Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

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vom 04.06.2026 PDF
#565
Für ein wirtschaftlich dynamisches Europa
#566
Wir Freie Demokraten wollen ein marktwirtschaftliches Europa, das sich durch dynamisches und nach haltiges Wachstum auszeichnet.
#567
Dies wird nur möglich sein, wenn die Europäische Union (EU) die Her ausforderungen von Digitalisierung und Globalisierung positiv verarbeitet und in Fortschritte des Wohlstands umsetzt.
#568
Das gilt für alle EU-Regionen.
#569
Zwar wird es, bedingt durch Geschichte und Wirt schaftsstruktur, stets nationale Unterschiede in der Prosperität in Europa geben.
#570
Gleichwohl muss ge währleistet sein, dass alle EU-Mitgliedstaaten am technologischen Fortschritt teilhaben können und einen vielversprechenden Platz in der weltwirtschaftlichen Arbeitsteilung finden.
#571
Dies erfordert auf nationaler Ebene massive öffentliche und private Investitionen in Bildung und Forschung sowie in die Kommunikations- und Verkehrsinfrastruktur.
#572
Die EU muss dort unterstützen, wo Hindernisse für das Wachstum nur mithilfe der EU zu beseitigen sind.
#573
Für eine starke Wettbewerbsordnung in der Europäischen Union
#574
Wir Freie Demokraten begrüßen die starke Wettbewerbsordnung in der Europäischen Union.
#575
Gerade liberale Kommissare haben dafür gesorgt, dass keine Preisabsprachen zwischen Unternehmen und kein Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung zulasten der Verbraucherinnen und Verbraucher geduldet wurde.
#576
Wettbewerbsverzerrende Praktiken durch Steuervergünstigungen sind auch in der Zukunft konsequent zu verfolgen.
#577
Das europäische Kartellrecht soll derart geändert werden, dass künf tig auch Zusammenschlüsse von Unternehmen, die die Umsatzschwellen noch nicht erreichen, unter die Kartellaufsicht fallen, wenn durch Netzwerkeffekte (etwa im digitalen oder infrastrukturellen Be reich) eine besondere Gefahr für den Wettbewerb besteht.
#578
Verbraucherrechte auch bei Dienstleistungen stärken
#579
Wir Freie Demokraten stehen für ein Europa, in dem die Verbraucherinnen und Verbraucher auch mul tinationalen Unternehmen auf Augenhöhe begegnen können.
#580
Dabei gilt es, den Gedanken der Pau schalentschädigung bei Schlechtoder Nichtleistung im Dienstleistungsbereich weiterzuverfolgen und zu prüfen, ob er auf andere Sachverhalte, wie etwa Ausfälle bei der Stromoder Kommunikationsver sorgung, übertragen werden kann.
#581
Mittelstand ganz groß
#582
Wir Freie Demokraten wollen, dass der Mittelstand in Europa weiterhin faire Chancen erhält, sich im Wettbewerb durchzusetzen.
#583
99 Prozent der Unternehmen in Europa sind kleine und mittlere Unter nehmen (KMU), über 60 Prozent der Arbeitsplätze befinden sich in diesem Bereich.
#584
Der Mittelstand ist das Rückgrat der europäischen Wirtschaft und Motor für Wachstum, Innovation, Beschäftigung und soziale Integration.
#585
Im Vergleich zu Großunternehmen stellen bürokratische Vorgaben für den Mittel stand eine besondere Belastung dar.
#586
Wir begrüßen daher die formelle allgemeine Anerkennung des „Think Small First“-Prinzips, wollen es jedoch in der Praxis stärker zur Geltung bringen.
#587
Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass Regulierungen auf einer unabhängigen und transparenteren Folgenabschätzung basieren und der KMU-Test auf europäischer Ebene verpflichtend angewendet wird.
#588
Um die Wettbe werbsfähigkeit von KMU und ihre Finanzierungsmöglichkeiten sicherzustellen, wollen wir bestehende Förderprogramme wie „Horizont 2020“ und das Programm für die Wettbewerbsfähigkeit von Unter nehmen und für KMU (COSME) beibehalten und weiterentwickeln.
#589
KMU-Definition an die Lebensrealität anpassen
#590
Wir Freie Demokraten wollen die bisherige Definition der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) auf europäischer Ebene der Lebensrealität anpassen.
#591
Auch kleinere Unternehmen mit mittelgroßer Kapitalisierung („Small-Mid Caps“) und bis zu 500 statt 250 Mitarbeitern sollen zukünftig als KMU gel ten und in ausgewählten EU-Politikbereichen – etwa in der Umwelt-, Klimaoder Außenwirtschaftspo litik – als solche berücksichtigt werden können.
#592
Diese Regelung soll auch Familienunternehmen, in de nen der Unternehmer einen maßgeblichen persönlichen Einfluss ausübt, das unternehmerische Risiko trägt und das Unternehmen seine persönliche Erwerbs- und Existenzgrundlage sichert, mit umfassen.
#593
Dies stärkt gerade den deutschen Mittelstand und wird die Unternehmen erheblich – beispielsweise von europäischen Berichtspflichten und damit europäischer Bürokratie – entlasten.
#594
Stärkung des Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI) beziehungsweise „InvestEU“ Wir Freie Demokraten unterstützen nachdrücklich den zentralen Teil des „Investitionsplanes für Eu ropa“, mit dem die Europäische Union eine verbesserte, zielgenauere Verwendung von EU Haushaltsmitteln anstrebt.
#595
Mithilfe der Europäischen Investitionsbank (EIB) sollen auf diesem Wege bis 2020 mindestens 500 Milliarden Euro an zusätzlichen Investitionszusagen mobilisiert werden – mit Schwerpunkten auf Infrastruktur, Forschung und Entwicklung von klimaschonenden Technologien so wie Innovationen kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU).


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