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vom 04.06.2026 PDF
#582
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Wir Freie Demokraten wollen, dass der Mittelstand in Europa weiterhin faire Chancen erhält, sich im Wettbewerb durchzusetzen.
#58399 Prozent der Unternehmen in Europa sind kleine und mittlere Unter nehmen (KMU), über 60 Prozent der Arbeitsplätze befinden sich in diesem Bereich.
#584Der Mittelstand ist das Rückgrat der europäischen Wirtschaft und Motor für Wachstum, Innovation, Beschäftigung und soziale Integration.
#585Im Vergleich zu Großunternehmen stellen bürokratische Vorgaben für den Mittel stand eine besondere Belastung dar.
#586Wir begrüßen daher die formelle allgemeine Anerkennung des „Think Small First“-Prinzips, wollen es jedoch in der Praxis stärker zur Geltung bringen.
#587Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass Regulierungen auf einer unabhängigen und transparenteren Folgenabschätzung basieren und der KMU-Test auf europäischer Ebene verpflichtend angewendet wird.
#588Um die Wettbe werbsfähigkeit von KMU und ihre Finanzierungsmöglichkeiten sicherzustellen, wollen wir bestehende Förderprogramme wie „Horizont 2020“ und das Programm für die Wettbewerbsfähigkeit von Unter nehmen und für KMU (COSME) beibehalten und weiterentwickeln.
#589KMU-Definition an die Lebensrealität anpassen
#590Wir Freie Demokraten wollen die bisherige Definition der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) auf europäischer Ebene der Lebensrealität anpassen.
#591Auch kleinere Unternehmen mit mittelgroßer Kapitalisierung („Small-Mid Caps“) und bis zu 500 statt 250 Mitarbeitern sollen zukünftig als KMU gel ten und in ausgewählten EU-Politikbereichen – etwa in der Umwelt-, Klimaoder Außenwirtschaftspo litik – als solche berücksichtigt werden können.
#592Diese Regelung soll auch Familienunternehmen, in de nen der Unternehmer einen maßgeblichen persönlichen Einfluss ausübt, das unternehmerische Risiko trägt und das Unternehmen seine persönliche Erwerbs- und Existenzgrundlage sichert, mit umfassen.
#593Dies stärkt gerade den deutschen Mittelstand und wird die Unternehmen erheblich – beispielsweise von europäischen Berichtspflichten und damit europäischer Bürokratie – entlasten.
#594Stärkung des Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI) beziehungsweise „InvestEU“ Wir Freie Demokraten unterstützen nachdrücklich den zentralen Teil des „Investitionsplanes für Eu ropa“, mit dem die Europäische Union eine verbesserte, zielgenauere Verwendung von EU Haushaltsmitteln anstrebt.
#595Mithilfe der Europäischen Investitionsbank (EIB) sollen auf diesem Wege bis 2020 mindestens 500 Milliarden Euro an zusätzlichen Investitionszusagen mobilisiert werden – mit Schwerpunkten auf Infrastruktur, Forschung und Entwicklung von klimaschonenden Technologien so wie Innovationen kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU).
#596Auch die ökologische Weiterentwicklung von Europa soll dadurch gefördert werden (zum Beispiel die Entwicklung klimafreundlicher Antriebs techniken und E-Fuels).
#597Zur Sicherung weiterer zukunftsweisender Investitionen und Innovationen for dern wir Freie Demokraten eine Durchsetzung der von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen Aufstockung des Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI) unter dem Namen „In vestEU“.
#598Er soll zwischen 2021 und 2027 650 Milliarden Euro (in laufenden Preisen) an zusätzlichen Investitionen mobilisieren.
#599Dies setzt jedoch eine unabhängige externe Evaluation voraus, die insbe sondere nachweist, dass die durch den EFSI mobilisierten Investitionen ansonsten nicht vorgenommen worden wären (sogenannte Additionalität).
#600Regionale Potentiale fördern, statt traditionelle Strukturen verwalten Wir Freie Demokraten wollen eine grundlegende Reform der EU-Kohäsionspolitik, welche den Zusam menhalt zwischen den Regionen und zwischen den EU-Mitgliedstaaten fördern soll.
#601Regionalpolitik nach dem Gießkannenprinzip ist ebenso fehl am Platze wie eine Politik der Subventionierung alter Wirtschaftssektoren, Industrien und überkommener Geschäftsmodelle.
#602In der regionalen Entwicklungspolitik sowie in der Forschungs- und Innovationspolitik müssen auch länderübergreifende Kooperationen angestrebt werden.
#603Dabei sind folgende Zieldimensionen – nach absteigender Priorität – zu berücksichtigen: 1. Subsidiäre Unterstützung für schwache Regionen, damit ein Minimum an ökonomischer und sozialer Leistungskraft vor Ort gehalten und entwickelt werden kann.
#6042. Stärkung von Regionen mit Entwicklungspotential, damit deren Potentiale gehoben werden können.
#605Dabei gilt es die Voraussetzungen für bestmöglichste Entwicklungen zu schaffen.
#606Deren Fehlen hat in der Vergangenheit zu massiver Abwanderung junger Leistungsträger geführt: öffentliche Bildungs- und Forschungseinrichtungen mit qualitativ hohen Standards, private Investitionen in innovative Techno logien, Netzwerke zwischen Hochschulen und kleinen und mittleren Unternehmen (KMU).
#607Zwischen den Europäischen Struktur- und Investitionsfonds – namentlich dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländli chen Raumes (ELER), dem Europäischen Sozialfonds (ESF) und dem Kohäsionsfonds – bedeutet dies eine Gewichtsverlagerung zugunsten des EFRE, der sich noch stärker als bisher in den geförderten Re gionen Europas auf die strukturellen Ursachen von Wachstumsschwächen und Innovationshemmnis sen konzentrieren soll.
#608Außerdem sollen mehr Mittel des EFRE für die grenzüberschreitende Zusam menarbeit bereitgestellt werden.
#609Insbesondere grenzübergreifende Investitionen in Infrastruktur und Verkehr sind nötig, um wirtschaftliche Potentiale regional und grenzübergreifend zu fördern.
#610Für die Vollendung des Europäischen Binnenmarktes
#611Wir Freie Demokraten wollen die Vollendung des Europäischen Binnenmarktes, der vor über 30 Jahren von Jacques Delors initiiert wurde.
#612Dazu besteht dringender Handlungsbedarf, und zwar vor allem in jenen Bereichen der Wirtschaft, die aufgrund nationaler Standards von EU-einheitlichen Wettbewerbs verhältnissen weit entfernt sind.
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