Bereiche umfassen, für die die EU alleine zuständig ist.
#658
Dann können diese Abkommen durch Rat und Parlament verabschiedet werden.
#659
Beide geben diesen Abkommen hinreichend Legiti mität.
#660
Für einen multilateralen Investitionsgerichtshof
#661
Wir Freie Demokraten setzen uns für einen modernen und transparenten Investitionsschutz ein, denn Investitionsgerichtsbarkeit hat in der Vergangenheit ausländische Direktinvestitionen nachweislich er höht.
#662
Wir wollen deshalb, dass das bestehende System aus Ad-hoc-Schiedsverfahren von bilateralen Schiedsgerichten durch einen ständigen multilateralen Investitionsgerichtshof ersetzt wird.
#663
Klagen von Investoren könnten so durch ein Investitionsgericht mit öffentlich bestellten Richterinnen und Richtern entschieden werden.
#664
Das stärkt die Transparenz und Legitimität dieser Verfahren.
#665
Anders als bisher üblich würden die Richterinnen und Richter nicht mehr von den Parteien für jeden Streitfall ernannt werden, sondern die Mitgliedstaaten würden – wie am Europäischen Gerichtshof (EuGH) – Richterin nen und Richter für eine feste Amtszeit ernennen; dies sichert nicht nur die Kontinuität der Rechtspre chung des Gerichts, sondern auch seine Neutralität und Unabhängigkeit.
#666
Auch würden die Kammern nach einem objektiven Verfahren ohne Mitsprache des klagenden Investors zusammengestellt, die Schriftsätze veröffentlicht und die Verhandlungen öffentlich durchgeführt werden.
#667
Schließlich sollte es an diesem multilateralen Investitionsgerichtshof einen echten Berufungsmechanismus geben.
#668
Investitionsscreening
#669
Wir Freie Demokraten betrachten den freien Kapitalverkehr als eine wichtige Errungenschaft der Eu ropäischen Union.
#670
Ein freies Investitionsklima in Deutschland und in Europa hat dazu beigetragen, aus ländisches Kapital und Know-how anzuziehen.
#671
Damit wurden Arbeitsplätze und Wohlstand gesichert.
#672
Zugleich betrachten wir mit Sorge, wenn Investoren aus Nicht-EU Ländern, zum Teil Staatsfonds mit intransparenten Eigentumsstrukturen, auf Firmen im Hochtechnologie-Bereich zugreifen.
#673
Wir halten es daher für richtig, für diesen Bereich einen europäischen Rahmen zu schaffen, innerhalb dessen die Mitgliedstaaten zum Schutz des öffentlichen Interesses die Auswirkung des Verkaufs derartiger Firmen an außereuropäische Investoren prüfen und gegebenenfalls untersagen können.
#674
Außerdem sollten die nationalen Behörden sich untereinander und die Kommission über derartige Entscheidungen informie ren, um eventuelle Umgehungen zu vermeiden.
#675
Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik im Kern den Mitgliedstaaten überlassen und bei grenzüberschreitenden Problemen unterstützend tätig werden


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