Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

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vom 03.06.2026 PDF
#1035
Um die Verantwortung der privaten Geldgeber zu stärken, wollen wir einen In solvenzmechanismus für Staaten einführen: Bevor an ein Mitglied der Eurozone öffentliche Mittel aus dem EWF fließen, muss es künftig eine Beteiligung der privaten Gläubiger dieses Staates an den Stabi lisierungslasten geben, zumindest in Form einer Laufzeitverlängerung der jeweiligen Staatsanleihen.
#1036
Eine solche Beteiligung des Privatsektors wäre gleichzeitig die wirksamste Krisenprävention, weil ein Staat sich dann in der Regel gar nicht erst unangemessen hoch verschulden könnte.
#1037
Auch müssen der EWF und der Finanzstabilitätsrat mit ihrer analytischen Kompetenz bereits frühzeitig in die Krisenprä vention eingebunden werden.
#1038
Bargeld bleibt Zahlungsmittel in der EU
#1039
Wir Freie Demokraten sprechen uns für die Beibehaltung des Bargeldes aus.
#1040
Es soll auch zukünftig europaweit möglich sein, mit Bargeld zu zahlen.
#1041
Die Bürgerinnen und Bürger entscheiden über das Zahlungsmittel.
#1042
Für Investitionen und Arbeitsplätze
#1043
Wir Freie Demokraten wollen privates Kapital für Investitionen mobilisieren, um neue Arbeitsplätze zu schaffen.
#1044
Die Menschen in vielen europäischen Ländern leiden unter hoher Arbeitslosigkeit und schlechten Zukunftsperspektiven.
#1045
Diese Entwicklung gefährdet auch die politische Stabilität Europas.
#1046
Neben Strukturreformen und einer Gesundung des Finanzsektors setzen wir auf eine Stärkung der Eu ropäischen Investitionsbank, die Umgestaltung der Strukturförderung im EU-Haushalt hin zu mehr Zu kunftsinvestitionen und die Vertiefung des Binnenmarktes, gerade auch der Möglichkeiten für Arbeit nehmerinnen und Arbeitnehmer, sich in der gesamten Europäischen Union um Arbeit zu bemühen.
#1047
Wirtschaftswachstum lässt sich nämlich nicht mit immer mehr Staatsausgaben erkaufen – es entsteht durch unternehmerische Initiative und neue Ideen.
#1048
Europäischer Investitionsfonds zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Wir Freie Demokraten unterstützen die Schaffung eines gemeinsamen europäischen Fonds, der private Investitionen verstärkt.
#1049
Dieser Investitionsfonds soll die Heterogenität, auch innerhalb der Eurozone, abbauen und die Wettbewerbsfähigkeit der Eurozonenstaaten stärken, um die wirtschaftliche Zukunft Europas zu sichern.
#1050
Einen Eurozonenhaushalt, der Anreize für kurzfristige Konjunkturprogramme setzt, statt grundlegende Strukturreformen zu begünstigen, lehnen wir ab.
#1051
Wir werden alle gegenwärtig dis kutierten Vorschläge an diesen Kriterien messen.
#1052
Bankenunion: marktwirtschaftlich und stabil
#1053
Wir Freie Demokraten wollen die Bankenunion marktwirtschaftlich gestalten.
#1054
Die größeren Banken im Euroraum werden seit 2014 direkt von der Europäischen Zentralbank (EZB) beaufsichtigt und können im Falle ihres Scheiterns seit 2016 von einer europäischen Abwicklungsbehörde (dem Single Resolution Board (SRB)) abgewickelt werden.
#1055
Die europäische Aufsicht soll sich stärker als bisher um wirklich sys temrelevante Banken kümmern.
#1056
Interessenkonflikte in der EZB, die zwischen Geldpolitik und Banken aufsicht bestehen, müssen identifiziert und abgebaut werden.
#1057
Ferner wollen wir das marktwirtschaft liche Prinzip „Bankenabwicklung statt Bankenrettung“ konsequent umsetzen.
#1058
Dazu müssen Schlupflö cher aus dem Abwicklungsregime geschlossen, eine umfangreichere Haftung der Investoren und Gläu biger (durch sogenannten Bail-in) sichergestellt und die Abwicklungsbehörde organisatorisch gestärkt werden.
#1059
Den weiteren Einsatz von Steuergeld zur Bewältigung von Bankenkrisen lehnen wir Freie De mokraten folglich ab.
#1060
Das gilt auch für die derzeit diskutierte fiskalische Letztsicherung für den Ban kenabwicklungsfonds (SRF), die nichts anderes ist als eine Kreditlinie aus öffentlichen Mitteln.
#1061
Einlagen: dezentral besser geschützt
#1062
Wir Freie Demokraten halten an dem bestehenden dezentralen System der Einlagensicherung auf Ebene der Mitgliedstaaten fest.
#1063
Dort besteht bereits heute ein Schutz für Bankguthaben von mindes tens 100.000 Euro pro Kontoinhaber und Kreditinstitut.
#1064
Bei systemrelevanten Banken besteht nach den seit 2015 gültigen europaweiten Abwicklungsregeln bereits jetzt ein umfangreicher Schutz von besicherten Einlagen, weil diese von einem Bail-in ausdrücklich ausgenommen sind.
#1065
Eine Entschädi gung durch ein Einlagensicherungssystem kommt daher faktisch nur noch bei kleineren Banken in Be tracht.


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