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vom 03.06.2026 PDF
#1240
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Eine Ausweitung der Befugnisse setzt detaillierte Regelungen in Form eines europäischen Polizeirechts voraus; dieses darf nicht hinter den grundrechtlichen und rechtsstaatlichen Standards zurückbleiben, die wir in Deutsch land entwickelt haben.
#1241Ferner setzen größere Befugnisse eine bessere und effektivere Kontrolle durch das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten voraus.
#1242Es muss insbesondere auch die politische Verantwortlichkeit für das Handeln von Europol klar sein.
#1243Im Bereich der Gefahrenabwehr muss Euro pol die Erkenntnisse verschiedener nationaler und europäischer Behörden zusammenführen, um ins besondere gegen internationale Kriminalität und Terrorismus wirksam zu sein.
#1244Wir lehnen ferner den Einsatz von Staatstrojanern ohne eine enge unabhängige richterliche Überwachung ab.
#1245Europäische Staatsanwaltschaft
#1246Wir Freie Demokraten wollen die erforderlichen Anstrengungen unternehmen, dass die Europäische Staatsanwaltschaft ihren Betrieb schneller als nur in den nächsten drei Jahren aufnehmen kann und zu einer Institution aller Mitgliedstaaten wird.
#1247Wir setzen uns zudem dafür ein, durch europäische Ver fahrensgarantien die grundlegenden individuellen Schutzrechte zu gewährleisten.
#1248Dies soll verhindern, dass das Schutzniveau der Bürgerin oder des Bürgers gegenüber nationalen Maßnahmen abgesenkt wird.
#1249Perspektivisch sollen die Aufgaben der EU-Staatsanwaltschaft auch um Aufgaben bei der Terro rismusbekämpfung erweitert werden; allerdings müssen dazu vorher die entsprechenden Straftatbe stände europaweit harmonisiert werden.
#1250Für ein funktionierendes grenzüberschreitendes Strafregisterinformationssystem Wir Freie Demokraten treten dafür ein, dass der Zugang zu Strafregisterinformationen in der Europäi schen Union (EU) über das Europäische Strafregisterinformationssystem (ECRIS) auch auf die Daten von in der EU verurteilten Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen erweitert wird.
#1251Dabei ist darauf zu achten, dass Speicherfristen oder Zugriffsberechtigungen sowie der Umfang der Daten in rechts staatlich angemessener Weise begrenzt werden.
#1252Für eine europaweite Gefährderdatei
#1253Wir Freie Demokraten fordern eine europaweite Gefährderdatei, um eine schnelle Gefahrenabwehr zu ermöglichen.
#1254Hierzu bedarf es allerdings einer einheitlichen Definition des Gefährder-Begriffs sowie der strengen Einhaltung von Datenschutzgesetzen und hohen Qualitätsstandards hinsichtlich der In formationen, die der Einschätzung zugrunde liegen.
#1255Diese Daten müssen gerade auch den Polizeibe hörden zur Verfügung gestellt werden.
#1256Sicherheitsbehörden und Nachrichtendienste müssen bei Be darf ihre Erkenntnisse über konkrete Gefährdungslagen europaweit miteinander teilen.
#1257Dazu bedarf es jedoch auch einer europaweiten Definition und Regelung des Trennungsgebots zwischen Polizei und Nachrichtendiensten sowie von entsprechenden Ausnahmen.
#1258Elektronische Beweismittel mit Augenmaß
#1259Wir Freie Demokraten sehen die derzeitigen Bestrebungen der EU-Kommission, den Zugang zu elekt ronischen Beweismitteln innerhalb der EU-Mitgliedstaaten, aber auch auf Gegenseitigkeit mit Nicht EU-Staaten zu erleichtern (E-Evidence), mit Skepsis und Sorge.
#1260Der grenzüberschreitende Zugriff auf elektronisch gespeicherte Dokumente und Daten durch Ermittlungsbehörden greift tief in Grundrechte ein.
#1261Zu einem solchen Zugriff muss es stets einer vorherigen richterlichen Anordnung bedürfen.
#1262Der Aufenthaltsstaat des Betroffenen ist vorab in die Lage zu versetzen, die Einhaltung wesentlicher Rechtsstandards zu prüfen.
#1263Eine nur nachträgliche Benachrichtigung an einen anderen Mitgliedstaat reicht nicht aus.
#1264Ein Zugriff soll auch nur erfolgen dürfen, wenn wegen vorab in einem Katalog defi nierter Straftaten von erheblicher Bedeutung ermittelt wird und eine ausreichende Tatverdachts schwelle überschritten ist.
#1265Das Prinzip der beiderseitigen Strafbarkeit muss gewahrt bleiben.
#1266Ein über schießender Zugriff muss zwingend zu einem strafprozessualen Verwertungsverbot führen.
#1267Bilaterale Abkommen der Europäischen Union mit Drittstaaten über die Herausgabe von Daten in Strafsachen dürfen nur dann geschlossen werden, wenn ein vergleichbares Niveau des Schutzes personenbezoge ner Daten besteht sowie ein mittelbarer Zugriff weiterer Staaten auf diese Daten durch ein Abkommen mit dem Drittstaat ausgeschlossen ist.
#1268Für ein optionales europäisches Vertragsrecht, Felder für optionale Rechtsetzungskompetenz auf europäischer Ebene schaffen
#1269Wir Freie Demokraten setzen uns für ein gemeinsames europäisches Kaufrecht im Bereich des Online Handels ein, das die Parteien alternativ zu ihrem jeweiligen nationalen Kaufrecht anwenden können.
#1270Dies kann den grenzüberschreitenden Online-Handel durch ein einheitliches Regelwerk für solche Ver träge erleichtern.
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