Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

Dokument lesen

-

vom 04.06.2026 PDF
#642
Dafür halten wir die WTO-Reform für überfällig, um notwendige Regelungen für das 21. Jahr hundert zu schaffen.
#643
Der Prozess der Reform der WTO muss transparent und inklusiv sein.
#644
Den Wohlstand in Europa fördern, durch mehr Freihandel
#645
Wir Freie Demokraten bekennen uns zum regelbasierten Freihandel als Grundlage internationaler Han delsbeziehungen und streben daher langfristig eine weltweite Freihandelsordnung im Rahmen der WTO an.
#646
Unabhängig davon unterstützen wir weiterhin den Abschluss bilateraler Handelsabkommen, treten aber für modernere und transparentere Freihandelsabkommen ein.
#647
Sie sollten starke Kapitel zur nachhaltigen Entwicklung enthalten, die mit den Partnerländern umgesetzt und überwacht wer den.
#648
Dabei sehen wir die Weiterentwicklung solcher bilateralen Abkommen auch unter dem Blickwin kel einer späteren Überführung in eine weltweite Freihandelsordnung.
#649
Die umfassenden Verträge mit Kanada (CETA) und mit Japan (JEFTA) sowie die laufenden Verhandlungen über ein Investitionsabkom men mit China sind dafür positive Beispiele.
#650
Ein entsprechender Vertrag mit den Vereinigten Staaten ist zwar bisher nicht zustande gekommen, bleibt aber ein großes liberales Ziel.
#651
Auch mit dem Vereinig ten Königreich sollte nach dem Brexit, den wir Freie Demokraten bedauern, ein umfassendes Freihan delsabkommen avisiert werden.
#652
Verträge dieser Art erlauben eine vertiefte Integration, die das wirt schaftliche Zusammenwachsen erleichtert und fördert.
#653
Dies gilt vor allem mit Blick auf nationale Re gulierungen und Produktstandards, deren Bedeutung in einer technisch komplexen Welt zunimmt.
#654
Freihandelsverträge sollten die Möglichkeit enthalten, dass auch andere Länder sich ihnen anschlie ßen.
#655
Die Europäische Union (EU) als weltweit größter Markt und international einheitlich auftretender Akteur hat dabei eine besondere Verantwortung, auf Augenhöhe gegenüber Entwicklungsländern auf zutreten.
#656
Strafzölle der EU zur Erzwingung des Abschlusses von Freihandelsverträgen mit Entwick lungsländern lehnen wir daher ab.
#657
Freihandelsabkommen sollten so angelegt sein, dass sie „EU-only“ sind, also nur Bereiche umfassen, für die die EU alleine zuständig ist.
#658
Dann können diese Abkommen durch Rat und Parlament verabschiedet werden.
#659
Beide geben diesen Abkommen hinreichend Legiti mität.
#660
Für einen multilateralen Investitionsgerichtshof
#661
Wir Freie Demokraten setzen uns für einen modernen und transparenten Investitionsschutz ein, denn Investitionsgerichtsbarkeit hat in der Vergangenheit ausländische Direktinvestitionen nachweislich er höht.
#662
Wir wollen deshalb, dass das bestehende System aus Ad-hoc-Schiedsverfahren von bilateralen Schiedsgerichten durch einen ständigen multilateralen Investitionsgerichtshof ersetzt wird.
#663
Klagen von Investoren könnten so durch ein Investitionsgericht mit öffentlich bestellten Richterinnen und Richtern entschieden werden.
#664
Das stärkt die Transparenz und Legitimität dieser Verfahren.
#665
Anders als bisher üblich würden die Richterinnen und Richter nicht mehr von den Parteien für jeden Streitfall ernannt werden, sondern die Mitgliedstaaten würden – wie am Europäischen Gerichtshof (EuGH) – Richterin nen und Richter für eine feste Amtszeit ernennen; dies sichert nicht nur die Kontinuität der Rechtspre chung des Gerichts, sondern auch seine Neutralität und Unabhängigkeit.
#666
Auch würden die Kammern nach einem objektiven Verfahren ohne Mitsprache des klagenden Investors zusammengestellt, die Schriftsätze veröffentlicht und die Verhandlungen öffentlich durchgeführt werden.
#667
Schließlich sollte es an diesem multilateralen Investitionsgerichtshof einen echten Berufungsmechanismus geben.
#668
Investitionsscreening
#669
Wir Freie Demokraten betrachten den freien Kapitalverkehr als eine wichtige Errungenschaft der Eu ropäischen Union.
#670
Ein freies Investitionsklima in Deutschland und in Europa hat dazu beigetragen, aus ländisches Kapital und Know-how anzuziehen.
#671
Damit wurden Arbeitsplätze und Wohlstand gesichert.
#672
Zugleich betrachten wir mit Sorge, wenn Investoren aus Nicht-EU Ländern, zum Teil Staatsfonds mit intransparenten Eigentumsstrukturen, auf Firmen im Hochtechnologie-Bereich zugreifen.


Fenster schließen und zurück

Anzeige: