Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

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vom 03.06.2026 PDF
#1051
Wir werden alle gegenwärtig dis kutierten Vorschläge an diesen Kriterien messen.
#1052
Bankenunion: marktwirtschaftlich und stabil
#1053
Wir Freie Demokraten wollen die Bankenunion marktwirtschaftlich gestalten.
#1054
Die größeren Banken im Euroraum werden seit 2014 direkt von der Europäischen Zentralbank (EZB) beaufsichtigt und können im Falle ihres Scheiterns seit 2016 von einer europäischen Abwicklungsbehörde (dem Single Resolution Board (SRB)) abgewickelt werden.
#1055
Die europäische Aufsicht soll sich stärker als bisher um wirklich sys temrelevante Banken kümmern.
#1056
Interessenkonflikte in der EZB, die zwischen Geldpolitik und Banken aufsicht bestehen, müssen identifiziert und abgebaut werden.
#1057
Ferner wollen wir das marktwirtschaft liche Prinzip „Bankenabwicklung statt Bankenrettung“ konsequent umsetzen.
#1058
Dazu müssen Schlupflö cher aus dem Abwicklungsregime geschlossen, eine umfangreichere Haftung der Investoren und Gläu biger (durch sogenannten Bail-in) sichergestellt und die Abwicklungsbehörde organisatorisch gestärkt werden.
#1059
Den weiteren Einsatz von Steuergeld zur Bewältigung von Bankenkrisen lehnen wir Freie De mokraten folglich ab.
#1060
Das gilt auch für die derzeit diskutierte fiskalische Letztsicherung für den Ban kenabwicklungsfonds (SRF), die nichts anderes ist als eine Kreditlinie aus öffentlichen Mitteln.
#1061
Einlagen: dezentral besser geschützt
#1062
Wir Freie Demokraten halten an dem bestehenden dezentralen System der Einlagensicherung auf Ebene der Mitgliedstaaten fest.
#1063
Dort besteht bereits heute ein Schutz für Bankguthaben von mindes tens 100.000 Euro pro Kontoinhaber und Kreditinstitut.
#1064
Bei systemrelevanten Banken besteht nach den seit 2015 gültigen europaweiten Abwicklungsregeln bereits jetzt ein umfangreicher Schutz von besicherten Einlagen, weil diese von einem Bail-in ausdrücklich ausgenommen sind.
#1065
Eine Entschädi gung durch ein Einlagensicherungssystem kommt daher faktisch nur noch bei kleineren Banken in Be tracht.
#1066
Für diese Fälle ist ein nationales Einlagensicherungssystem vollkommen ausreichend.
#1067
Dezent rale Systeme wie die Institutssicherung der Volksbanken und Sparkassen oder die freiwillige Einlagen sicherung des Bundesverbands deutscher Banken bieten Bankkunden sogar einen umfangreicheren Schutz als ein mögliches zentrales System.
#1068
Finanzmarktregulierung weiterentwickeln
#1069
Europa muss aus seinen Krisen lernen.
#1070
Dazu gehört auch eine moderne und zukunftsfeste Regulierung der Finanzmärkte.
#1071
Denn ein Europa, das rechnen kann, muss für die Zukunft gewappnet sein.
#1072
Binnenmarkt für Finanzdienstleistungen ausbauen – Kapitalmarktunion schaffen Wir Freie Demokraten wollen den Binnenmarkt für Finanzdienstleistungen ausbauen.
#1073
Dadurch verrin gern wir die Abhängigkeit einzelner Volkswirtschaften im Euroraum von einigen wenigen nationalen Banken.
#1074
Gleichzeitig verschaffen wir innovativen digitalen Geschäftsmodellen faire Wettbewerbschan cen.
#1075
Und nicht zuletzt stärken wir auf diese Weise die Europäische Union als Finanzplatz.
#1076
Unter ande rem wollen wir einheitliche Definitionen für erlaubnispflichtige Bankgeschäfte, Finanzdienstleistungen und Zahlungsdienste schaffen, das Insolvenzrecht und das Recht der Kreditsicherheiten in den Mit gliedstaaten stärker angleichen und das Geldwäscherecht für Banken sowie Finanz- und Zahlungs dienstleister voll harmonisieren.
#1077
Bestehende Lücken im System des „Europäischen Passes“, der regu lierte Unternehmen dazu berechtigt, grenzüberschreitende Geschäfte zu betreiben, wollen wir schlie ßen.
#1078
Wir Freie Demokraten unterstützen die Kapitalmarktunion, um Europa als Investitionsstandort attraktiver zu machen und vor allem kleinen und mittleren Unternehmen zusätzliche Finanzierungs möglichkeiten zu eröffnen.
#1079
Bankenregulierung für Stabilität und unternehmerische Verantwortung
#1080
Wir Freie Demokraten wollen die Regulierung von Banken und Finanzdienstleistern weiterentwickeln.
#1081
Viele Regulierungen, die nach der Finanzkrise beschlossen worden sind, führen zu einer hohen Belas tung bei kleineren Instituten, die keine systemische Gefahr darstellen (beispielsweise MiFID II und die PRIIP-Verordnung).


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