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vom 03.06.2026 PDF
#1214
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Wir Freie Demokraten sehen in der nachrichtendienstlichen Kooperation ein wichtiges Instrument der gemeinsamen Gefahrenabwehr und der internationalen Sicherheit.
#1215Nur wer gewonnene Erkenntnisse teilt, kann Bedrohungen wirksam bekämpfen.
#1216Aber gleichzeitig muss auch dieser Austausch rechts staatlichen Prinzipien treu bleiben.
#1217Wir streben eine Vereinbarung der Mitgliedstaaten an, um hierfür europäische Mindeststandards festzulegen, welche die EU-Grundrechtecharta achten.
#1218Bei der notwen digen internationalen Zusammenarbeit der Nachrichtendienste darf es nur eine anlassbezogene Wei tergabe von gefilterten und ungefilterten Rohdaten und Erkenntnissen geben.
#1219Darauf bezogene Ver waltungsvereinbarungen müssen deshalb sorgfältig unter Abwägung der verschiedenen grundrechtli chen und staatlichen Interessen durch die jeweiligen parlamentarischen Kontrollgremien der Mitglied staaten überprüft werden können.
#1220Das Satellitenzentrum der Europäischen Union (EUSC) soll künftig auch formal Informationen an die anderen EU-Sicherheitsagenturen sowie die Nachrichtendienste der Mitgliedstaaten geben dürfen, so fern sie der Erfüllung der Aufgaben im Bereich der inneren und äußeren Sicherheit der Europäischen Union dienen.
#1221Die Koordination von Nachrichtendiensten soll künftig in einer eigenen Agentur mit Kontrolle durch das Europäische Parlament stattfinden.
#1222Dabei soll eine enge Verzahnung mit dem EU Intelligence Analysis Centre (EU INTCEN) erfolgen.
#1223Mindeststandards für die rechtsstaatliche Kontrolle von Nachrichtendiensten Wir Freie Demokraten wollen für die rechtsstaatliche Kontrolle nachrichtendienstlicher Tätigkeiten eu roparechtliche Mindeststandards verankern und dafür die vertraglichen Grundlagen schaffen.
#1224Die na tionalen Kontrollgremien sollen personell ausreichend ausgestattet sein, und ihre Mitglieder müssen ohne Einschränkungen Zugang zu Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der jeweiligen nationalen Nach richtendienste haben.
#1225Die Nachrichtendienste sollen gegenüber den jeweiligen nationalen Kontroll gremien der Mitgliedstaaten auskunftspflichtig sein, und die Kontrollgremien sollen mit umfangrei chen Akteneinsichtsrechten ausgestattet sein.
#1226Zudem muss ein fester Rahmen für den Austausch von Mitgliedern der jeweiligen parlamentarischen Kontrollgremien in den Mitgliedstaaten geschaffen wer den.
#1227Wir Freie Demokraten fordern außerdem ein europäisches „No-Spy-Abkommen“ der Mitgliedstaaten.
#1228Ziel muss es sein, dass sich die Mitgliedstaaten Vertrauen entgegenbringen und eine gegenseitige nachrichtendienstliche Überwachung aus nicht öffentlich zugänglichen Quellen eingestellt wird.
#1229Cyberverteidigung
#1230Wie Freie Demokraten erkennen die große Bedeutung einer starken gemeinsamen europäischen Cy berverteidigung.
#1231Privatpersonen, Unternehmen, Energie-, Verkehrs- und Infrastruktureinrichtungen sowie staatliche Stellen sind gleichermaßen zunehmend digitalen Angriffen ausgesetzt.
#1232Der Schutz vor staatlichen und nicht staatlichen Angriffen auf unsere digitalen Einrichtungen muss eine hohe Priorität einnehmen und eine wichtige Säule der gemeinsamen europäischen Sicherheitsarchitektur werden.
#1233Zusammenarbeit im Zivil- und Strafrecht stärken
#1234Kriminalität und Terrorismus machen vor Grenzen nicht halt.
#1235Durch eine stärkere Zusammenarbeit von Polizei- und Justizbehörden können wir Synergien nutzen und Europa sicherer machen.
#1236Für eine Weiterentwicklung von Europol zum europäischen Kriminalamt
#1237Wir Freie Demokraten wollen die Europäische Union als Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts weiterentwickeln.
#1238Dazu muss die europäische Polizeibehörde Europol zu einem europäischen Kriminalamt ausgebaut werden.
#1239Europol muss bei grenzüberschreitenden Sachverhalten mit wirksa men Ermittlungsbefugnissen die Arbeit der Mitgliedstaaten unterstützen können.
#1240Eine Ausweitung der Befugnisse setzt detaillierte Regelungen in Form eines europäischen Polizeirechts voraus; dieses darf nicht hinter den grundrechtlichen und rechtsstaatlichen Standards zurückbleiben, die wir in Deutsch land entwickelt haben.
#1241Ferner setzen größere Befugnisse eine bessere und effektivere Kontrolle durch das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten voraus.
#1242Es muss insbesondere auch die politische Verantwortlichkeit für das Handeln von Europol klar sein.
#1243Im Bereich der Gefahrenabwehr muss Euro pol die Erkenntnisse verschiedener nationaler und europäischer Behörden zusammenführen, um ins besondere gegen internationale Kriminalität und Terrorismus wirksam zu sein.
#1244Wir lehnen ferner den Einsatz von Staatstrojanern ohne eine enge unabhängige richterliche Überwachung ab.
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