Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

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vom 03.06.2026 PDF
#115
Konzentration auf Aufgaben mit europäischem Mehrwert
#116
Wir Freie Demokraten wollen Europa dort stärken, wo die Mitgliedstaaten zusammen mehr erreichen können.
#117
Insbesondere in den Bereichen Handel, Binnenmarkt, grenzüberschreitende Infrastruktur, Di gitalisierung, Außenpolitik und Verteidigung, Sicherheit, Energie und Klima, Schutz der Außengrenzen, Einwanderung und Asyl muss Europa gemeinsame Regeln schaffen und mit einer Stimme sprechen.
#118
Europa muss sich aber auch einer Aufgabenkritik stellen.
#119
Aufgabenbereiche ohne europäischen Mehr wert sollen von den Mitgliedstaaten und ihren Regionen wahrgenommen werden.
#120
Mehr Integration mit einem Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten
#121
Wir Freie Demokraten wollen mehr Möglichkeiten für unterschiedliche Tiefen und Geschwindigkeiten bei der Integration nutzen.
#122
Denn Mitgliedstaaten, die an der Weiterentwicklung der Europäischen Union nicht oder nur langsamer teilnehmen wollen, sollen die anderen nicht aufhalten.
#123
So ist es gelun gen, die Personenfreizügigkeit im Schengen-Raum herzustellen und den Euro in mehr als der Hälfte der Mitgliedstaaten einzuführen.
#124
Daher setzen wir uns insbesondere für eine verstärkte Zusammenar beit im Bereich der Außen- und Verteidigungspolitik und der Inneren Sicherheit ein.
#125
Dabei soll die Tür offen bleiben.
#126
Länder, die heute integrationsskeptisch sind, sollen morgen einem stärker integrierten Bereich beitreten können.
#127
Klare Kompetenzverteilung
#128
Wir Freie Demokraten halten es für wichtig, dass die Zuständigkeiten der Europäischen Union klar ab gegrenzt sind.
#129
Dann kann eine Kompetenzverteilung nach dem Prinzip der Subsidiarität erfolgen.
#130
Eine kritische Bestandsaufnahme europäischer Kompetenzen zeigt, dass etwa die Sportpolitik oder der Tou rismus rückverlagert werden können.
#131
Stärkere Subsidiaritätskontrolle
#132
Wir Freie Demokraten wollen auf zwei Ebenen wirksamere Kontrollmechanismen, ob für bestimmte Vorhaben ein Vorgehen auf europäischer Ebene geboten ist.
#133
Für eine erfolgreiche Subsidiaritätsrüge im Sinne des Vertrages von Lissabon müssen sich derzeit in nerhalb von acht Wochen europaweit ein Drittel der nationalen Parlamente zusammenschließen.
#134
Wir wollen die Frist auf mindestens zwölf Wochen verlängern.
#135
Um die nationalen Parlamente europafähi ger zu machen, sollten sie intern verlässliche Strukturen aufbauen, die ihnen eine effektive Nutzung der Subsidiaritätsinstrumente ermöglicht.
#136
Außerdem wollen wir die Klagebefugnis der nationalen Parlamentskammern erweitern, damit sie auch direkt beim Europäischen Gerichtshof Klage erheben können – derzeit steht dieses Recht nur der Re gierung zu, die im Namen des Mitgliedstaates klagen kann.
#137
Ferner sollen die Parlamente nicht nur die Verletzung des Subsidiaritätsprinzips, sondern auch das Fehlen einer Rechtsgrundlage rügen können.
#138
In Deutschland sollten sowohl der Bundestag als auch der Bundesrat dieses Klagerecht erhalten.
#139
Neben den nationalen Parlamenten sollte auch der auf EU-Ebene angesiedelte Ausschuss der Regionen sich regelmäßig mit dieser Frage befassen.
#140
Er sollte verkleinert werden und als echte Subsidiaritätskammer nicht nur Stellungnahmen abgeben, sondern auch von seinem Recht Gebrauch machen, eine Verlet zung der Subsidiarität selbst zu rügen.
#141
Den parallel dazu bestehenden Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss wollen wir abschaffen, weil die Interessen der Sozialpartner bereits im Europäischen Parlament angemessen berücksichtigt werden können.
#142
Das bürgernahe Europa
#143
Zu oft wird die Europäische Union als bürokratisch und bürgerfern wahrgenommen.
#144
Die Menschen wollen aber mitreden.
#145
Führen wir moderne Formen der Bürgerbeteiligung ein und machen wir Europa zu einem Projekt der Bürgerinnen und Bürger!


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